Johannes Teyssen: E.On-Chef bekommt Fünfjahres-Vertrag

Johannes Teyssen: E.On-Chef bekommt Fünfjahres-Vertrag

von Andreas Wildhagen

Johannes Teyssen hat das Vertrauen des Aufsichtsrat, aber kein Patentrezept, wie er den Energiekonzern E.On aus der Krise steuert.

Bis 2018 kann Johannes Teyssen nun weitermachen, quasi erst in letzter Sekunde vor der Bilanzpressekonferenz wurde sein Vertrag verlängert. In der Vergangenheit war auch viel Kritik an ihm geäußert worden: Er würde autokratisch regieren, sich abschotten, und auch seine Brasilien-Strategie war Ziel vieler Wenns und Aber an seiner Person. Mit dem deutschstämmigen Brasilianer Eike Batista hatte Teyssen ein Gemeinschaftsunternehmen für den Betrieb von Kraftwerken in Brasilien gegründet. Doch nun sagen Medienberichte, Batista sei in wirtschaftlichen Schwierigkeiten und E.On in einer Sackgasse mit den ehrgeizigen Plänen, in Schwellenländern sein Glück zu versuchen. Doch zum Schluss wog dies alles nicht sehr schwer. Aufsichtsratschef Werner Wenning sieht in Teyssen den Mann, der E.On aus dem Dilemma der Energiewende steuert.

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E.On nach 20 Monaten Energiewende

  • Umsatz

    E.On hat seinen Umsatz zwischen 2010 und 2012 von 93 Milliarden Euro auf 118 Milliarden Euro gesteigert.

  • Konzernüberschuss

    Beim Konzernüberschuss (Fehlbetrag) musste E.On 2011 ein Minus von 1,8 Milliarden Euro ausweisen, 2012 steht hier wieder ein Plus von 2,6 Milliarden Euro.

    Der nachhaltige Konzernüberschuss (bereinigt um außergewöhnliche Effekte) lag 2010 noch bei 4,8 Milliarden Euro, brach 2011 auf 2,5 Milliarden ein und stabilisierte sich 2012 wieder bei 4,2 Milliarden.

  • Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen

    Der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen (Ebitda) nahm von 13,3 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 10,8 Milliarden im Jahr 2012 ab. 2011 war er auf 9,3 Milliarden abgesackt.

  • Nettoverschuldung Ebitda

    Der Wert sank von 37,7 im Jahr 2010 auf 36 im Jahr 2012.

  • Anteil abgeschalteter & noch abzuschaltender Atomkraftwerke

    E.On hat bereits Kraftwerke abgeschaltet, die einem Anteil von 15 Prozent an seiner Gesamtstromkapazität entsprechen. Weitere 26 Prozent stehen noch aus.

  • Anteil Gas an Stromerzeugung

    Der Gasanteil lag 2012 bei 35 Prozent und damit auf dem selben Wert wie 2010. 2011 lag er mit 38 Prozent zwischenzeitlich etwas höher.

  • Anteil Steinkohle an Stromerzeugung

    Steinkohle hat für E.On an Bedeutung gewonnen. Der Anteil stieg von 23 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 auf 26 Prozent im Jahr 2012.

  • Anteil Braunkohle an Stromerzeugung

    Braunkohle-Kraftwerke spielen bei E.On mit einem Anteil von fünf bis sechs Prozent in den vergangenen drei Jahren eine untergeordnete Rolle.

  • Anteil Erneuerbare an Stromerzeugung

    Die erneuerbare Energie hat E.On von 11 Prozent auf 12 Prozent im Jahr 2012 leicht ausgebaut.

  • Anteil Wind an Stromerzeugung

    Der Anteil der Windkraft stieg dabei von drei auf vier Prozent zwischen 2010 und 2012.

  • Unternehmenswert

    Der Wert des Konzerns fiel beträchtlich. Waren es 2010 noch 45,8 Milliarden Euro, wird E.On 2012 nur noch mit 28,2 Milliarden Euro bewertet.

  • Fazit

    Der Börsenwert ist dramatisch eingebrochen. Die Gewinne können nur durch Beteiligungsverkäufe gehalten werden.

Mit dem Wegbrechen der Atomgewinne, der dramatischen Unterlastung von hochmodernen Gaskraftwerken und dem unrentablen Lauf von Steinkohlemeilern ist diese Malaise der Energiewende schnell beschrieben. Johannes Teyssen hat darauf keine Patentantwort. Er ist auf der Suche nach neuer Liquidität und damit neuer Gestaltungskraft für den Konzern. Der Verkauf von Regionalgesellschaft, eins stolzer Besitz von E.On, steht auf der Tagesordnung. Das sind unwiederbringliche Schätze und kundennahe Betriebe. Auch wenn sie zur Zeit nicht sehr ertragreich sind, haben sie dennoch das, was andere erst mit hohem Werbeaufwand herstellen müssen, Vertrauen und Verankerung in der regionalen Kundschaft der privaten Haushalte. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie nicht sehr wechselfreudig sind. Das jedoch sieht der E.On-Vorstand als nicht prioritär an und stellt die Kommunalunternehmen zum Verkauf.

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Die Verkäufe sollen die Schulden abbauen. Die Verbindlichkeiten, zu denen neben den Bankschulden auch künftige Pensionsverpflichtungen gehören, belaufen sich auf knapp 36 Milliarden Euro. Die Investitionen schrumpft Teyssen radikal: Waren es 2012 noch 7 Milliarden Euro, werden es in diesem Jahr nur noch 6 Milliarden Euro sein. 2015 will E.On nur noch 4,5 Milliarden Euro investieren. Und die Beschäftigten müssen die Last auch tragen. Bis 2015 streicht E.On rund 11.000 Stellen, 6.000 davon in Deutschland.

Zwei Vorstände müssen gehen: Die Personalvorständin Regine Stachelhaus, die nach eigenen Angaben allerdings aus privaten Gründen geht, und Technologiechef Klaus-Dieter Maubach. Neu auf die Kommandobrücken kommen Mike Windel als neuer Ökostromchef und der bisherige RWE-Vorstand Leonard Birnbaum als Strategieverantwortlicher.

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