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Frank Asbeck im Interview: "Revolutionäre Entwicklung"

von Dieter Dürand

Frank Asbeck, Vorstandschef der Bonner Solarworld, über konkurrenzfähigen Sonnenstrom, chinesische Wettbewerber und neue Stromspeicher.

Frank Asbeck, Chef der SolarWorld AG Quelle: dpa
Frank Asbeck, Chef der SolarWorld AG Quelle: dpa

WirtschaftsWoche: Herr Asbeck, wann wird Solarstrom in Deutschland so billig sein, dass er sich zu Marktpreisen verkaufen lässt?

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Asbeck: Verbilligen sich die Solar-Anlagen weiterhin jedes Jahr um acht bis zwölf Prozent, und damit rechne ich fest, sind wir 2012 wettbewerbsfähig zum Haushaltsstrom.

Dann kann die staatlich garantierte Vergütung für den eingespeisten Strom wegfallen?

Vorerst brauchen wir sie noch. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz sieht eine jährliche Reduktion um acht Prozent vor, das halte ich für eine vernünftige Größe. Wir können die Anlagen nicht einfach irgendwie zusammenlöten, nur damit sie billig sind. Sie müssen mindestens 20 Jahre Strom produzieren, und die Käufer erwarten zu Recht Qualität für ihr Geld.

Die Zeche zahlen die Stromkunden, die den Solarstrom mit Milliarden subventionieren.

Ich sehe das als Investition in die Zukunft. Wenn wir ein paar Jahrzehnte nach vorn schauen, haben wir nur eine unerschöpfliche Energiequelle: die Sonne. Und Solarstrom ist ideal, um Nachfragespitzen am Tag abzudecken. Dafür brauchen künftig keine teuren Erdgas-Kraftwerke mehr gebaut werden, die heute Nachfrageschwankungen abfangen. Das rechnet sich also auch volkswirtschaftlich.

Die Energieversorger machen eine andere Rechnung auf.

Wundert Sie das? Wenn mehr Haushalte einen Teil ihres Stroms selbst produzieren, können die Kunden nicht mehr gemolken werden. Es ist doch klar, dass Energiekonzerne für ihre Monopole kämpfen.

Und die Solarlobby für ihre Vergütung. Oder haben die Fotovoltaik-Hersteller nicht etwa unter dem Schutzschirm der staatlich garantierten Vergütung Gewinne kassiert, statt die Kostensenkungen an die Kunden weiterzugeben?

In der Branche gab es auch Kriegsgewinnler. Aber Solarworld hat nicht dazugehört. Wir haben uns in der vom Gesetzgeber erwarteten Höhe nach unten gearbeitet.

Aber auch nicht mehr.

In manchen Jahren sehr wohl. Ich muss aber auch sehen, wie ich unsere hohen Ausgaben für Forschung und neue Produktionskapazitäten finanziere. Wenn der Markt bei Erreichen der Netzparität durchstartet, müssen wir die dann nachgefragten Mengen liefern können, sonst geht das Geschäft an uns vorbei. Deshalb brauchen wir einen Geldfluss, mit dem wir das Wachstum finanzieren können. Sonst muss ich den Laden morgen an General Electric oder irgendeinen großen Finanzinvestor verkaufen, und das will ich nicht.

Wo entstehen die neuen großen Märkte?

Im Südosten der USA und in Kalifornien ist Solarstrom schon heute zu manchen Tageszeiten billiger als der Strom aus dem Netz. Spätestens 2012 haben wir dort durchgehend mindestens Parität, und dann rechne ich mit einem jährlichen Zuwachs von zwei Gigawatt. Das entspricht in etwa der Leistung von zwei mittelgroßen Kernkraftwerken. Japan, China und der Rest der Welt werden ebenfalls in dieser Größenordnung zulegen, und auch der Markt in Deutschland ist lange noch nicht ausgereizt. Bis zu 50 Gigawatt können wir hier problemlos zubauen. Das würde zehn Prozent des Strombedarfs abdecken.

