Handelskrieg: Solarzoll-Irrsinn geht in die zweite Runde

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Handelskrieg: Solarzoll-Irrsinn geht in die zweite Runde

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Einfuhr unerwünscht - auf chinesische Solarmodule gelten in den USA nun Strafzölle von bis zu 250 Prozent. Die EU prüft, ob sie ähnlich hart gegen Billigimporte vorgehen soll. Ob der Branche damit wirklich geholfen ist, bleibt fraglich.

von Rebecca Eisert

Die USA gehen mit massiven Strafzöllen gegen chinesische Solarzellen vor. Die Entscheidung setzt die europäische Kommission gehörig unter Druck.

Vor wenigen Wochen erschütterten die Nachrichten über Pleiten und Insolvenzen in der Solarbranche Deutschland noch. Jetzt ist es ruhiger geworden. Einige Unternehmen wie etwa Sovello sind vom Markt verschwunden, andere wie Q-Cells haben neue finanzkräftige Eigentümer, wieder andere wie Conergy scheinen sich langsam aus eigener Kraft zu erholen. Der Markt hat sich gesund geschrumpft.

Doch die Ruhe in der Branche ist trügerisch. Die großen Umbrüche stehen noch bevor. Die Entscheidung des US-Handelsministeriums Solarzellen- und module aus China mit Einfuhrzöllen zwischen 18 und 250 Prozent zu belegen, wird weitreichende Folgen auch für Europa haben.

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Wen die US-Solarzölle am härtesten Treffen

  • Trina

    Das chinesische Unternehmen Trina muss statt bisher 4,73 Prozent nun rund 16 Prozent Antidumpingzoll auf seine Waren zahlen.

  • Suntech

    Suntech, größter Hersteller von Solarmodulen, muss statt bisher 2,9 Prozent nun 15 Prozent Strafzoll entrichten.

  • Wie viel die anderen zahlen

    Weitere Unternehmen, die nicht namentlich genannt wurden, müssen 15 Prozent Strafzoll bezahlen. 26 Prozent Strafzoll geht auf Produkte weiterer 59 Hersteller.

  • Der Höchstzoll

    250 Prozent - dieser Höchstzoll gilt für alle weiteren Hersteller, auch solche Firmen, die vom chinesischen Staat kontrolliert werden.

Die Anti-Subventionszölle gehen auf eine Petition von sieben amerikanischen Solarunternehmen zurück, die Klage bei der US-Behörde eingereicht hatten. Zu den Unterzeichnern zählt auch die amerikanische Tochter des deutschen Solarunternehmen Solarworld. Der Kurs des Bonner Unternehmens reagierte prompt auf die Nachrichten aus den USA. Das hat der Konzern auch dringend nötig, denn hierzulande kämpft Solarworld mit tiefroten Zahlen. Die USA sind einer der wichtigsten Märkte für Hersteller von Solarzellen.

Der Chef der Solarworld-US-Tochter Gordon Brinser kommentierte den Beschluss gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg mit den Worten: „Durch die Entscheidung des Handelsministeriums hat die Industrie wieder die Chance, ihre Position gleichberechtigt zurückzuerobern.“ Ob diese Rechnung so aufgeht, bleibt abzuwarten.

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