Fotovoltaik: Solarworld-Chef Asbeck unter Druck

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Fotovoltaik: Solarworld-Chef Asbeck unter Druck

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Demonstrative Entspannung - Solarworld-Gründer, Chef und Großaktionär Asbeck

von Mario Brück

Über dem Bonner Fotovoltaikkonzern Solarworld braut sich einiges zusammen. Experten sorgen sich um seine Zukunft.

Es wird immer enger für Frank Asbeck. Den Anschluss an den Weltmarkt, den asiatische Wettbewerber mittlerweile dominieren, hat der 52-jährige Gründer, Großaktionär und Chef des Bonner Fotovoltaikkonzerns Solarworld schon verloren. Droht dem deutschen Branchenprimus nun ein Untergang auf Raten?

Für Experten steht fest, dass der Ex-Solarmilliardär und einstige Grünen-Politiker mit dem Schlimmsten rechnen muss. In den vergangenen zwei Wochen senkten gleich mehrere Banken und Investmenthäuser ihre Kursziele für die Solarworld-Aktie. Der Analyst von Independent Research und WGZ reduzierte das Kursziel von 1,60 auf 1,20 Euro, die Schweizer UBS sogar von 1,50 auf 1 Euro. Vor einem Jahr notierte das Papier noch bei rund zehn Euro, 2007 erreichte es den Höchststand von fast 50 Euro. Seitdem befindet sich das Papier im Sinkflug – Kurs Pennystock.

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Kritischer Verschuldungsgrad

Ein Auslöser für den ungebremsten Popularitätsverlust bei den Anlegern könnten die Schulden sein, die auf Solarworld lasten. „Die Bilanz der Firma bleibt eine der Hauptsorgen, da die Verschuldungskennziffern in unhaltbare Höhen steigen könnten“, befürchtet UBS-Analyst Patrick Hummel in einer aktuellen Studie. So sank die Eigenkapitalquote von 35 auf 28 Prozent, während die Nettoverschuldung von 530 auf 718 Millionen Euro stieg. Der Verschuldungsgrad, so Stefan Freudenreich, Analyst bei der Frankfurter Equinet-Bank, habe mit 114 Prozent vom Eigenkapital ein kritisches Niveau erreicht. Es bestehe die Sorge, „ob Solarworld ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen würden, um konkurrenzfähig zu bleiben“.

Größtes Problem von Solarworld scheint die Ausstattung mit Kapital. Diese drohe sich derart zu verschlechtern, dass die Einhaltung der Kreditklauseln, der sogenannten Covenants, immer schwieriger werde, befürchtet Alexander Drews, Analyst bei Montega. Passiert dies, dürfen die Banken die sofortige Zurückzahlung ihrer Kredite verlangen. Nach Angaben von Solarworld sind 585 Millionen Euro Fremdkapital mit solchen Klauseln belegt. Würden sie gebrochen, müsste Solarworld die Kredite umgehend erneuern. Das jedoch dürfte nur zu deutlich schlechteren Konditionen gelingen.

Anfang vom Ende

Auf der Hauptversammlung Ende Mai hatte sich Solarworld-Finanzvorstand Philipp Koecke dazu bedeckt gehalten. „Bislang haben wir keine Covenants gebrochen“, sagte er. Der Vorstand sei aber im ständigen Austausch mit den Banken. Daran habe sich bis heute auch nichts geändert, sagt ein Solarworld-Sprecher. Beim Solarzellenhersteller Q-Cells war die hohe Verschuldung der Anfang vom Ende: Erst mussten im Winter 2010 die Aktionäre Geld nachschießen. Trotzdem konnte das Unternehmen rund ein Jahr später die Anleihen nicht mehr bedienen und musste im April Insolvenz anmelden.

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