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Kältewelle: Gazprom dreht am Gashahn

von Kerstin Dämon

Wegen der anhaltenden Kälte schickt Gazprom weniger Gas nach Europa. Der Energieversorger RWE bekommt 30 Prozent weniger. Russland und die Ukraine schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

Warum die Energiepreise steigen
Preistreiber Staat: Einen fetten Teil des Strompreises verantwortet der Staat: 10,30 Euro zahlte 2011 jeder deutsche Haushalt im Monat für die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien, dreimal so viel wie 2008. 20 Prozent verlangen die Kommunen bis 2015 mehr für die Durchleitung von Strom auf ihrem Gebiet. Und auch beim Rohöl langt der Fiskus kräftig zu: 90 Cent pro Liter beträgt der Steueranteil am Benzinpreis 2011, 1990 waren es noch 37 Cent.

Quelle: dpa

Hoch "Cooper" bringt Minusgrade - in Russland sind es derzeit zwischen minus 16 und minus 28 Grad Celsius. Das beeinträchtigt nicht nur die Menschen zwischen Moskau und Jakutsk, sondern auch die in Europa: Wegen des höheren Bedarfs in Russland dreht Gazprom nämlich seinen europäischen Abnehmern den Gashahn zu. Skurrilerweise behauptet das Unternehmen, wegen der Kälte mehr Gas als sonst nach Europa zu leiten. Statt der 150 Milliarden Kubikmeter, die 2011 durch die Leitungen strömten, sollen es 2012 180 Milliarden Kubikmeter werden. Trotzdem kommt in Europa weniger Energie an.
Die RWE-Tochter Supply & Trading beispielsweise bekommt rund 30 Prozent weniger Gas. Auch in Österreich sind Energieversorger betroffen, sie rechnen ebenfalls mit rund 30 Prozent weniger. Das gleiche Bild bietet sich in Italien: Dort kommen rund zwölf Prozent weniger an als üblich und auch Osteuropa bekommt nicht so viel Erdgas wie sonst. Nur bei E.ON scheint alles in Ordnung: Das Unternehmen beziehe seine regulären Vertragsmengen, die Speicher seien voll.

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Russland und Ukraine beschuldigen sich

Nachdem sich die europäischen Energieunternehmen über die geringeren Gaslieferungen beschwert haben, ist ein Streit zwischen der Ukraine und Russland entbrannt. Beide schieben sich nun gegenseitig die Schuld zu. Die Ukraine bezeichnet Moskau als den Verursacher. Der Energieminister Juri Boiko sagte, dass Gazprom dagegen beschuldigt die Ukraine dagegen - wenn auch indirekt - sie zapfe illegal Gas aus Transitleitungen ab. Zwischen den Nachbarländern gibt es immer wieder Streit um Gaslieferungen und -preise.

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Hierzulande soll es allerdings keine Beeinträchtigung für die Kunden von RWE & Co. geben. Die Speicher seien voll und beispielsweise RWE beziehe schließlich noch von anderen Lieferanten sein Gas, wie es seitens des Unternehmens hieß. So komme ein Teil der Energie unter anderem aus Norwegen. Mit weiteren Lieferengpässen rechne das Unternehmen - auch bei anhaltenden Temperaturen - nicht. Die Situation sei nicht besorgniserregend.

Mit Material von dpa

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