Hauptversammlung: RWE hält den Ball flach

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Hauptversammlung: RWE hält den Ball flach

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Auf der Hauptversammlung hat der Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns, Peter Terium, seine Aktionäre auf schwere Zeiten eingestimmt.

von Andreas Wildhagen

Auf der Hauptversammlung gibt Konzernchef Peter Terium eine eher düstere Prognose. Die Aktie gab angesichts dieser eher depressiven Aussichten am Morgen um zwei Prozent nach.

Es ist seit langem die Strategie von Peter Terium, Vorstandschef des zweitgrößten deutschen Stromversorgers RWE, einen sehr verhaltenen Ausblick der Geschäftstätigkeit zu geben, Erwartungen der Aktionäre zurückzuschrauben. Ab 2013, so seine Botschaft, werden die Gewinne bei RWE schrumpfen, weil sich die Investitionen in Erneuerbare Energien nach der Energiewende langsamer zurückverdienen lassen als geplant. Ungeklärte Fragen der Netzanbindung, der Offshore-Technik auf hoher See und die niedrige Auslastung von Steinkohlekraftwerken machen das Energiegeschäft zu einem Sanierungsfall.

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RWE nach 20 Monaten Energiewende

  • Umsatz

    RWE konnte den Umsatz zwischen 2010 und 2012 bei 52 bzw. 53,2 Milliarden Euro stabil halten.

  • Konzernüberschuss

    Der Konzernüberschuss fiel beträchtlich von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 5,8 Milliarden Euro im Jahr 2011. 2012 gelang es RWE seine betriebliches Ergebnis = Konzernüberschuss wieder zu verbessern und weist 6,4 Milliarden Euro aus.

  • Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen

    Der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen (Ebitda) fiel von 10,3 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 9,3 Milliarden Euro im Jahr 2012. 2011 lag er bei 8,5 Milliarden Euro.

  • Nettoverschuldung Ebitda

    Der Wert stieg zwischen 2010 und 2012 von 29,0 auf 34,2.

  • Anteil abgeschalteter & noch abzuschaltender Atomkraftwerke

    Die bereits abgeschalteten Kraftwerke entsprechen 7,3 Prozent der Gesamtstromkapazität von RWE. Weitere 9,9 Prozent stehen aus.

  • Anteil Gas an Stromerzeugung

    Der Gasanteil sank von 22 Prozent auf 18 Prozent im Jahr 2012.

  • Anteil Steinkohle an Stromerzeugung

    Steinkohle hat bei RWE an Bedeutung verloren, der Anteil sankt von 29 Prozent im Jahr 2010 auf 26 Prozent im Jahr 2012.

  • Anteil Braunkohle an Stromerzeugung

    Braunkohle hat an Bedeutung gewonnen. Der Anteil liegt nun bei 36 Prozent - 2010 waren es noch 31 Prozent.

  • Anteil Erneuerbare an Stromerzeugung

    RWE hat den Anteil der erneuerbaren Energie von 4 Prozent im Jahr 2010 auf 5,1 Prozent im Jahr 2012 gesteigert.

  • Anteil Wind an Stromerzeugung

    Für diesen Bereich macht RWE leider keine Angaben.

  • Unternehmenswert

    Der Börsenwert fiel von 28 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 19,1 Milliarden Euro im Jahr 2012. Immerhin hat sich RWE im Vergleich zu 2011 wieder deutlich verbessert (2011: 16,5 Milliarden Euro).

  • Fazit

    RWE ist stark verschuldet. Der hohe Braunkohleanteil bei der Verstromung verhindert den Gewinnabsturz.

Die Aktie gab angesichts dieser eher depressiven Aussichten heute Morgen um zwei Prozent nach. Doch viele Anleger glauben auch an RWE, weil der Konzern stets eine satte Dividende von drei Euro und mehr ausschüttet. Die Kommunen, mit 25 Prozent größter Anteilseigner von RWE, verlangen das so, um ihre Haushalte zu stabilisieren. Der Privatanleger profitiert auch davon.

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Außerdem nehmen viele Aktionäre die Moll-Töne von Terium denn doch nicht so ganz ernst. Schließlich ist RWE der Konzern mit der geringsten Abhängigkeit vom Atomstrom, der 2022 nach dem Willen der Politik in Deutschland abgeschaltet wird. Die früher als Dreckschleudern gescholtenen Braunkohlekraftwerke von RWE sind nun auf einmal die einzigen Kraftwerke, die reibungslos die Grundlastversorgung übernehmen können, als die Produktion von Strom auf Höchstlast rund um die Uhr, die vor allem die deutsche Großindustrie (Stahl, Chemie, Automobilbau) dringend benötigt.

Das heißt, für RWE gibt es auch bei reduzierten Gewinnen eine wohl solide Basis der Zukunftssicherung und eine Dividendenzahlung, die "mindestens oberhalb der Marke 2 Euro bleibt", wie eine Analyst die Lage beurteilt. Auf dieser Grundlage kann es geschickt sein, den Ball flach zu halten, die Zukunft in Grautönen zu malen, um die Politik zu einer Umkehr der abrupten Energiewende zu bewegen.

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