Geld: Ökobanken für ein gutes Gewissen

Geld: Ökobanken für ein gutes Gewissen

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Außenansicht des Gebäudes der GLS Bank in Bochum

Banken, die mit Kundengeldern soziale und ökologische Projekte finanzieren, sind gefragt. Was Sparer im Umgang mit Ethik- und Ökobanken wissen sollten.

Größer könnte der Kontrast zu den Großbanken kaum sein. Nicht in Frankfurt am Main oder Düsseldorf befindet sich die Zentrale der GLS Bank, der ältesten sozial-ökologischen Bank der Welt, sondern in einer Nebenstraße am Rand der Bochumer Innenstadt. Statt schicker Bürotürme stehen hier Mehrfamilienhäuser. Und statt auf extravagante Flaneure à la Kö fällt der Blick hier auf das triste Verwaltungsgebäude gegenüber, in der Mitarbeiter des Finanzamts Bochum-Süd ihre Akten wälzen.

Ein bescheidenes Ambiente – doch die Wachstumsraten, die die GLS derzeit meldet, sind so gut, dass die etablierte Konkurrenz nur erblassen kann. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Kunden um 25 Prozent auf 91 000. Die Summe der verwalteten Ersparnisse wuchs um 39 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro. Das ist deutlich mehr, als viele Sparkassen oder Volksbanken auf dem Land verwalten. Die Atomkatastrophe in Japan hat den Trend weiter beschleunigt: „Allein im März entschieden sich rund 2000 Sparer für unsere Bank“, sagt GLS-Chef Thomas Jorberg.

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Wachsende Konkurrenz

Auch andere Öko- und Sozialbanken melden hohe Zuwächse: Die Einlagen bei der Nürnberger Umweltbank, die inzwischen 86 000 Kunden hat, legten 2010 um 18,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Die Ethikbank aus Thüringen verbuchte ein Plus von 23 Prozent auf 107 Millionen Euro. Der Gedanke, dass ihre Ersparnisse in Form von Krediten an Biobauernhöfe, Solarparks oder Kinderheime fließen, gefällt immer mehr Sparern.

Verglichen mit den Branchengrößen, findet all das auf niedrigem Niveau statt – allein die Commerzbank hat in Deutschland elf Millionen Privatkunden. Doch angesichts der hohen Wachstumsraten argwöhnen erste Konkurrenten, dass sozial-ökologische Institute die Bankenlandschaft genauso aufmischen könnten wie einst die Grünen das Parteiensystem. Schließlich haben auch die als Splitterpartei angefangen – und denken jetzt über einen Kanzlerkandidaten nach.

Als Politiker wäre GLS-Chef Jorberg eine glatte Fehlbesetzung. Er ist keiner für populistische Häppchenantworten und TV-Gequassel. Seine Miene ist ernst, die Stirn hoch, die Augen wach. Jorberg denkt über Fragen gründlich nach, antwortet leise und sachlich. Hier sitzt ein Banker vom alten Schlag. Einer, der Kreditanträge prüft und nicht mit riskanten Derivaten zockt.

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