Intersolar Europe: So will die Solarbranche aus der Krise kommen

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Intersolar Europe: So will die Solarbranche aus der Krise kommen

von Mario Brück

Die deutsche Solarbranche ist nach einer dramatischen Pleitewelle wieder optimistisch. Können die verbliebenen Unternehmen wie Solarworld oder SMA vom Aufschwung in China, Japan oder Argentinien profitieren?

Mehr als 1100 Aussteller präsentieren sich zur Zeit in München auf der Intersolar Europe. Sie könnten frohen Mutes sein. Insgesamt sind die ökonomischen Vorzeichen für die größte europäische Leistungsschau der Fotovoltaik-Branche besser als in den Jahren zuvor.

Prognosen internationaler Marktforschungsinstitute zufolge wird die weltweite Kapazität von Solaranlagen in diesem Jahr deutlich stärker wachsen als im vergangenen Jahr. Weil die Systempreise stark gefallen sind, rechnet sich beispielsweise die Fotovoltaik schon in mindestens 19 Märkten ohne Zuschüsse, fanden Branchenexperten der Deutschen Bank heraus.

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Wachstum außerhalb Europas

Unternehmen, die an dem Boom teilhaben wollen, müssen zwingend international denken. Die europäischen Märkte bleiben dabei weiter wichtig: Laut der Energieagentur IEA müssen in den kommenden Jahren 1,5 Billionen Euro investiert werden, um die Energiewende zu stemmen.

Stärkere Wachstumsimpulse für die Solar-Branche gehen der Untersuchung der Deutschen Bank zufolge aber von den USA, Indien, Japan – aber vor allem von China aus. Das genau ist jedoch der Haken an der Sache. Jedenfalls für den einzig verbliebenen Solarkonzern in deutscher Hand, Solarworld aus Bonn.

CEO Frank Asbeck ist zwar der Neustart beim einstigen Sonnenstromgiganten in letzter Sekunde gelungen - in finanztechnischer wie in personeller Hinsicht: Der Aufsichtsrat ist runderneuert, alte Gefolgsleute, die mutmaßlich zu eng mit Asbeck verbandelt waren, mussten gehen und wurden unter anderem durch zwei Vertreter des neuen Großaktionärs Katar ausgetauscht. Und mit der Übernahme der Bosch-Solarmodulproduktion im ostdeutschen Arnstadt steigt Solarworld sogar in die Gigawatt-Klasse der Branche auf.

Sunways erneut insolvent Chinesen sind nicht die Retter der deutschen Solarindustrie

Sunways ist erneut zahlungsunfähig. Hauptaktionär ist die chinesische LDK. Einige der strauchelnden deutschen Solarunternehmen wurden von asiatischen Wettbewerbern geschluckt. Mit gemischten Ergebnissen.

Quelle: rtr

Abgeschlagen hinter der Weltspitze

Allerdings: Selbst 1,5 Gigawatt und der Vorstoß in diese Mega-Sphären reicht für eine Rückkehr in die Weltliga nicht mehr aus. Denn chinesische Konkurrenten wie Yingli, Suntech, Canadian Solar, oder Trina verfügen zum Teil schon über weitaus größere Fertigungskapazitäten. Und sie bauen weiter aus.

Viel gravierender allerdings: Die chinesischen Giganten haben einen ebenso gigantischen Heimatmarkt. China gehört neben Japan und den USA zu den am schnellsten wachsenden Solarmärkten weltweit.

Die chinesische Regierung hat kürzlich neue Ziele für den Solarsektor gesetzt: 70 Gigawatt bis zum Jahr 2017. Einige Experten glauben sogar, dass es noch mehr werden wird. Im vergangenen Jahr wurden bereits zwischen zehn und zwölf Gigawatt in China zugebaut. Seitdem ist das Reich der Mitte der größte Solarmarkt weltweit. Dieses Jahr plant die Regierung sogar 14 Gigawatt zu installieren, acht Gigawatt davon im Aufdach-Markt.

Nur: Solarworld und andere westliche Solarkonzerne profitieren davon kaum, weil die Chinesen ihren Markt konsequent abschotten.

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