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Heiztechnik: Raus aus der Energiefalle

von Thomas Kuhn

Eis-Winter und Ölpreisanstieg treiben die Energiekosten drastisch hoch. Doch mit innovativer Technik, Minikraftwerken, Erd- und Sonnenwärme können Hausbesitzer die Kosten mehr als halbieren und dem Preisdiktat der Versorger entgehen.

Energie sparen: Nicht nur Quelle: AP
Energie sparen: Nicht nur durch geringere Temperatur Quelle: AP

Der Schock kommt per Post. Denn wenn in den kommenden Wochen - nach dem aktuellen Eis-Winter und dem Ende dieser Heizperiode - die Energie-Jahresabrechnungen in den Briefkästen landen, drohen deftige Nachzahlungen. Mietervereinigungen rechnen wegen des strengen Winters mit Aufschlägen von bis zu 30 Prozent bei den Energiekosten. Und Hausbesitzer wird es nicht minder hart treffen.

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Gerade Immobilieneigner stellen sich daher immer öfter die Frage, ob sich Wärme, Duschwasser oder Strom zu Hause nicht kostengünstiger und umweltschonender erzeugen lassen? Denn 80 Prozent ihrer Energieausgaben zahlen private Haushalte für Heizung und Warmwasser, so die Deutsche Energie-Agentur. „Es gibt einen ausgeprägten Wunsch nach Autarkie“, sagt Dirk Mobers, der oberste Experte für energieeffizientes und solares Bauen bei der Energie Agentur Nordrhein-Westfalen.

Da ist der nahende Frühling die perfekte Zeit, sich gegen ausufernde Energiekosten zu wappnen. Dabei ist, neben der wirksamen Dämmung des Hauses, der Austausch der betagten Heizung gegen ein effizientes Sparmodell besonders lohnend. Pünktlich zum nächsten Winter steht die Sparvariante dann im Keller.

Innovationsschub der Heiztechnik-Hersteller

Und wer neu baut oder renoviert kommt an innovativer Energietechnik fürs Eigenheim ohnehin nicht mehr vorbei. Der Grund: Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt die Nutzung regenerativer Quellen in neuen Gebäuden vor – egal, ob sie selbst bewohnt oder vermietet werden. Fällt die Wahl auf einen Sonnenkollektor, muss der mindestens 15 Prozent des jährlichen Energiebedarfs decken, eine Biogasanlage gar 30 Prozent.

In der Vergangenheit dagegen war das Angebot überschaubar. Da reduzierten sich die Optionen bei der Suche nach der geeigneten Heizung auf Öl oder Gas. Inzwischen aber haben die Heizungshersteller einen massiven Innovationsschub vollzogen, ist das Angebot breiter denn je. Heute steht eine Vielzahl höchst flexibler Techniken bereit, Haus oder Wohnung zu heizen, Warmwasser zu liefern und – zumindest zum Teil – sogar Strom zu produzieren.Das Angebot reicht von der Wärmepumpe über Solarzellen und Erdwärmekollektoren oder Brennstoffzellen bis zum eigenen Kraftwerk im Keller - die sogenannten Mini-Blockheizkraftwerke. "Heute ist die Auswahl der optimalen Technik zu einer Wissenschaft für sich geworden“, weiß Energieberater Mobers.

Halbierte Heizkosten durch Technik-Kombination

In einer exklusiven Auswertung für die WirtschaftsWoche haben die Fachleute der EnergieAgentur NRW daher die Spar- und Effizienzpotenziale der neuesten Energietechnik für daheim analysiert. Fazit der Experten: Wer die Komponenten geschickt kombiniert, kann bei Neubau oder Renovierung seine Energiekosten gegenüber herkömmlichen Systemen mehr als halbieren. Schon die billigste Variante, der Einbau eines effizienteren Brennwertkessels, senkt die Heizkosten um 21 Prozent. Wer kostenlose Sonnen- und Erdwärme nutzt, kann sogar bis zu 55 Prozent sparen. Da wundert es nicht, dass der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeversorgung in den vergangenen drei Jahren von 7,7 auf 9,6 Prozent gestiegen ist

Welche unterschiedlichen Techniken zur Verfügung stehen, wie genau die Einsparpotenziale aussehen und welche Fördermöglichkeiten es gibt, haben wir in Zusammenarbeit mit der Energieagentur NRW für Sie zusammengestellt. Unter den folgenden Links finden Sie die detaillierten Berechnungen für folgende Systemoptionen:

> Brennwerttechnik "solo" - für Öl, Erdgas, Flüssiggas, Pellets oder Scheitholz

> Brennwerttechnik "plus" - wie "solo" plus Solarkollektor & Kaminzuheizung

> Wärmepumpe "solo" - für Luft oder Erdwärme

> Wärmepumpe "plus" - wie "solo" plus Solarkollektor

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 01.04.2010, 18:26 UhrAnonymer Benutzer: Dipl.-Ing. Rolf K.

    Zu den wirklich wegweisenden innovationen der letzten Zeit im bereich Heiztechnik gehört das dezentrale Pumpensystem Geniax (Wilo/Dortmund),mit dem sich der Heizenergieverbrauch um 20 % reduzieren läßt. Die pfiffige idee: Die Mini-Pumpen an den Heizkörpern werden nur dann aktiviert, wenn tatsächlich Wärme benötigt wird. Aus technischer Sicht liegen die Systemvorteile in der hohen Regelgüte, der Komfortverbesserung und im automatischen hydraulischen Abgleich. Das Verfahren eignet sich für Ein- und Zweifamilienhäuser ebenso wie für gewerbliche und öffentliche Gebäude.

  • 15.03.2010, 11:55 UhrAnonymer Benutzer: Opfer

    Raus aus der Energiefalle und rein in die Schuldenfalle. So ist es mir mit meinem Altbau ergangen. Die versprochenen Energieeinsparungen wurden bei weitem nicht erreicht und jetzt habe ich ein Darlehen am Hals, das ich zu meinen Lebzeiten nicht mehr ablösen kann. Noch sind die Zinsen niedrig, aber was wird in fünf Jahren sein? Da werde ich mein "super" gedämmtes Häuschen mit Pelletheizung und thermischer Solaranlage wohl verlieren. Die Sonne schickt keine Rechnung, dafür aber die Handwerker und das gesalzen und gepfeffert. Und ich kann nicht mal jemand wegen Schadenersatz verklagen. Nie wieder würde ich das machen.

  • 13.03.2010, 17:04 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    Fassen wir zusammen:
    Szenario 1:
    - es gibt eine Klimaerwärmung
    - wir können sie nicht aufhalten, egal was wir tun
    - wir werden immer weniger Heizung brauchen.
    Fazit: es lohnt sich nicht, haufenweise Geld für "grüne" Heizung zu investieren.
    Szenario 2:
    - es gibt keine Klimaerwärmung
    - wir sollten die Ökosteuern abschaffen, da sie nichts mit Ökologie zu tun haben.
    Fazit: es lohnt sich nicht, haufenweise Geld für "grüne" Heizung zu investieren.
    Natürlich trifft Szenario 3 zu:
    - es gibt keine Klimaerwärmung (zumindest nicht so wie angedroht)
    - die Steuern werden trotzdem nicht abgeschafft
    Fazit: wer noch in "grüne" Technologie investiert, zahlt doppelt - es sei denn, er wird subventioniert. Warum beschliessen grüne etc. Politiker solche Subventionen? Weil sie persönlich natürlich NiCHTS davon haben (alle balken biegen sich gerade). Und genau das ist leider wohl der Fall.

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