Hauptversammlung: EnBW sucht neue Geschäfte

Hauptversammlung: EnBW sucht neue Geschäfte

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Bei der Hauptversammlung schenkte der neue EnBW-Chef Frank Mastiaux den rund 1.000 versammelten Aktionären reinen Wein ein.

von Andreas Wildhagen

Energieversorger aus Baden-Württemberg erleidet Rückschläge im Stromgeschäft. Hauptversammlung in Karlsruhe.

Der neue EnBW-Chef Frank Mastiaux schenkt den rund 1.000 in Karlsruhe versammelten Aktionären reinen Wein ein: "Das Energiegeschäft wandelt sich tiefgreifend. EnBW wird es auch tun." Sehr viel Einfluss haben die Kleinaktionäre bei EnBW nicht. Das Unternehmen wird vor allem von zwei Großaktionären beherrscht: Das Land Baden-Württemberg und der kommunale Zweckverband OEW, die oberschwäbischen Kommunen. Beide zusammen halten mehr als 90 Prozent der Anteile.

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EnBW spürt nach den Worten von Mastiaux die schwieriger gewordenen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Immerhin erwirtschaftet die EnBW wieder Gewinne. Das Ergebnis Ebitda (vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen) lag im vergangenen Geschäftsjahr mit rund 2,3 Milliarden Euro allerdings um 4,3 Prozent unter dem Vorjahreswert. Zwei Atomblöcke von vieren sind abgeschaltet. Das reißt tiefe Spuren in der Bilanz: So belief sich das operative Ergebnis im Geschäftsfeld Stromerzeugung und Handel im Jahr 2012 auf rund 1,3 Milliarden Euro. Dies sind über 700 Millionen Euro oder 36 Prozent weniger als noch im Jahr 2010, rechnete Mastiaux den Aktionären vor.

EnBW nach 20 Monaten Energiewende

  • Umsatz

    Der Umsatz von EnBW entwickelt sich leicht positiv. Der Konzern legte zwischen 2010 und 2012 von 18,76 auf auf 19,25 Milliarden Euro zu.

  • Konzernüberschuss

    Der Konzernüberschuss nahm von 2010 auf 2011 von einer Million Euro auf minus 800.000 Euro ab. 2012 liegt er immerhin wieder bei plus 473 Millionen Euro.

  • Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen

    Der Gewinn vor Steuern und Zinsen und Abschreibungen nahm zwischen 2010 und 2012 von 3,3 Millionen auf 1,8 Millionen Euro ab.

  • Nettoverschuldung Ebitda

    Der Wert fiel zwischen 2010 und 2012 von 8,7 auf 8,0.

  • Anteil abgeschalteter & noch abzuschaltender Atomkraftwerke

    EnBW hat bereits Kraftwerke, die einem Anteil von 12,5 Prozent an der Gesamtstromkapazität des Konzerns entsprechen, abgeschaltet. Es stehen noch Abschaltungen in einem Umfang von 20,2 Prozent an der Gesamtstromkapazität aus.

  • Anteil Gas an Stromerzeugung

    Zu diesem Bereich macht EnBW leider keine Angaben.

  • Anteil Steinkohle an Stromerzeugung

    Für die Jahre 2010 und 2011 machte EnBW leider keine Angaben. Im Jahr 2012 lag der Anteil bei 20 bis 25 Prozent.

  • Anteil Braunkohle an Stromerzeugung

    Für diesen Bereich macht EnBW leider keine Angaben.

  • Anteil Erneuerbare an Stromerzeugung

    EnBW steigerte den Anteil der erneuerbaren Energie zwischen 2010 und 2012 von 10,5 auf 12,1 Prozent.

  • Anteil Wind an Stromerzeugung

    Der Anteil der Windkraft lag in den beiden vergangenen Jahren bei 0,01 Prozent.

  • Unternehmenswert

    Der Unternehmenswert von EnBW entwickelte sich negativ und nahm von 10,2 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 8,4 Milliarden Euro im Jahr 2012 ab.

  • Fazit

    EnBW hat durch den plötzlichen Wegfall der Atomkapazität hohe Verluste erlitten. Zeitgewinn durch Strategiedebatte.

Um den Abschmelzungsprozess aufzuhalten, hat Mastiaux ein Programm "EnBW 2020" gestartet. Es sollen neue Geschäftsfelder und Gewinnquellen ausgemacht werden. Im Sommer will Mastiaux früheren Planungen zufolge mit ersten Ergebnissen der Arbeitsgruppen aufwarten. Fest steht: EnBW soll dienstleistungsorientierter und kundennäher werden. Was das genau heißt, dieses Geheimnis wird erst in den nächsten Monaten gelüftet.

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Mitten hinein in diesen Häutungs- und Selbstfindungsprozess der EnBW platzte vor Wochen eine Razzia in den Geschäftsräumen des Versorgers. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte auch Privathäuser ehemaliger  EnBW-Manager, um Licht in die Geschäfte der EnBW mit dem russichen Lobbyisten Andrej Bykow zu bringen. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass EnBW-Manager Bykow geschmiert haben sollen, um an lohnende Gaslieferverträge in Russland heranzukommen.

Bisher konnte dieser Verdacht aber nicht erhärtet werden.

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