Leuchtmittel-Hersteller: Viele Lampen verbrauchen mehr Strom als angegeben

Leuchtmittel-Hersteller: Viele Lampen verbrauchen mehr Strom als angegeben

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Viele Lampen brauchen deutlich mehr Strom als auf der Verpackung angegeben.

Das Problem ist in Brüssel bekannt: Der Stromverbrauch und die Leistung von Lampen weicht häufig von den Angaben auf der Verpackung ab – laut EU-Kommission, weil die Hersteller teils Toleranzen ausschöpfen.

Viele Lampen verbrauchen einem Zeitungsbericht zufolge deutlich mehr Strom und liefern weniger Licht als auf der Packung steht. Die EU-Kommission bestätigte am Donnerstag in Brüssel, dass das Problem seit Jahren bekannt sei und man teils bereits Gegenmaßnahmen getroffen habe. Die „Süddeutsche Zeitung“ (Donnerstag) sprach von einem Schlupfloch, das für alle Typen von Haushalts-Leuchten, Halogen- genauso wie Energiespar- oder LED-Lampen gelte.

Der Lichtkonzern Osram, größter Hersteller von Leuchtmitteln in Deutschland, wollte sich am Donnerstag nicht zu dem Bericht äußern. Laut „SZ“ hatte ein Osram-Sprecher zuvor eingeräumt, das Unternehmen nutze Toleranzen, schöpfe sie aber nicht voll aus. „Wir legen Maßstäbe an, die immer etwas besser sind als die gesetzlichen Vorgaben“, wurde der Sprecher zitiert.

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Nutzungsdauer von Elektrogeräten

  • Allgemein

    Das Umweltbundesamt untersucht in Zusammenarbeit mit dem Öko-Institut und der Universität Bonn, wie lange Elektro- und Elektronikgeräte genutzt werden. Außerdem wird erhoben, wann die Geräte das erste Mal Defekte aufweisen und warum sie ausgetauscht werden. Erste Zwischenergebnisse wurden am 1. März 2015 vorgestellt, die Studie soll bis Ende 2015 abgeschlossen sein.

  • Flachbildfernseher

    Schneller, größer, mehr Funktionen: Besonders bei TV-Geräten ist die Bereitschaft der Verbraucher hoch, nach kurzer Zeit ein neues anzuschaffen - auch, wenn es der alte noch tut. Im Jahr 2012 wurden mehr als 60 Prozent der noch funktionstüchtigen Flachbildfernseher durch ein besseres Gerät ersetzt. Nur ein Viertel der Neukäufe wurde getätigt, weil das alte Gerät kaputt war. Durchschnittlich waren die ausgetauschten Fernseher 2012 gerade einmal 5,6 Jahre alt. Zum Vergleich: Der gute alte Röhrenfernseher brachte es im Schnitt auf zehn bis zwölf Jahre Nutzungsdauer.

  • Große Haushaltsgeräte

    Hierzu zählen etwa Waschmaschine, Trockner oder Kühlschrank. Die durchschnittliche "Erst-Nutzungsdauer" hat sich im Untersuchungszeitraum  2004 bis 2012 um ein Jahr verkürzt: Im Schnitt sind die Produkte ab Kauf 13 Jahre im Einsatz. Ein Drittel der Geräte war zum Zeitpunkt des Ersatzkaufs noch funktionstüchtig. Die Verbraucher trieb vor allem der Wunsch nach einem besseren Gerät an. Zugleich hat sich aber auch der Anteil der Geräte, die wegen eines Defekts schon innerhalb von fünf Jahren ersetzt werden mussten, mehr als verdoppelt: Von 3,5 auf 8,3 Prozent.

  • Notebooks

    Die tragbaren Computer stellen eine Ausnahme dar. Ihre "Erst-Nutzungsdauer" blieb über die Jahre nahezu konstant. Im Schnitt ist ein Laptop fünf bis sechs Jahre im Einsatz. Die Gründe für den Neukauf haben sich aber trotzdem gewandelt: Während im Jahr 2004 noch 70 Prozent der funktionsfähigen Notebooks wegen einer technischen Neuerung ausgetauscht wurden, war der Wunsch nach einem besseren Gerät 2012/13 nur noch bei einem Viertel ausschlaggebend. Technische Defekte hingegen waren für ein Viertel der Neukäufe verantwortlich.

Eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte, dass es Fehlertoleranzen gebe. 2011/12 sei aufgefallen, dass die Hersteller diese Toleranzen auf ihre Leistungsangaben aufschlagen. Das sei so zwar nicht gedacht gewesen, durch die Vorschriften aber auch nicht eindeutig ausgeschlossen, erklärte die Kommission.

Bei der Richtlinie für das Energie-Label, das die Effizienz von Elektrogeräten angibt, sei man bereits 2012 eingeschritten. Hier hätten die Hersteller ihre ineffizientesten Produkte entsprechend herabstufen müssen. Im kommenden Jahr werde man nun die Ökodesign-Richtlinie, auf deren Basis die Watt- und Lumen-Angaben (Helligkeit) erhoben werden, entsprechend überarbeiten. „Die Vorbereitungen dafür haben bereits begonnen und die Vorschläge werden bald präsentiert.“

Verbraucher müssen sich zunehmend nach den Schwankungen der Erneuerbaren richten. Doch dass Millionen Nutzer nachts aufstehen, um Spülmaschine und Trockner anzuschalten, ist kaum vorstellbar. Das erledigen intelligente Stromzähler.

Der europäische Umweltschutz-Dachverband EEB geht davon aus, dass die Hersteller den Verbrauchern durch die frisierten Angaben Mehrkosten von bis zu zwei Milliarden Euro jährlich aufbürden, weil die Lampen in Wahrheit mehr Strom verbrauchten als von den Firmen deklariert.

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