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Hauptversammlung: Solarworld muss sparen

von Rebecca Eisert

Die Freude über den Beschluss der US-Handelsbehörde, chinesischen Solar-Importen Strafzölle aufzubrummen, scheint schon ein wenig verflogen. Solarworld kündigte Sparmaßnahmen und Entlassungen an.

Die EU droht der mächtigen Solarbranche Chinas mit Strafzöllen. Im September 2012 eröffnete die EU-Kommission ein Antidumping-Verfahren zu Einfuhren chinesischer Hersteller. Wegen des hohen Wertes der Importe von 21 Milliarden Euro pro Jahr ist der Fall beispiellos. Wie verschiedene Medien berichten scheinen sich die Beamten nun auf eine Einfuhrzoll von 47 Prozent auf Solarpaneele geeinigt zu haben. Schon ab dem 5. Juni 2013 könnte er erhoben werden. Chinas Hersteller protestieren gegen die Abgabe und werfen der EU Protektionismus vor.

Bild: dpa

Gerade erst konnte sich Solarworld-Chef Rank Asbeck noch so richtig freuen. Vergangenen Donnerstag verhängte das US-Handelsministerium Strafzölle gegen chinesische Solarmodule. Asbeck hatte die Klage gemeinsam mit anderen Solarunternehmen in den USA eingereicht. Mit Erfolg. Auf chinesische Importe gilt nun ein Strafzoll zwischen 31 und 250 Prozent, im Oktober wird die Behörde den Beschluss wohl endgültig umsetzen. Asbeck konnte also sehr zufrieden mich sich sein.

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Strafzölle sind grundsätzlich der falsche Weg

"Die vorläufige Entscheidung ist ein wichtiger Schritt, um wieder fairen Wettbewerb auf dem amerikanischen Solarmarkt herzustellen. Sie stellt das Minimum dessen dar, was nötig ist, um die unfairen Praktiken Chinas zu kompensieren", teilte Solarworld-Sprecher Milan Nitzschke der WirtschaftsWoche Online auf Anfrage mit. Der Aktienkurs des angeschlagenen Solarkonzerns reagierte positiv auf die Meldung aus den USA - doch ob die Zölle langfristig taugen, der angeschlagenen Solarbranche wieder auf die Füße zu helfen, bezweifeln Experten und Branchenkollegen. Wolfgang Hummel vom Zentrum für Solarforschung in Berlin: "Für den US-Markt schließen wir negative Effekte, auch für Solarworld nicht aus. Die ansteigende Nachfrage in den USA ist auch durch den bisherigen Preisverfall getrieben. Zölle sind kurzsichtig und beschwören im übrigen die Gefahr von Gegenmaßnahmen herauf." Solon und auch Conergy hatten sich der Initiative von Solarworld in den USA bewusst nicht angeschlossen. Man halte Strafzölle grundsätzlich nicht für den richtigen Weg, sagten Sprecherinnen beider Unternehmen gegenüber WirtschaftsWoche Online.

Sparen durch Personalabbau

In der aktuellen Situation kann Solarworld jedenfalls nicht auf die Effekte des Strafzolls bauen. Auf der Hauptversammlung am Mittwoch kündigte Konzernchef Asbeck Sparmaßnahmen an, um im anhaltenden Preiskampfs in der Photovoltaik-Branche zu überleben. Es werde Einsparungen in der Logistik und der Produktion geben, teilte er den Aktionären mit. "So ist es möglich, bis zu zehn Prozent des Personals zu reduzieren, wozu auch Leiharbeiter gehören.“ Entlassung werden also wohl nicht mehr lange auf sich warten lassen. Aktuell beschäftigt Solarworld 3300 Mitarbeiter, davon 2200 am ostdeutschen Produktionsstandort Freiberg.

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