Kampf um Vattenfall-Kohle: Greenpeace will ins Kohle-Geschäft einsteigen

ThemaUmweltschutz

Kampf um Vattenfall-Kohle: Greenpeace will ins Kohle-Geschäft einsteigen

, aktualisiert 20. Oktober 2015, 13:49 Uhr
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Braunkohletagebau in Jänschwalde (Brandenburg) der Vattenfall AG: Greenpeace will Vattenfalls ostdeutsche Braunkohlesparte kaufen und in eine Stiftung überführen.

von Angela Hennersdorf

Greenpeace will die Braunkohlekraftwerke des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall in Ostdeutschland kaufen. Über eine gemeinnützige Braunkohle-Stiftung soll der Ausstieg abgewickelt werden. Ein ausgeklügelter Plan - aber mit Spendengeldern kann Greenpeace den Kauf nicht finanzieren.

Die Kämpfer gegen den Klimawandel sind fest entschlossen: Greenpeace will den Verkauf der ostdeutschen Vattenfall-Braunkohlemeiler an tschechische Kohlebetreiber verhindern und selbst ins Kohlegeschäft einsteigen. Der skandinavische Arm der Umweltorganisation hat fristgerecht bei der US-Bank Citi Group in London sein Interesse in einem offiziellen „Statement of Interest“ bekundet, das WirtschaftsWoche online vorliegt.

Die Klimaretter wollen damit aber nicht wirklich ins Geschäft mit fossiler Energieerzeugung einsteigen. Sobald Greenpeace die Kraftwerke inklusive der Tagebauten gekauft hat, will die Umweltorganisation eine gemeinnützige Stiftung gründen. Über die soll der Ausstieg aus der Braunkohle in Ostdeutschland abgewickelt und auch der Tagebau beendet werden. Gleichzeitig soll in erneuerbare Energien investiert und ein Strukturwandelt in der Region vorangetrieben werden.

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Braunkohle-Geschäft Vattenfall wirbt um Bieter

Vattenfall möchte sein Braunkohlegeschäft in Ostdeutschland dringend loswerden. Jetzt hat der schwedische Energiekonzern das Bieterverfahren eröffnet. 2016 soll der Verkauf über die Bühne gehen.

Vattenfall möchte sein Braunkohlegeschäft im kommenden Jahr verkaufen. Quelle: dpa

Haben die Umweltretter Chancen, ihren Plan zu verwirklichen? Vattenfall will sich nicht zum Angebot von Greenpeace äußern. „Jeder Unternehmensverkauf ist ein vertraulicher Prozess“, teilte Vattenfall in einer Stellungnahme mit. Deshalb werde das Unternehmen wie bisher nicht über Interessenten und andere Details rund um den Verkaufsprozess sprechen. Selbstverständlich würden alle potenziellen Bieter gleich behandelt und niemand diskriminiert. „Die gesetzlichen Regularien sind natürlich für alle Interessenten identisch. Der Verkaufsprozess wird bis ins Jahr 2016 andauern.“

Greenpeace darf keine Spenden verwenden

Charme hat es allemal - falls Greenpeace es schafft, genügend Geld zu sammeln, um den Kauf zu stemmen. Denn Spendengelder darf die Organisation für einen solchen Kauf nicht einsetzen. Für den Deal müsste die Umweltorganisation also anderweitig Geld eintreiben. Ob das gelingt, ist fraglich.

Allzu viel Geld dürfte es nicht sein, das die Umweltkämpfer für ihren Plan sammeln müssten. Greenpeace hat am Dienstag gleich eine Berechnung vorgelegt, wie viel das Braunkohle-Geschäft von Vattenfall noch wert ist. Auf weniger als eine halbe Milliarde Euro hat das Institut Energy Brainpool im Auftrag von Greenpeace den Barwert des Kohlegeschäfts bis zum Jahr 2030 berechnet. Der tatsächliche Wert, so Greenpeace, liege sogar noch darunter. Denn hohe Folgekosten für die Renaturierung der Tagebaue und den Rückbau der Braunkohlekraftwerke seien nicht einberechnet.

Greenpeace will sich über diesen Weg in die Debatte um den Verkauf der ostdeutschen Braunkohlekraftwerke von Vattenfall einbringen und eine Alternative zum Verkauf an die beiden anderen Interessenten vorschlagen. Interesse bekundet hatten der tschechische Energiekonzern CEZ und die EPH-Holding des tschechischen Oligarchen Daniel Kretinsky.

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