Gegenseitige Dumpingvorwürfe: China eröffnet Anti-Dumping-Verfahren gegen Chemie-Importe aus EU

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Gegenseitige Dumpingvorwürfe: China eröffnet Anti-Dumping-Verfahren gegen Chemie-Importe aus EU

Jetzt werfen sich alle gegenseitig Dumping vor. Brüssel pocht im Streit um billige Solarprodukte auf Strafzölle gegen China. Peking ermittelt seinerseits wegen Dumping bei Chemie-Importen aus der EU.

Der Handelsstreit zwischen China und der Europäischen Union spitzt sich weiter zu. Mitten in der Diskussion um mögliche Strafzölle auf billige Solarimporte aus China kündigte das chinesische Handelsministerium ein Anti-Dumping-Verfahren gegen spezielle Chemie-Importe aus der EU und den USA an.
Die Einfuhr des Lösungsmittels Tetrachlorethen werde untersucht, schrieb die Behörde in einer knappen Mitteilung am Freitag auf ihrer Internetseite. Zwei chinesische Chemiefirmen hätten bereits Ende April einen Antrag auf ein Verfahren gegen die Chemieimporte gestellt, berichtete die Nachrichtenagentur China News Service.

Die wichtigsten Solarmärkte

  • Europa

    2011 verkauften chinesische Hersteller in Europa Solarmodule und Bauteile im Wert von 21 Milliarden Euro. Damit ist Europa der wichtigste Exportmarkt für die chinesische Solarindustrie.

  • USA

    Mit exportierten Solarmodulen und Bauteilen im Wert von 2,4 Milliarden Euro sind die USA für chinesische Hersteller ebenfalls ein wichtiger, aber doch deutlich kleinerer Markt als Europa.

  • China

    China gilt als einer der größten Märkte für erneuerbare Energie. Die Regierung in Peking hat kürzlich angekündigt, statt der bisher veranschlagten 15 Gigawatt Solarleistung bis 2015 rund 21 Gigawatt installieren zu wollen.

Die EU will Solar-Billigimporten aus China einen Riegel vorschieben und die Einfuhr von Solarmodulen dem Vernehmen nach mit einem durchschnittlichen Zollsatz von 47 Prozent belegen. China hatte seinerseits kürzlich eine Anti-Dumping-Untersuchung zu Importen von Stahlrohren aus Europa eröffnet.
In der europäischen Solar-Branche sind die Anti-Dumping-Zölle auf chinesische Solarimporte umstritten: Solaranlagen könnten sich massiv verteuern. Zudem fürchtet Europa Vergeltungsmaßnahmen seitens Chinas. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und der Außenhandelsverband BGA warnten bereits vor einer Eskalation im Handelsstreit mit China.

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Auch unter den EU-Mitgliedsstaaten regt sich Protest gegen die Maßnahmen gegen China. Dem Vernehmen nach sind bis zu 18 EU-Staaten gegen die Sanktionen, die von der Bundesregierung klar abgelehnt werden. Auch EU-Kommissar Günther Oettinger stellt sich gegen Strafzölle: Er sieht nach eigenen Worten darin keine Hilfe für deutsche Unternehmen der Branche. „Es fehlt auf längerer Sicht die internationale Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Oettinger „Focus Online“.

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