Fotovoltaik: Solarworld nimmt Kurs auf Umsatz-Milliarde und Gewinne

Fotovoltaik: Solarworld nimmt Kurs auf Umsatz-Milliarde und Gewinne

von Mario Brück

Die Verluste beim Bonner Fotovoltaik-Konzern schrumpfen. Solarworld nähert sich nach fünf qualvollen Jahren wieder der Gewinnzone.  

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Der Vorstandsvorsitzende des Solar-Modul-Herstellers Solarworld, Frank Asbeck. Das Unternehmen nähert sich endlich der Gewinnzone

Jahre lang lief es anders: Solarworld-Chef Frank Asbeck prophezeite Besserungen, versprach Gewinne, für den dahin siechenden Hersteller von  Solarmodulen und Fotovoltaiksystemen. Doch am Ende konnte er seine Versprechen nicht halten und es wurde meistens sogar noch schlimmer.  Heute jedoch kam es mal ganz anders. Solarworld veröffentlichte den Konzernbericht für das vergangene Jahr und siehe da: Der Solarmodulhersteller überraschte mit besseren Zahlen als noch vor wenigen Wochen prognostiziert. Während Absatz und Umsatz den Anfang Februar gemeldeten vorläufigen Zahlen entsprechen, fiel das Ergebnis spürbar besser aus.

Demnach belief sich das EBITDA, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, statt ursprünglich 35 Millionen Euro nun auf knapp über 40 Millionen Euro. Das entspricht einer Verbesserung von rund 17 Prozent. Im Vorjahr 2014 dümpelte der Wert noch bei rund 1,5 Millionen Euro.

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Auch beim EBIT, dem Ergebnis vor Zinsen und Steuern, konnte der Bonner Konzern draufpacken, sprich statt einem prognostizierten Verlust von 10 Millionen Euro sind es nur noch 4,2 Millionen Euro Miese. Sein Versprechen von schwarzen Zahlen hat Asbeck zwar damit nicht eingelöst – Verluste sind nun mal Verluste. Aber das Unternehmen kämpfte sich wacker Richtung Gewinne. Schließlich hatten die Verluste 2014 noch bei mehr als 40 Millionen Euro gelegen.

Nachfrage in Nordamerika verbessert Umsatz

Auf Kurs lag Solarworld zu den vorläufig gemeldeten Absatzmengen, die konzernweit um 33 Prozent auf 1159 Megawatt (2014: 873 MW) stiegen. Der Konzernumsatz wuchs im Jahr 2015 ebenfalls um 33 Prozent auf 763 Millionen Euro (2014: 573 Millionen Euro).

Als Gründe für das vergleichsweise gute Abschneiden nannte Solarworld das Wachstum in den internationalen Solarmärkten sowie den „klaren Fokus auf Hochleistungstechnologie made in Germany und USA“. Besonders groß sei die Nachfrage in Nordamerika gewesen. Dort habe der Konzern seine Absatzmenge um 56 Prozent steigern können.

Im laufenden Geschäftsjahr will Solarworld seine Verkäufe gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent steigern. Bis Mitte März 2016 hat Solarworld bereits verkaufte Absatzmengen sowie Aufträge von mehr als 800 Megawatt in den Auftragsbüchern. Solarworld-Chef Asbeck: „Wir haben bis heute Aufträge über 840 Megawatt und damit zwei Drittel der Jahresproduktion.“

Parallel zur Absatzmenge will Solarworld den konzernweiten Umsatz 2016 ebenfalls um über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigern und strebt einen Jahresumsatz von bis zu einer Milliarde Euro an.

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Asbeck erklärte: „2016 werden wir mit innovativen Produkten weiteren Mehrwert für unsere Kunden schaffen und unsere Technologie- und Qualitätsführerschaft untermauern.“ Eine Neuheit der Solarworld ist das sogenannte Bisun-Solarmodul. Dies nutzt das Sonnenlicht mit der Vorderseite und zusätzlich mit der Rückseite des Moduls und ermöglicht laut Solarworld einen Mehrertrag von bis zu 25 Prozent auf einer gleich großen Fläche.

Laut Asbeck soll 2016 ein Jahr der schwarzen Zahlen werden. Er peile neben der Umsatz-Milliarde in diesem Jahr erstmals seit fünf Jahren wieder einen Gewinn an. Vor Zinsen und Steuern rechne er mit einem Ergebnis im unteren zweistelligen Millionenbereich. „Wir brauchen ein Ebit von 25 Millionen Euro, um auch netto wieder einen Gewinn zu erzielen“, so Asbeck. „Ein Netto-Jahresgewinn ist als nicht unmöglich.“

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