Keine testierte Bilanz: Bei Windreich gab's nur wieder heiße Luft

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KommentarKeine testierte Bilanz: Bei Windreich gab's nur wieder heiße Luft

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Willi Balz, Vorstandsvorsitzender der Windreich AG. Ein testierte Bilanz für das vergangene Geschäftsjahr liegt offenbar immer noch nicht vor.

von Mario Brück

Windreich-Chef Willi Balz kündigt eine Bilanzpräsentation an. Doch statt harter Fakten gab es wieder nur Schönfärberei und Versprechungen.

Der Programmpunkt bei der gemeinsamen Veranstaltung des Windparkentwicklers Windreich, dem Windmühlenbauer Areva und dem Baukonzern Hochtief, der mit seinen Schiffen für die Errichtung von Meereswindparks auf hoher See sorgt, klang vielversprechend. Auf dem Tagesprogramm stand unter anderem die Bilanzpräsentation von Windreich, ein aktueller Statusbericht und eine Vorausschau auf die Projektpipeline des schwäbischen Windparkentwicklers. Denkste!

Bilanz? Geschäftsbericht? Fehlanzeige. Balz präsentierte vorläufige, schon seit über einer Woche bekannte Kennziffern, die sich mal auf ein Tochterunternehmen, mal auf die Windreich-Gruppe bezogen. Ein von Wirtschaftsprüfern bestätigtes Zahlenwerk für das vergangene Geschäftsjahr liegt offenbar immer noch nicht vor. Auch auf Nachfrage war die Windreich-Pressestelle nicht in der Lage, die Frage zu beantworten, ob denn nun eine testierte Bilanz existiere.

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Aktueller Statusbericht? Nichts als Hoffnungen, Schönfärberei  und Versprechungen. Wie etwa beim Offshorepark MEG 1, der ja laut Angaben von Balz eigentlich schon Ende des vergangenen Jahres kurz vor dem Finanzierungsschluss stand. Als im März die Stuttgarter Staatsanwaltschaft bei Windreich und in den Privatgebäuden von Balz Unterlagen sicherstellte, um Beweise für die Vorwürfe der Insolvenzverschleppung, Bilanzmanipulation, Kapitalanlagebetrug, Marktpreismanipulation und Kreditbetrug zu finden, stellte Balz gegenüber der WirtschaftsWoche in Aussicht, dass MEG 1 in Kürze verkauft würde und erste Zahlungen schon im Juni oder Juli fließen würden.

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Balz orakelte lediglich, die Finanzierung von MEG 1 „sieht gut aus“. Wie gut denn, Herr Balz? Genauso gut wie Ende 2012? Oder genauso gut wie im April 2013? Gut sieht es hingegen für den Bau künftiger Meereswindparks aus. Die Unternehmen Hochtief Solutions und Areva Wind planen eine langfristige Partnerschaft. Der Vertrag zum sogenannten EPC-Konsortium sei bereits fertig verhandelt, sagte Martin Rahtge, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Hochtief Solutions. Das Ziel von EPC sei eine langfristige Planbarkeit, damit nicht bei jedem neuen Projekt neu angefangen werden müsse. Sobald die Finanzierung für den Offshore-Windpark MEG 1 des Windparkentwicklers Windreich in der Nordsee stehe, werde der Vertrag unterschrieben, mit dem die Partner gesamtschuldnerisch gegenüber den Investoren hafteten.

Da ist nur zu hoffen, dass Balz endlich Abschlüsse mit Investoren oder Käufern präsentiert. Mit Verträgen, die existieren. Die am besten sogar unterschrieben sind. Von mindestens zwei Parteien.  

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