Fotovoltaik: Solarzubau produziert viele Verlierer

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Fotovoltaik: Solarzubau produziert viele Verlierer

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Besonders Handwerker profitieren von dem starken Solarzubau. Die deutschen Solarunternehmen hingegen nicht.

von Mario Brück

Der gigantische Solarzubau im ersten Halbjahr 2012 produziert viele Verlierer und nur wenige Gewinner.

Die in Deutschland installierten Solaranlagen summieren sich im ersten Halbjahr auf den Rekordwert von knapp 4700 Megawatt. Damit liegt der Solarzubau im laufenden Jahr erheblich über den von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Werten für die ersten sechs Monate des bisherigen Rekordjahres 2011. Seinerzeit wurden in den ersten sechs Monaten 1713 Megawatt Leistung neu errichtet. Der Großteil des Zubaus entfiel 2011 auf die zweite Jahreshälfte.

Die Gründe für den starken Zubau sind vielfältig. Eine Rolle dürften Vorzieheffekte rund um die anhaltende Diskussion um die Solarförderung und die Anpassung des EEG gespielt haben. Hinzu kommen weiter fallende Preise für Solaranlagen, die eine attraktive Rendite für Anlagenbetreiber ermöglichen. Trotz zahlreicher Kürzungen beim EEG lassen sich auch gegenwärtig mit Solaranlagen noch Renditen von fünf Prozent erwirtschaften. Diese Rendite ist über 20 Jahre staatlich garantiert.

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Stromkosten wegen Ausbau im Tiefflug

Zum Vergleich: Bei 10-jährigen Bundesanleihen beträgt die Rendite lediglich 1,5 Prozent. Der Preisverfall bei Modulen, Zellen und Wafern wiederum ist Ergebnis weltweiter Überkapazitäten am Solarmarkt, unter denen insbesondere die deutsche Solarbranche leidet. "Die EEG-Förderung erweist sich  erneut als marktfremdes, planwirtschaftliches Regelungssystem", kritisiert Wolfgang Hummel, Chef des Zentrums für Solarmarktforschung in Berlin. Der staatlichen 20-jährigen Absatzgarantie stehe kein Risiko der Anbieter von regenerativen erzeugtem Strom gegenüber. "Es fehlt an einem Selbststeuerungsmechanismus."

Der hohe Zubau dürfte die Diskussion um die Solarförderung weiter entfachen. Kritiker machen insbesondere die Photovoltaik verantwortlich für steigende EEG-Differenzkosten, die über die EEG-Umlage abgedeckt werden müssen. Dabei wird gleichwohl meist übersehen, dass sich die Stromkosten im Großhandel insbesondere aufgrund des Ausbaus der Solarenergie im anhaltenden Tiefflug befinden.

Laut Internationalem Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) sind die Preise im Großhandel im Juli 2012 rund zehn Prozent günstiger als im Vorjahresmonat. Im Zeitraumvergleich Januar bis Juli 2012 zu Januar bis Juli 2011 sind die Preise am Spotmarkt für Grundlaststrom sogar um 17,8 Prozent und für Spitzenlaststrom um rund 14,2 Prozent gefallen. Daraus resultiert allerdings gleichzeitig ein Anstieg der Differenz zwischen Vergütung und Börsenpreis, der sich bezogen auf die Gesamteinspeisung erneuerbarer Energien auf eine Milliarde Euro summiert. "Dieser Fehlbetrag wird über eine höhere EEG-Umlage von den Stromverbrauchern ausgeglichen werden müssen", sagte IWR-Direktor Norbert Allnoch.

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