Europäische Gerichtshof: E.On muss 38 Millionen Euro Strafe zahlen

Europäische Gerichtshof: E.On muss 38 Millionen Euro Strafe zahlen

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Mitarbeiter des Energieversorgers sollen versucht haben, die Ermittlungen des Kartellamtes zu behindern.

Teurer Streit um ein gebrochenes EU-Siegel bei Kartell-Ermittlungen: E.On muss jetzt 38 Millionen Euro Geldbuße an die EU-Kommission überweisen, weil Mitarbeiter das Kunststoffsiegel gebrochen haben sollen. Vielleicht war es aber auch die Putzfrau.

Der Energieversorger E.On muss 38 Millionen Euro Strafe zahlen, weil er Kartellermittlungen der EU-Kommission gestört haben soll. Das entschied der Europäische Gerichtshof am Donnerstag in Luxemburg (Rechtssache C-89/11 P). E.On-Mitarbeiter sollen ein Siegel beschädigt haben, mit dem Kartell-Ermittler 2006 in der Münchner Niederlassung des Unternehmens Akten gesichert hatten. E.On hatte den Vorwurf immer zurückgewiesen, scheiterte jetzt aber mit seiner Klage gegen die Geldbuße in letzter Instanz. Nach der Entscheidung gab das Unternehmen klein bei. „Wir haben das Urteil zu akzeptieren“, sagte ein Firmensprecher.

E.On Kennzahlen 2011

  • Umsatz

    Der Umsatz legte 2011 um gut 21 Prozent auf annährend 113 Milliarden Euro zu.

  • Umsatzanteile nach Regionen

    Den Großteil des Geschäfts mach E.On in Deutschland mit gut 42 Prozent. In Großbritannien erwirtschaftet E.On 28 Prozent des Umsatzes, im übrigen Europa sind es 25 Prozent und in Schweden knapp 4 Prozent.

  • Ebit

    Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen sank 2011 um 42,5 Prozent auf 5, 4 Millionen Euro.

  • Konzernergebnis

    Das Konzernergebnis lag 2011 bei minus 1,86 Milliarden Euro.

  • Mitarbeiter

    E.On hat 2011 deutlich weniger Mitarbeiter beschäftigt als im Vorjahr. Die Zahl fiel um mehr als 7 Prozent auf 78889 Mitarbeiter.

Die Brüsseler Wettbewerbshüter hatten im Mai 2006 die E.On-Niederlassung in München durchsucht. Das Unternehmen stand im Verdacht, sich widerrechtlich mit Konkurrenten abgesprochen zu haben. Die Ermittler lagerten Akten in einem Raum und verschlossen ihn mit dem amtlichen Siegel. Am nächsten Tag war es beschädigt. Die genauen Abläufe bleiben aus Sicht des Unternehmens rätselhaft. Möglicherweise sei das empfindliche Siegel durch Putzfrauen bei der Arbeit irrtümlicherweise beschädigt worden, hatte Eon argumentiert. Es sei auch geprüft worden, ob Erschütterungen im Gebäude das Siegel zerstört haben könnten.

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Illegale Gaspreisabsprachen

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Letztlich habe Eon aber nicht belegen können, dass es das Siegel nicht gebrochen hat, hieß es am Donnerstag im Urteil. Eine solche Manipulation sei ein besonders schwerer Verstoß, betonte der Gerichtshof. Die Geldbuße von 38 Millionen Euro sei nicht überhöht. Sie solle schließlich eine Abschreckungswirkung entfalten und entspreche gerade einmal 0,14 Prozent des E.On-Umsatzes im Jahr 2006. Rechtlich seien Bußen von bis zu einem Prozent des Jahresumsatzes möglich.

Der Kartellverdacht der EU-Ermittler hatte sich im Nachhinein bestätigt: E.On und der französische Energieversorger Gaz de France wurden wegen illegaler Absprachen auf dem Gasmarkt zu einer hohen Geldstrafe verurteilt.

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