Großmanns letzter Auftritt: RWE-Gewinn bricht ein

ThemaRWE

Großmanns letzter Auftritt: RWE-Gewinn bricht ein

Bild vergrößern

Für Jürgen Großmann rückt die letzte Bilanz-Pressekonferenz in seiner Eigenschaft als RWE-Chef näher

von Andreas Wildhagen

Der scheidende RWE-Chef Jürgen Großmann musste schlechte Zahlen verkünden. Währendessen hält sein Nachfolger die Zügel bereits in der Hand.

Im betagten „Mehrzwecksaal“ des Wattikan, so wird in Essen der Altbau der RWE-Zentrale genannt, ist großes Kino. Der umstrittene Noch-RWE-Chef Jürgen Großmann, aktiver Verfechter von Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke, zieht Bilanz für das Jahr 2011, das Jahr von Fukushima, das Jahr der abrupten deutschen Energiewende. Neben ihm sitzt Peter Terium, sein designierter Nachfolger. Denn Großmanns Vertrag wird nicht verlängert.

Gewinn 2011 eingebrochen

Anzeige

RWE ist von der Energiewende der Bundesregierung hart getroffen worden. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ist um 17,5 Prozent auf 8,460 Milliarden Euro gefallen. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis ist um 33,9 Prozent auf 2,479 Milliarden Euro geschrumpft. 2012 und 2013 soll das betriebliche Ergebnis unter Berücksichtigung der Beteiligungsverkäufe auf dem Niveau von 2011 bleiben. Das nachhaltige Nettoergebnis solle ebenfalls stabil bleiben.

Ein Ersatz für die wegfallende Gewinne aus der Kernkraft ist weit und breit nicht in Sicht. Die Offshore-Technik des Windradstroms braucht enorme Kapitalmengen, um realisiert zu werden. RWE stellte bisher für die erneuerbare Energien jährlich über eine Milliarde Euro zur Verfügung.

Doch das reicht bei weitem nicht aus. Die Ergebniszahlen des Konzerns sind überschattet von der Frage, wann die Stromnetze endlich so ausgerüstet sind, dass sie den Windstrom vom hohen Norden in den industrialisierten Süden transportieren können. Der Netzbetreiber Tennet fordert wegen der ungeklärten Lage ein stärkeres Engagement des Staates in den Netzausbau. Im Jahr 13 der Liberalisierung wird also wieder der Ruf nach dem Staat lauter.

Auf dem zurzeit sehr chaotischen Energiemarkt, in dem es vor allem an Entscheidungen in der Politik aber auch in den Unternehmen fehlt, wie der Ausstieg aus der Kernenergie für ein Industrieland wie Deutschland zu bewerkstelligen ist, ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Die schlechte wirtschaftliche Lage in Südeuropa führt auf dem ganzen Kontinent zu erheblichen Überkapazitäten.

Die Strompreise sinken. Ausgerechnet bei der CO2-trächtigen Braunkohle verdient RWE gutes Geld, weil auch die Emissionskosten zur Zeit niedrig sind. Aber Braunkohle ist auch keine Zukunftsenergie mehr, der hohe CO2-Ausstoss verhindert die Erreichung der ehrgeizigen Klimaziele, auf die sich die Bundesregierung in Brüssel verpflichtet hat.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%