Green Economy: Die nachhaltigsten Unternehmen der Welt

Green Economy: Die nachhaltigsten Unternehmen der Welt

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Geberit-Chef Albert Baehny

von Dieter Dürand

Der Schweizer Sanitärhersteller Geberit ist das nachhaltigste Unternehmen der Welt. Das Beispiel zeigt, wie sich Unternehmen streng sozial und ökologisch verhalten – und dennoch profitabel sein können.

Ausgerechnet beim Ökopionier sieht es überhaupt nicht nach Öko aus. Am nordöstlichen Ende des Zürichsees, im Örtchen Jona, drängen sich die weiß-grauen Produktionshallen des Sanitärherstellers Geberit gen Ufer, schlicht und funktional. Auf den Dächern der Hallen aber reckt sich keine Fotovoltaikanlage gen Himmel. Kein Teich reinigt die Fabrikabwässer biologisch. Keine Pflanzenwelt mit Wasserfall klimatisiert die Büros der Firmenzentrale. Dabei wären das die üblichen Prestigeprojekte, mit denen Unternehmen gern ihre grüne Fortschrittlichkeit demonstrieren.

Geberit verzichtet auf solche Symbolik. Und doch haben die Analysten von Oekom Research den Konzern, der vergangenes Jahr rund 1,7 Milliarden Euro mit Toilettenspülungen und Abwassersystemen umsetzte, unter 3000 Kandidaten zum nachhaltigsten Unternehmen der Welt gekürt. Geberit ist damit Sieger eines Rankings, das Oekom exklusiv für die WirtschaftsWoche Green Economy erstellt hat.

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Oekom zählt zu den führenden Ratingagenturen für nachhaltige Investments. Zu den Kunden der Münchner gehören unter anderem Großbanken wie UniCredit, BNP Paribas und Deutsche Bank. Für sie alle wird die Frage relevanter: Welche Unternehmen verschwenden knapper werdende Ressourcen? Auf wen kommen deshalb künftig höhere Kosten zu? 

Zwei Spitzenplätze für Deutschland

Für die Wahl der Unternehmen, die in ihrer Branche weltweit die höchsten Umwelt- und Sozialstandards einhalten, bewertet Oekom rund 100 Kriterien – von der Ökoeffizienz über die Kontrolle der Zulieferer bis hin zur Einhaltung von Arbeitsrechten.

Zu den Überraschungen der exklusiven Rangliste gehört, dass mit Henkel und BASF nur zwei deutsche Unternehmen Spitzenplätze belegen. Das relativiert die Selbsteinschätzung der deutschen Wirtschaft, führend bei Umweltschutz und Sozialleistungen zu sein. Dagegen stehen gleich fünf britische Unternehmen ganz oben auf dem Podest, darunter der Pharmariese GlaxoSmithKline, der Versicherer Standard Life und der Telekommunikationskonzern Vodafone.

Doch kein Unternehmen ist nach dem Urteil von Oekom-Vorstand Matthias Bönning so konsequent vorgegangen wie Geberit: „Die Schweizer haben ihre Nachhaltigkeitsstrategie auf jeder Ebene nachprüfbar in ihre Unternehmenssteuerung integriert“, sagt Bönning. „Sozial und umweltverträglich zu handeln ist dort tägliche Praxis und nicht grüne Salbe.“

Das ist Lohn für klare Werte. Pure Symbolik schade und bringe einem schnell den Ruf des „Grünwaschens“ ein, sagt Geberit-Vorstandschef Albert Baehny. Die Überlegung, Sonnenenergie am Zürichsee zu erzeugen, war für Baehny daher nie ein Thema. Solarstrom, glaubt er, solle man dort gewinnen, wo die Sonne häufiger scheint als in der Schweiz. Sein Unternehmen habe die Verpflichtung, Produkte zu entwickeln, die den Menschen nutzen und der Welt nicht schaden.

Das stärkt das Image und senkt zudem Kosten und Risiken. Auf diese Weise zahle sich eine nachhaltige Unternehmensführung auch wirtschaftlich aus.

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