Jahreszahlen: E.On schreibt 16 Milliarden Euro Verlust

Jahreszahlen: E.On schreibt 16 Milliarden Euro Verlust

, aktualisiert 15. März 2017, 08:46 Uhr
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Vorbereitung einer Hauptversammlung bei E.On im Juni 2016.

Es ist der höchste Verlust in der Unternehmensgeschichte des Energiekonzerns: E.On muss einen Fehlbetrag von 16 Milliarden Euro verbuchen. Für E.On-Chef Johannes Teyssen dürfte der Druck steigen, die Wende zu schaffen.

Die Folgen der Energiewende haben beim Versorger Eon zum höchsten Verlust in der Firmengeschichte geführt. Insgesamt summierte sich das Minus im vergangenen Jahr auf 16 Milliarden Euro, wie der Konzern am Mittwoch in Essen mitteilte. Unter dem Strich habe der Versorger vor allem nach Abschreibungen auf die frühere Kraftwerkstochter Uniper einen Fehlbetrag von 16 Milliarden Euro erzielt, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit. 2015 hatte Eon bereits einen Fehlbetrag von annähernd 7 Milliarden Euro verbucht.

Vor Zinsen und Steuern (Ebit) und um Sondereffekte bereinigt verdiente E.ON 3,1 Milliarden Euro - 13 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aktionäre bekommen dies direkt zu spüren: Die Dividende soll von zuletzt 0,50 Euro je Anteilsschein auf 0,21 Euro für 2016 schrumpfen. Für das laufende Jahr will Eon wieder 0,30 Euro zahlen. „Die Bilanz des Übergangsjahres 2016 ist eine Zäsur, die den Weg von Eon in die neue Energiewelt frei macht“, meinte Konzernchef Johannes Teyssen, der den Konzern auf die Geschäfte mit Ökostrom, Netzen und den Vertrieb konzentrieren will. Die Bilanz sei zum letzten Mal von den Lasten der Vergangenheit geprägt. Die bevorzugte Einspeisung von Solar- und Windstrom hat die Preise im Großhandel kaputt gemacht, E.On musste viele Milliarden auf seine Kraftwerks-Beteiligung Uniper abschreiben. Hinzu kommen die Belastungen aus dem Atomausstieg. Eon wird Mitte des Jahres rund 10 Milliarden Euro an den staatlichen Atomfonds überweisen.

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Für Teyssen ist es nach 2011, 2014 und 2015 bereits der vierte Milliardenverlust seiner Amtszeit. Er führt den Konzern seit 2010. Nun dürfte der Druck auf den 57-Jährigen steigen, bei dem einst größten deutschen Versorger die Wende zu schaffen. Sein Vertrag läuft noch bis Ende kommenden Jahres.

E.On Kann Teyssen das Ruder noch herumreißen?

Dem einst wertvollsten Energiekonzern Deutschlands steht ein Rekordverlust ins Haus. Die Baustellen zur Neuausrichtung von E.On sind enorm. Was Vorstandschef Johannes Teyssen jetzt anpacken muss.

Der Vorstandsvorsitzende von E.On, Johannes Teyssen. Quelle: dpa

E.On drücken Schulden von über 26 Milliarden Euro. Teyssen will diese Summe unter anderem durch einen Verkauf der restlichen 47 Prozent der Uniper-Anteile senken. Allein durch die Abspaltung der Kohle- und Gaskraftwerke hatte E.On 2016 Abschreibungen von elf Milliarden Euro vornehmen müssen. Teyssen kündigte zudem an, die Investitionen für die laufende Drei-Jahresperiode um zwei Milliarden auf acht Milliarden Euro zu kürzen.

Eon will 1000 Stellen in Deutschland streichen

Nach dem Riesen-Verlust wird der Energiekonzern nun wohl Stellen abbauen. Konzernweit dürften bis zu 1300 Arbeitsplätze wegfallen, davon etwa 1000 in Deutschland, erklärte das Unternehmen am Mittwoch in Essen. Damit einher geht ein interner Umbau. Ab dem Jahr 2018 sollen so dauerhaft 400 Millionen Euro eingespart werden. Aktuell hat Eon insgesamt rund 43.000 Mitarbeiter.

„Wir müssen Eon maßgeblich verändern, aber wir werden die mit einem Höchstmaß an Respekt gegenüber unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern machen“, versprach Konzernchef Johannes Teyssen. Geplant sind Regelungen zum Vorruhestand, Abfindungen und die Möglichkeit, für bis zu vier Jahre in eine Qualifizierungs- und Transfergesellschaft zu wechseln.

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