Matthias Brückmann: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen EWE-Chef

Matthias Brückmann: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen EWE-Chef

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EWE-Vorstandschef Matthias Brückmann

In der Spendenaffäre beim Oldenburger Energieanbieters EWE ermittelt nun die Staatsanwaltschaft. Neben dem EWE-Chef Matthias Brückmann hat sie einen weiteren Hauptverantwortlichen des Unternehmens im Visier.

Nach der umstrittenen Spende an eine Stiftung des Ex-Boxweltmeisters Wladimir Klitschko hat die Staatsanwaltschaft Oldenburg ein Ermittlungsverfahren gegen den Chef des Oldenburger Energieanbieters EWE, Matthias Brückmann, eingeleitet. Wegen des Anfangsverdachts der Untreue ermittelt die Behörde zudem gegen EWE-Vorstandsmitglied Michael Heidkamp.

Brückmann hatte die Überweisung an die Klitschko-Stiftung veranlasst, Heidkamp soll die notwendige zweite Vorstandsunterschrift geleistet haben, berichtete die „Nordwest-Zeitung“. Wegen der Affäre empfahl das Präsidium des Aufsichtsrats jüngst die Abberufung Brückmanns, seitdem lässt dieser sein Amt ruhen.

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EWE teilte am Montag mit, Heidkamp habe das Unternehmen und den Aufsichtsrat persönlich über die Ermittlungen informiert und zugesagt, die Aufklärung der Sache voll zu unterstützen. EWE kooperiere eng mit der Staatsanwaltschaft und stelle die Erkenntnisse der internen Untersuchung der Behörde zur Verfügung. Das gelte auch für die Ergebnisse der externen Untersuchungen, die vom Aufsichtsrat in Auftrag geben worden seien. Vorstand und Aufsichtsrat des Unternehmens legten großen Wert darauf, dass alle Vorwürfe schnell geklärt würden.

Matthias Brückmann EWE-Chef nach umstrittener Spende vor dem Aus

Er wollte mehr Transparenz schaffen, hielt sich aber nicht an die Regeln des Unternehmens. Nach einer umstrittenen Spende von 253.000 Euro steht EWE-Chef Brückmann vor dem Aus.

Brückmann hatte erst in der vergangenen Woche angekündigt, eine von ihm veranlasste Spende der EWE in Höhe von 253.000 Euro an eine Stiftung der als Boxer bekannt gewordenen Klitschko-Brüder privat zu übernehmen. Quelle: dpa

In der Mitteilung der Staatsanwaltschaft Oldenburg hieß es, es bestehe der Anfangsverdacht, dass die Spende an die Klitschko-Siftung in Widerspruch mit den konzerninternen Anweisungen zu Spendengewährungen und Sponsoring gestanden haben könnte.

Der EWE-Vorstandsvorsitzende Brückmann hatte im vergangenen Jahr 253.000 Euro nach Kiew überweisen lassen, ohne den Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates zu informieren. Nach den Angaben eines EWE-Sprechers hätte das Gremiums zustimmen müssen.

Medienberichten zufolge hatte Brückmann als Gegenleistung für die Spende einen Besuch des Ex-Champions Wladimir Klitschko in Oldenburg erwartet. Die Klitschko Management Group betonte aber, an die Spende seien keinerlei Bedingungen geknüpft gewesen. Der EWE-Chef und Klitschko gelten als gute Bekannte.

Der Aufsichtsrat entscheidet am 22. Februar über die berufliche Zukunft Brückmanns bei EWE. „Unser Ziel und Auftrag ist es, in dieser Situation weiteren Schaden vom Unternehmen abzuwenden sowie Ruhe und Stabilität wiederherzustellen“, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Stephan-Andreas Kaulvers die Forderung nach einem Aus für den EWE-Chef.

Brückmann hatte nach Aufkommen erster Berichte mitgeteilt, dass er die 253.000 Euro privat bezahlen werde. „Ich will nicht, dass das Unternehmen unter der Diskussion oder meinem persönlichen Fehler leiden muss.“ Der Aufsichtsratsspitze hatte das nicht gereicht.

EWE ist eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft und überwiegend im Besitz von Städten und Landkreisen aus Nordwestdeutschland. Das Unternehmen beschäftigt rund 9000 Mitarbeiter.

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