Hauptversammlung: EnBW macht sich Mut für die Energiewende

Hauptversammlung: EnBW macht sich Mut für die Energiewende

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Rückläufige Strompreise und nicht mehr profitable Kraftwerke machen dem Energieversorger EnBW zu schaffen.

Der Stromversorger EnBW rechnet nicht mit einer schnellen Entspannung bei der angespannten Ertragslage. Firmenchef Mastiaux stellt seine Strategie bis 2020 vor und fordert von der Politik eine Lösung für unrentable Kraftwerke.

Der Energiekonzern EnBW fordert von der Politik eine vollständige Erstattung der Kosten, die aus Gründen der Versorgungssicherheit beim Weiterbetrieb unrentabler Kraftwerke entstehen. „Die fehlende Wirtschaftlichkeit der konventionellen Erzeugung ist momentan das drängendste Problem der Energiewende“, sagte Vorstandschef Frank Mastiaux am Dienstag auf der Hauptversammlung in Karlsruhe. Hierfür müsse sehr schnell eine Lösung gefunden werden.

EnBW will vier unrentable Kohlekraftwerke vom Netz nehmen - dies hat die Bundesnetzagentur für Kraftwerksblöcke in Marbach und Walheim aber untersagt, weil die Anlagen nach dem Aus für zwei Atomkraftwerke im Südwesten als „systemrelevant“ eingestuft wurden. Bei zwei weiteren unrentablen Kohleblöcken wird die Systemrelevanz noch geprüft.

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Die rückläufigen Strompreise im Großhandel machen allen Energieversorgern zu schaffen - im vergangenen Jahr sind sie um 20 Prozent gesunken. „Eine Besserung der Marktsituation ist im laufenden Geschäftsjahr nicht in Sicht“, sagte Vorstandschef Frank Mastiaux. „Wir gehen davon aus, dass die negative Entwicklung bei Großhandelsmarktpreisen und Kraftwerksmargen anhält.“

Die EnBW Energie Baden-Württemberg AG erwartet für dieses Jahr eine Ertragslage, die „auf Vorjahreshöhe bis maximal fünf Prozent darunter“ liegt. Mastiaux bezog dies auf das um Sonderbelastungen - etwa Rückstellungen für den Ausstieg aus der Kernenergie - bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda). Diese Kenngröße ging 2013 um 5,3 Prozent auf 2,22 Milliarden Euro zurück. Unterm Strich blieb nur noch ein kleiner Überschuss von 51 (Vorjahr: 484,2) Millionen Euro, bei einem Umsatzplus von 6,3 Prozent auf 20,5 Milliarden Euro.

Eine rückläufige Ergebnisentwicklung erwartet EnBW bei Stromerzeugung und Handel (bis zu minus fünf Prozent) sowie im Geschäft mit Energienetzen (minus 5 bis 15 Prozent). Im Vertrieb von Gas, Strom und anderen Produkten erwartet der Konzern ein Plus von 10 bis 20 Prozent, das Geschäft mit erneuerbaren Energien soll um 5 bis 15 Prozent zulegen. „Dazu werden neue Onshore- und Offshore-Windprojekte beitragen“, sagte Mastiaux.

Der Hauptversammlung wurde eine im Vergleich zum Vorjahr (0,85 Euro) reduzierte Dividende von 69 Cent je Aktie vorgeschlagen. „Angesichts des anfallend schwierigen Umfelds wollen wir die innere Finanzierungskraft des Unternehmens stärken“, begründete Mastiaux die Dividendenkürzung.

Der Vorstandschef warb bei den Anteilseignern - mehr als 90 Prozent des Kapitals liegen in öffentlicher Hand - um Vertrauen für seinen Kurs, der das Unternehmen bis 2020 „von Kopf bis Fuß verändern“ soll. Dazu gehört der Abschied von der bisherigen Holding-Struktur. Die neue EnBW sei schlanker aufgestellt und werde deutlich „entkonzernt“, sagte Mastiaux.

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Noch mehr verändern wird sich aber der Geschäftsbetrieb des Unternehmens. Nach der Abschaltung von Atomkraftwerken und der angestrebten Stilllegung veralteter Kohlekraftwerke sollen vor allem Wind und Wasser zu Säulen der Stromerzeugung werden. Mastiaux nannte den zweiten Ostsee-Windpark Baltic 2 mit einer Leistung von 288 Megawatt, deren erste Turbinen in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Allerdings gab es in den Reihen der Aktionäre auch kritische Fragen, ob sich EnBW langfristig nicht von der Stromproduktion verabschieden wird. In Mastiaux' Strategie nehmen auch Dienstleistungen rund um die intelligente Stromversorgung für private Haushalte unter dem Stichwort „Smart Home“, Ladestationen für Elektrofahrzeuge oder die Anbindung an das Breitband-Internet einen wichtigen Platz ein.

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