Europäischen Energiepolitik : Hitzetest für die deutsche Energiewirtschaft

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Europäischen Energiepolitik : Hitzetest für die deutsche Energiewirtschaft

von Andreas Wildhagen

Das heiße und schwüle Wetter führt zur erhöhten Einsatzbereitschaft der Kraftwerks- und Netzbetreiber.

Drückende Schwüle, Hitze bis zu 35 Grad und mehr, Gewitterstürme und ein Himmel, in dem die Blitze wie bei einem Feuerwerk hellen aufscheinen und ihre Energie entladen: Für die Kraftwerks- und Netzbetreiber bedeutet das Hitze- und Katastrophenwetter nach Pfingsten erhöhte Aufmerksamkeit. Zur Zeit drückt sehr viel Solarstrom in die Netze, so dass die deutschen Gaskraftwerke kaum ausgelastet sind. Viele Windräder wurden in der Sturmnacht vom Pfingstmontag auf Dienstag abgeschaltet und blieben auch im Stillstand am Dienstag, um eine Beschädigung der Turbinen zu verhindern.

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Belastungsprobe Stromnetzbetreiber wappnen sich für Solar-Boom

Über Pfingsten stehen die Stromnetzanbieter vor einer harten Probe: Wegen der Feiertage dürfte der Stromverbrauch stark fallen, während die Solaranlagen wegen des Sonnenscheins immer mehr Strom einspeisen werden.

Eine Solaranlage bei Sonnenschein: Wegen des strahlenden Sonnenscheins drücken die Solaranlagen ihre ganze Leistung ins Netz. Quelle: dpa

Am Pfingstwochenende haben die 1,4 Millionen deutschen Solaranlagen 26 Gigawatt Strom erzeugt. Sollte die Hitze weiter anhalten, müssen die Solarbetreiber damit rechnen, dass ihre Anlagen zumindest teilweise vom Netz genommen zu werden. Zur Zeit drückt noch sehr viel Ökostrom aus dem deutschen Netz in die Nachbarländer Polen, Tschechien und Holland. „Das nagelneue holländische Gaskraftwerk „Claus“ ist dadurch praktisch zum Erliegen gekommen“, sagt ein Energieexperte. Die polnische Energiewirtschaft baut zur Zeit sogenannte „Schieber“ in ihr Stromnetz ein, um das Hereindrücken von deutschem Strom ins eigene Land zu verhindern. „So weit ist es in der europäischen Energiepolitik schon gekommen“, klagte in Energiepolitiker in diesen Tagen. „Die Länder schotten sich in Sachen Energie voneinander ab.“

In den Steuerungszentralen im rheinischen Brauweiler und bei den Netzbetreibern Tennet und 50 Hertz besteht erhöhte Einsatzbereitschaft. Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtete bereits vorige Woche, dass der Netzbetreiber Amprion das Personal in der Steuerungszentrale Brauweiler aufstockt. Allgemein gelte eine ‚“erhöhte Bereitschaft“, zitiert die WELT einen Amprion-Mitarbeiter. „Uns sind die Zügel aus der Hand genommen“, sagt ein Mitarbeiter eines Kraftwerks zur WirtschaftsWoche. „Die Netzbetreiber können uns jetzt anweisen, an- oder auszuschalten, um die Netzstabilität aufrecht zu erhalten“.

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Bei großer Hitze droht aber noch eine andere Gefahr für die Kraftwerksbetreiber. Nicht die Netzbetreiber schreiben ihnen Untätigkeit vor, sondern die Umweltministerien. Denn wenn die Flüsse schon durch das Wetter stark erwärmt sind, kann das Kühlwasser der Kraftwerke die Temperaturen so weit in die Höhe treiben, dass ein Fischsterben droht.

Dann gibt es den Stillstandsbefehl vom Umweltminister.

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