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8 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.06.2009, 02:13 UhrAnonymer Benutzer: wiwo-onlineleser01

    interessantes kurzinerview, aber in den kommentaren hat VANDALE wieder zugeschlagen. neben den üblichen tricks(hier vollkostenbetrachtung, da nicht) wird ein aspekt völlig von ihm ignoriert: wir stehen erst am anfang eines neuen energiezeitalters,
    die nutzung von wind und sonne mit ihren ertragsschwankungen
    wird mit neuen speicherungsmöglichkeiten bald bedarfsgerechte stromlieferungen ermöglichen ohne die standby-funktionen über atom-und kohlestrom. SUbVENTiONEN: gibt es ein beispiel wo neue technogogien anfangs ohne klar kommen? (übrigens: steuernachlässe, abschreibungsmöglichkeiten, offentliche aufträge usw. sind auch subventionen)
    NUTZLOSER STROM: sehr interessant, nutzloser strom wird doch von allen einspeisern produziert, ganz einfach weil die energieverbundnetze gefüttert werden müssen, in abhängigkeit
    von der in der jeweiligen situation gegebenem verbrauchsverhalten.
    Schlußbemerkung: Wenn die Ertrags- und bedarfsschwankungen gepuffert werden können(unabhängig ob ökostrom oder nicht),
    rücken auch die kostenbetrachtungen in ein anderes licht, dann lohnt sich die schönrechnerei der resourcenfressenden stromerzeugung nicht mehr.
    UND: es gibt ja noch den klimaschutz oder schon wieder unwichtig wegen der krise? CO2- freie atomkräftwerke gibt es nicht(wenn man die gesamte kette der beschaffung spaltbaren materials betrachtet), so und was die kohle betrifft: mit CCS CO2- freie stromerzeugung mit kohle zu erreichen, ist für mich eine unseriöse vision, es wird auf zeit gespielt
    so richtig weiß ich nicht was die beiträge von VANDALE sollen,
    mit verstaubten argumenten für atomstrom und kohle zu sein,
    aber sie regen zum widerspruch an, sieht man an anderen beiträgen auch(eine bitte VANDALE: bitte nie mal irgendwo einen leitartikel zum thema schreiben, danke !)

  • 05.04.2009, 21:23 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Rueckantwort zu Holger - Nutzen von (Wind, Sonne)Zufallsstrom

    Die Stromverbrauch ist in Deutschland sehr gut einschaetzbar. Wenn man den Wochentag, Feiertag/Ferien, Jahreszeit und Temperatur kennt kann man den Stromverbrauch in Deutschland sehr genau schaetzen. Auf der Homepage des UCTE (Europaeisches Verbundnetz) kann man die Netzlast fuer Deutschland in Stundenintegralen aufrufen. Diese sind unter den o.g. Praemissen weitgehend deckungsgleich.
    Die Wettervorhersage mag ihre Genauhigkeit von 2/3 auf 3/4 verbessert haben. in der Realitaet mag jedoch eine Windflaute statt um 20:00 in der Hochlastzeit um 18:00 beginnen. Wenn dann nicht ausreichend Kraftwerke befeuert in bereitschaft gehalten werden ist ein Netzzusammenbruch die Folge.
    Wenn es die Zwangseinspeisung und das EEG nicht gaebe, so wuerden die Netzbetreiber derartigen Zufallsstrom aus Wind und Sonne weitestgehends meiden, oder allenfalls zu einer angemessenen Verguetung von 1 - 1,5c kaufen.

    Vandale

  • 26.03.2009, 23:18 UhrAnonymer Benutzer: Vandale

    Nachtrag zum Nachtrag

    ich hatte bei dem Vergleich.. das die Einspeiseverguetung fuer Solarenergie das 30-fache der Kosten umweltfreundlichen Stroms aus Kernenergie kostet denselben Fehler wie der Herr Flassbeck begangen. Man moege mir verzeihen!

    Wenn man in den einen oder anderen Solarblog hineinsieht oder die Seite solarkritiker.de aufruft scheinen jedoch viele Solaranlagen trotz der zig-fachen Verguetung gegenueber konventionellen Stroms nicht sehr rentabel zu sein. Somit ist der Fehler viel geringer als der des Herrn Flassbecks.

    Vandale

    Artikel zum Thema Energie www.oekoreligion.npage.de

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