Grüner Strom: Die Solarindustrie ist tot, es lebe die Windkraft

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Grüner Strom: Die Solarindustrie ist tot, es lebe die Windkraft

von Mario Brück, Matthias Kamp und Rebecca Eisert

Turbinen surren, Rotoren kreisen - bei Deutschlands Windriesen brummt das Geschäft. Ist der Aufschwung von Dauer oder bleibt es beim Sturm im Wasserglas?

Endlich gibt es gute Neuigkeiten. Nach den Jahren der Pleiten auf dem Sektor der Erneuerbaren Energien - die Gewinne der Solarunternehmen schmolzen dahin wie Eis in der Sonne - gehen die Meldungen über das Wachstum in der Windkraftbranche runter wie Öl. Zwar kann noch lange keine Rede davon sein, dass die Probleme bei der Anbindung der Windparks auf hoher See gelöst sind, doch die Kennzahlen der wichtigsten deutschen Windkraftanlagenbauer stimmen optimistisch: Siemens meldet steigende Auftragseingänge, Nordex will 2013 zehn bis zwanzig Prozent mehr Umsatz machen und auch Enercon glaubt, 2013 an das erfolgreichste Jahr der Firmengeschichte anknüpfen zu können.

Die große Frage lautet: Ist die Freude von Dauer? Die schmerzvollen Erfahrungen aus der Photovoltaikbranche - einer Sparte die hochgeputscht und aufgepumpt von Subventionen schließlich krachend in sich zusammenbrach - sind in noch allzu guter Erinnerung. Kann der Windkraftbranche ähnliches drohen? Jein, meinen Experten. Kürzlich hat das Beratungsunternehmen Roland Berger eine Studie zum Offshore-Markt - also jener Sparte der Windkraft, die Parks auf dem Meer installiert. Das Fazit: Das weltweite Investitionsvolumen für Offshore-Windenergie wird bis 2020 auf etwa 130 Milliarden Euro wachsen. Gerade in Europa ist die Politik ehrgeizig: Bis dahin soll Windenergie zwölf Prozent des Strombedarfs decken. Das Beratungshaus geht davon aus, dass dann eine Offshore-Kapazität von 40 Gigawatt - also rund der Leistung von 40 konventionellen Kraftwerken – installiert sein wird. Das ist die gute Nachricht.

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Kosten müssen runter

Die schlechte: Die Branche steht vor großen Problemen. Die Windparks werden immer größer, stehen in immer tieferen Gewässern und immer weiter von den Küsten entfernt. Das macht die Projekte zunehmend komplexer und teurer. Ganz abgesehen davon, dass noch hat kein Unternehmen Langzeiterfahrungen mit den Turbinen auf hoher See hat. Weitere noch ungeahnte Kosten können auf Hersteller wie Betreiber zukommen. In der Summe bedeutet das: Um gegenüber anderen Energieformen wettbewerbsfähig zu werden, muss die Offshore-Industrie die Energiegewinnungskosten deutlich reduzieren.

Eine Möglichkeit sind größere Windparks. Während Offshore-Windparks, die sich bereits in Betrieb befinden, eine durchschnittliche Kapazität von rund 200 MW haben, liegt die Kapazität von neu genehmigten Windparks mittlerweile bei rund 340 MW. "Dieser Trend zu größeren Windparksund größeren Anlagen hilft, die Gestehungskosten weiter zu senken", sagt Marcus M. Weber, Partner von Roland Berger Strategy Consultants.

Viele Unternehmen haben im Zuge der Energiewende auf den Ausbau der On- und Offshoreparks gesetzt. Bei Siemens sollte das Geschäft mit der Windenergie ein tragender Pfeiler des Konzerns werden. So hatte es Vorstandschef Peter Löscher geplant. Doch auch der Österreicher hat die Komplexität unterschätzt.

Siemens setzt auf große Turbinen

Wohl schon vor zwei Jahren hat Siemens-Chef Peter Löscher geahnt, was aus dem Solargeschäft des Technologieriesenwerden würde: nichts. Damals nämlich trennte er die Geschäftseinheiten Solar und Wind voneinander. Vor allem mit dem Ziel, künftig alle Energie auf den Ausbau des Geschäfts mit Windkraftanlagen zu verwenden. Das Solargeschäft steht seit Anfang des Jahres zum Verkauf.

Doch auch in der Sparte Windenergie läuft längst nicht alles rund. Zwischen Januar und März schrumpfte der Umsatz um 19 Prozent auf 1,05 Milliarden Euro. Die Ergebnismarge hat sich glatt von zehn auf fünf Prozent halbiert. Immerhin einen Hoffnungsschimmer gibt es: Der Auftragseingang im Windgeschäft kletterte in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres von 568 Millionen Euro auf 3,29 Milliarden Euro.

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