Kohlekraftwerke: Steag-Kraftwerken brechen die Einnahmen weg

exklusivKohlekraftwerke: Steag-Kraftwerken brechen die Einnahmen weg

von Andreas Wildhagen

Die Energiewende und die hohe Stromproduktion von Windrädern und Solaranlagen lässt die Erträge klassischer Kohlekraftwerke einbrechen.

Der Kraftwerksbetreiber Steag im Ruhrgebiet leidet besonders stark: Nach internen Zahlen des Unternehmens produzierte die Mehrzahl der neun Steinkohlekraftwerke 2012 nur 1.000 bis 2.000 Stunden Strom, sagte ein Steag-Manager der WirtschaftsWoche. Doch erst ab einer Produktionszeit von 4.000 bis 4.500 Betriebsstunden im Jahr erreichen die Kraftwerke die Gewinnzone. Vor allem zur Mittagszeit, wenn viel Strom benötigt wird, laufen die Anlagen wegen des Wind- und Sonnenstroms kaum. „Die niedrigere Zahl wirtschaftlicher Betriebsstunden führt zu starker Reduzierung der Wirtschaftlichkeit“, sagt ein Stadtwerke-Manager dem Magazin. Demnach lagen die Erlöse der Steinkohlemeiler 2006 während der Mittagsstunden bei gut 470 Euro pro Megawattstunde. 2011 waren es nur noch 74 Euro, 2012 nur 40 Euro.

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Die Steag, die zu 49 Prozent dem Essener Mischkonzern Evonik und zu 51 Prozent den Stadtwerken Bochum, Dortmund, Essen, Oberhausen, Duisburg und Dinslaken gehört, kann zudem immer schwerer ihren produzierten Strom weiterverkaufen. So hat der wichtige Steag-Kunde RWE, der selbst unter der geringen Auslastung seiner Kohlekraftwerke leidet, den Vertrag über die Abnahme von 1.800 Megawatt nicht verlängert. 1.600 Megawatt davon sind bis Ende 2012 ausgelaufen, die verbleibenden 200 Megawatt fallen in diesem Jahr weg. „Über die übrigen Verträge werden wir von Fall zu Fall entscheiden“, sagte ein RWE-Manager der WirtschaftsWoche. Damit hat die Steag die Nachfrage nach einem Fünftel ihre Kraftwerkskapazität von 10.000 Megawatt verloren.

Das wird vor allem die schon jetzt mit massiven Finanzproblemen kämpfenden Kommunen im Ruhrgebiet treffen. Schon 2011 schüttete die Steag auf Druck der Kommunen eine Dividende von 109 Millionen Euro aus, obwohl sich das Unternehmen nur knapp in die Gewinnzone rettete. Das dürfte angesichts der gesunkenen Auslastung 2012 und 2013 kaum noch gelingen. „Spätestens ab 2014 werden die Verluste der Steinkohlekraftwerke voll auf die Gemeindehaushalte durchschlagen“, sagte ein Kommunalpolitiker der WirtschaftsWoche.

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