Insolvenz: Flexstrom kann nicht mehr liefern, Kunden-Versorgung aber gesichert

Insolvenz: Flexstrom kann nicht mehr liefern, Kunden-Versorgung aber gesichert

Der insolvente Energiehändler Flexstrom kann seine rund 500.000 Kunden nicht mehr mit Strom beliefern. Sie erhalten nun Strom vom örtlichen Versorger. Die Mitarbeiter bekommen bis 30. Juni Insolvenzgeld.

Die vier überregionalen Netzbetreiber Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW hätten ihre Verträge mit Flexstrom fristlos gekündigt, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Christoph Schulte-Kaubrügger am Freitag der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. Das 2003 gegründete Berliner Unternehmen Flexstrom hatte vor einer Woche Insolvenz angemeldet. Schulte-Kaubrügger hat nach eigenen Worten Kontakt zu potenziellen Investoren aufgenommen. Ziel sei es, Flexstrom zu sanieren, was aus seiner Sicht möglich sei. Die 700 Mitarbeiter erhielten bis 30. Juni Insolvenzgeld, sagte er.

Stromanbieter-Pleite Flexstrom ist insolvent - was Kunden jetzt wissen müssen

Der Stromanbieter Flexstrom ist insolvent. Auch die Töchter OptimalGrün und Löwenzahn Energie sind zahlungsunfähig. Betroffen sind mehr als 500.000 Kunden. Was Flexstrom-Kunden jetzt beachten müssen.

Flexstrom Quelle: dpa

Flexstrom hatte seine Kunden vor allem mit günstigen Tarifen geworben. Im Gegenzug mussten sie vierteljährliche oder jährliche Vorauszahlungen leisten. Nach der Insolvenz müssen sie befürchten, davon nicht mehr viel zurückzubekommen. Seit November 2012 wurde über Zahlungsschwierigkeiten von Flexstrom berichtet. Diese Meldungen haben laut Flexstrom dazu geführt, dass viele Kunden ihre Rechnungen nicht mehr pünktlich bezahlt haben. Zuletzt seien Kunden mit rund 100 Millionen Euro bei Flexstrom und den Tochtergesellschaften Optimal-Grün und Löwenzahn Energie im Rückstand gewesen.

Anzeige

Flexstrom begründet die Zahlungsunfähigkeit mit hohen Zahlungsrückständen seiner mehr als 500.000 Kunden sowie "Oligopolstrukturen im deutschen Versorgungsmarkt". Demnach stünden rund 100 Millionen Euro bei Flexstrom, OptimalGrün und Löwenzahn Energie aus. Schuld hieran sei eine "schädigende Berichterstattung" in den Medien, lässt das Unternehmen auf seiner Internetseite verlauten. Nur ein Teil der Kunden zahle seither seine Rechnungen pünktlich. Diese Rückstände könne das Unternehmen nun nicht mehr selbst schultern. Zudem sei die Flexstrom-Gruppe durch den langen Winter mit einem Millionenbetrag in Vorleistung gegangen, weil deutlich mehr Energie eingekauft werden musste, die Kunden aber nur die üblichen Abschläge gezahlt hätten.

Weitere Artikel

Das Familienunternehmen Flexstrom wurde vor zehn Jahren gegründet und im Oktober 2008 in eine Aktiengesellschaft (nicht börsennotiert) umgewandelt. In Berlin beschäftigt die Flexstrom-Gruppe nach eigener Aussage rund 600 Mitarbeiter. Teldafax, ein Wettbewerber von Flexstrom, hatte bereits im Jahr 2011 Insolvenz angemeldet. Viele Teldafax-Kunden hatten Vorauszahlungen an das Unternehmen geleistet, für die sie nach der Pleite keine Gegenleistung mehr erhielten.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%