Fotovoltaik: Jetzt geht die Solar-Party richtig los

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Fotovoltaik: Jetzt geht die Solar-Party richtig los

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Große Kraftwerksprojekte unter karibischer Sonne, hohe Einspeisevergütungen in Japan und China und hervorragende Aussichten für den Nordamerika lassen bei den Herstellern von Solarmodulen und Projektierern Party-Stimmung aufkommen.

von Mario Brück

Der internationalen Solarbranche stehen offenbar Boom-Jahre bevor. Der Absatz von Solarpanelen rund um den Globus steigt rapide, die Überkapazitäten nehmen rasch ab. Ein Turnaround der Branche ist absehbar. Da wird sogar die Deutsche Bank zum Solarbullen.

Es ist das oft bemühte Bild: das Licht am Ende des Tunnels. Doch viele Hersteller von Solarmodulen sehen diese zarten Sonnenstrahlen in der Tat. Vielmehr ist es aber noch nicht. Denn nach wie vor glänzen die Branchenriesen mit tiefroten Zahlen. Mit den chinesischen Schwergewichten Yingli Green und JA Solar veröffentlichten die letzten beiden großen Solarunternehmen kürzlich ihre Geschäftszahlen für das zweite Quartal 2013.

Der Tenor des Zahlenwerks war ähnlich wie bei Wettbewerber Trina Solar, der kurz zuvor veröffentlicht hatte: Die Unternehmen schreiben saftige Verluste im unteren bis mittleren zweistelligen Millionenbereich. Aber: Der Absatz von Modulen und Zellen steigt deutlich. Trina Solar legte im Vergleich zum Vorquartal um rund zwei Drittel auf 647 Megawatt zu. Yingli kommt nach Schätzung der Marktforscher von Solarbuzz auf 800 Megawatt Absatz im zweiten Quartal. Das in China produzierende kanadische Unternehmen Canadian Solar puschte den Absatz um rund ein Drittel auf 450 Megawatt.

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Tiefe Dunkelheit herrscht dagegen in Deutschland: Der Absatz des deutschen Marktführers Solarworld aus Bonn sank erneut auf 107 Megawatt. Im entsprechenden Quartal des Vorjahres hatten die Bonner immerhin noch 170 Megawatt verkaufen können.

Kennzahlen zu Solarstrom

  • 100.000 Megawatt

    Fotovoltaik sind weltweit am Netz.

  • 48.000 Megawatt

    kommen allein 2017 dazu.

  • 6 Prozent

    weniger Kohle- und Gasstrom werden in sieben Jahren nachgefragt.

  • 30 Prozent

    Stromkosten sparen Solarstromerzeuger im Jahr 2020.

  • 12 Cent

    kostet dann die Kilowattstunde.

Deutsche Modulhersteller spielen längst nicht mehr in der ersten Liga. Die Erfolgsgeschichten schreiben nach wie vor Hersteller aus China und Nordamerika. Um etwaigen Einbrüchen durch Handelskonflikte mit den USA und Europa aus dem Weg zu gehen, hat die chinesische Regierung in Peking das Ausbauziel bis 2015 jüngst auf 35 Gigawatt angehoben.

Die Musik wird künftig ohnehin nicht mehr in Europa spielen, wo sinkende Einspeisevergütungen, regulatorische Eingriffe und die Krise einiger sonnenverwöhnter Mittelmeerländer die Nachfrage dämpfen: „Kernfrage für den globalen Fotovoltaik-Markt ist, in welchem Umfang Zubauten auf den neuen Märkten Wachstumsrückgänge in den reiferen Solarmärkten in Europa (über-)kompensieren“, heißt es in einer Studie der NordLB.

Rekordvergütungen in Japan

In Japan nahm der Zubau mit zwei Gigawatt im vergangenen Jahr so viel Tempo auf, dass die Regierung sich zu regulierenden Eingriffen gezwungen sah. Dennoch ist in keinem anderen Land der Welt die Einspeisevergütung für Strom aus Fotovoltaik derzeit so hoch wie in Japan. Dies macht Projekte und Investitionen auch für deutsche Unternehmen attraktiv.

So baut Wirsol, ein Dienstleister für die Planung, Finanzierung, Installation und Wartung großer Fotovoltaik-Kraftwerke aus der Nähe von Speyer, einen Solarpark auf der japanischen Insel Honschu. Mit dem Bau soll Anfang 2014 begonnen werden. Insgesamt stellt Wirsol dort knapp 90.000 Solarmodule mit einer Spitzenleistung von bis zu 22 Megawatt auf. Damit, so Wirsol, könnten bis zu 6800 Haushalte mit Solarstrom versorgt werden.

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