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exklusiv Fracking: ExxonMobil will Schiefergas ohne Gift fördern

von Dieter Dürand und Sebastian Matthes

Wegen großer Bedenken gegenüber dem Fracking will der Energiekonzern Exxonmobil ab nächstem Jahr auf ein Fracking-Verfahren ohne Giftstoffe umstellen.

Eine Raffinerie von ExxonMobil Quelle: Reuters
Nachdem bei ExxonMobil die giftigen Bestandteile der Fracking-Flüssigkeit reduziert wurden, sollen im nächsten Jahr keine Giftstoffe mehr genutzt wreden. Quelle: Reuters

Der Energiekonzern ExxonMobil will ab nächstem Jahr die Förderung von Schiefergas in Deutschland auf ein Fracking-Verfahren ohne Giftstoffe umstellen. Das kündigte Europachef Gernot Kalkoffen in einem Interview mit der WirtschaftsWoche an. Schon jetzt habe ExonMobil die giftigen Bestandteile der Fracking-Flüssigkeit von sieben auf vier reduziert. Ganz auf giftige Zusätze werde ExxonMobil "im nächsten Jahr" verzichten, sagte Kalkoffen. Fracking-Flüssigkeit ist dafür notwendig, unterirdische Gesteinsschichten aufzubrechen, in denen das Schiefergas lagert.

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Kalkoffen sieht erhebliche Schiefergas-Potentiale in Deutschland. "Laut Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe hat Deutschland verfügbare Reserven von mindestens 700 Milliarden Kubikmeter Schiefergas. Selbst wenn davon nur die Hälfte gefördert werden kann, wäre das immer noch mehr als unsere konventionellen Reserven, mit denen wir etwa 14 Prozent des gesamten Gasbedarfs decken", sagte Kalkoffen der WirtschaftsWoche. "Die Förderung aus konventionellen Gasreserven in Europa geht pro Jahr um fünf bis sechs Prozent zurück, diesen Ausfall wollen wir kompensieren."

Derzeit hat der Konzern seine Suche nach Schiefergas-Reserven zwar vorübergehend gestoppt, will die Tests im südlichen Niedersachen aber bald wieder aufnehmen.

Bedenken gegen die Gasförderung per Fracking wie in Nordrhein-Westfalen, wo die rot-grüne Landesregierung Tests untersagt hat, hält Kalkoffen für unbegründet. "Wir nutzen das Fracking-Verfahren in Deutschland seit Jahrzehnten“ für die Förderung konventioneller Gas-Reserven, so Kalkoffen. "Ein Drittel der heimischen konventionellen Gas-Produktion beruht auf dem Fracking-Verfahren. Bislang hat es bei uns weder Umweltschäden, Grundwasser-Verunreinigungen noch Gebäudeschäden gegeben."

ExxonMobil sieht Anzeichen dafür, dass die Gewerkschaften die Förderung von Schiefergas in Deutschland unterstützen werden. "Gerade im gewerkschaftsnahen Bereich erleben wir großes Interesse am Thema Schiefergas. Dort sieht man, wie die sinkenden Energiepreise in den USA die Industrie antreiben, und fragt sich, wie es wohl in Deutschland weitergeht. Auch die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie engagiert sich hier." Dies sei vor allem für Nordrhein-Westfalen von Bedeutung: "Das Bundesland hat eine starke industrielle Basis, und die muss mit bezahlbarer Energie versorgt werden", sagte er der WirtschaftsWoche.

5 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 26.02.2013, 13:35 UhrDer-Sachverstaendige

    Ich bin Ingenieur und Sachverständiger. Das Fracking-Verfahren bricht explosionsartig das Schiefergestein auf. Da Schiefer und Schiefergesteine immer geschichtet sind, werde Risse, insbesondere Haar-Risse, im ganze Gestein erzeut. Es ist absolut unvermeindlich das dadurch die eingesetzte Flüssigkeit auch in des Grundwasser eindringt, und dieses kontaminiert. Ebenso ist es unvermeidlich daß auch das brennbare Gas - vorwiegend Methan - in das Grundwasser eindringt. Die verherenden Folgen für Umwelt und Menschen will ich hier nicht diskutieren, sondern einen Vorschlag zum sicheren Zugriff auf das Gas machen. Diese Möglichkeit besteht darin, daß das gasenthaltene Schiefergestein bergmännisch abgebaut, und das Gas danach in einem geschlossenen System aus dem Gestein gelöst wird. Die Mehrkosten betragen etwa 30 % der Kosten des Frackingverfahren, da keine neuen bergmännischen Techniken entwickelt werden müssen, und somit die sonst anfallenden Entwicklungskosten nicht entstehen.

  • 05.08.2012, 21:04 Uhrshadowdancer

    Fracking ist ein Verbrechen an der Umwelt ! Wer so etwas macht, gehört hinter Gittern ! Was sollen wir mit Gas wenn wir anschließend kein Wasser mehr haben ?

  • 05.08.2012, 18:04 Uhrweissichnicht

    Große Klasse,...

    Fracking wird seit Jahren eingesetzt.
    Das stimmt nur im dichten Tonstein und dort auch noch nicht in vollem Umfang.
    Schiefergas und Kohleflözgas ist komplett neu und wenn die Herren sich mal selbst zuhören würden, müssten sie feststellen, dass jede Lagerstätte eigene Besonderheiten aufweist. So dass eine pauschale Angabe zu den einzusetzenden Chemikalien gar nicht möglich ist.

    Im Prinzip sind diese Chemikalien auch fast egal, denn schon alleine durch den immensen Wasserverbrauch beim Fracking kommt wesentlich mehr Lagerstättenwasser im Gemisch mit Frackfluid während der Förderung nach oben. Dieses muss auch entsorgt werden und der herkömmliche - in alten Bohrungen verpressen - Weg ist bei den Mengen wohl kaum zu bewältigen, ohne auch hier noch neue Verpresstellen aufzumachen. Diese Verpressbohrungen sind auch nur mit erheblichem Langzeit-Risiko zu betreiben.

    Leider versagen die Konzerne, Behörden und Gutachter in ihren Funktionen hier schon seit geraumer Zeit - Siehe RWE DEA / Völkersen.
    http://www.rwe.com/web/cms/de/1260112/rwe-dea-buergerinformation-voelkersen/rwe-dea-ag-buergerinformation-voelkersen

    Warum lässt man das Zeug nicht einfach dort unten, bis man es wirtschaftlich und umweltfreundlich fördern kann? Es gibt überhaupt keine Not jetzt mit dem Quatsch anzufangen. Wahrscheinlich haben sich die fossilen Energieträger auch in ein paar Jahren erledigt, wozu jetzt noch neue baldige "Altlasten" aufmachen?

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