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Nachhaltigkeitsranking: Deutschlands nachhaltigste Unternehmen

von Sebastian Matthes, Dieter Dürand, Martin Gerth und Jürgen Rees

Profitabel wirtschaften, ohne Mensch und Natur auszubeuten. Eine exklusive Studie zeigt, welche Dax-Konzerne die besten Nachhaltigkeitsstrategien haben und warum sie damit auf den Märkten erfolgreich sind.

Henkel: Konsequent wie kein Quelle: dpa/dpaweb
Henkel: Konsequent wie kein zweiter Dax-Konzern setzen die Düsseldorfer den strategischen Megatrend um: Nachhaltigkeit Quelle: dpa/dpaweb
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Den Arbeitsplatz hätten manche gern: Führungsverantwortung im Teilzeitjob, pünktlich um 17 Uhr Schluss und freitags ganz frei. Claudia Hundeiker hat die Stelle. Beim Düsseldorfer Konsumgüterriesen Henkel verantwortet sie den Bereich biologische und klinische Forschung. Ihr Team testet unter anderem die Hautverträglichkeit von Gesichtscremes und Körperlotions. Privat umsorgt die 44-Jährige ihre vier- und siebenjährigen Töchter – und bringt so Führungs- und Familienverantwortung unter einen Hut.

Seit Jahren schon fördert der Konzern bei seinen Beschäftigten aktiv die Vereinbarkeit von Familie und Berufsleben, suchen die Düsseldorfer Lösungen, die verhindern, dass Kinder das Ende der Karriere bedeuten. „Ich weiß nicht“, sagt die Managerin, „ob mir andere Unternehmen diese Möglichkeit eingeräumt hätten.“

Nachhaltigkeit wird zum Kerngeschäft

Für Henkel ist das Programm. Konsequent wie kein zweiter Dax-Konzern setzen die Düsseldorfer den strategischen Megatrend um: Nachhaltigkeit. Ob Wertschätzung der Mitarbeiter, effizientes Wirtschaften oder umweltschonende Produktion - immer geht es um das Ziel, Ökonomie, Ökologie sowie gesellschaftliche und soziale Verantwortung in Einklang zu bringen.

Im Kern hängt davon nach Ansicht von Experten wie Stephan Scholtissek, die Zukunftstauglichkeit jedes Unternehmens ab. Vom Mittelständler bis zum Weltkonzern – auf Dauer bleibe nur wettbewerbsfähig, „wer Nachhaltigkeit zum Bestandteil des Kerngeschäfts macht“, urteilt der Geschäftsführer bei der Unternehmensberatung Accenture.

Genau das tut Henkel seit Jahren. Lohn des konsequenten Handelns: Im exklusiven Nachhaltigkeitsranking der Dax-Konzerne, das die Münchner Ratingagentur Oekom Research für die WirtschaftsWoche erstellt hat, rangiert der Konsumgüterriese auf Platz eins. Die Studie zeigt erstmals, welche Unternehmen sich bloß grün und sozial geben – und welche es tatsächlich sind. Bestnoten gibt es auch für die Deutsche Telekom, den Allianz-Konzern und den Autobauer BMW, die auf den Rängen hinter Henkel folgen.

Bei Henkel ist Nachhaltigkeit Chefsache

Rund 100 Kriterien flossen in die Bewertung jedes Unternehmens ein. Sie reichen von der Einhaltung der Menschenrechte über faires Wettbewerbsverhalten bis zu einem schlüssigen Klimaschutzkonzept und der Nutzung nachwachsender Rohstoffe. Wer gravierende Lücken aufweist oder Nachhaltigkeit nur halbherzig betreibt, hatte keine Chance auf einen vorderen Platz.

„Henkel hat Nachhaltigkeit sehr früh zur Chefsache gemacht. Das Managementsystem bringt ständig Verbesserungen hervor“, begründet Oekom-Vorstand und Chefanalyst Matthias Bönning die Spitzenposition.

So würdigt Oekom, dass Henkel unter anderem nur Lieferanten akzeptiert, die keine Kinder beschäftigen und Arbeitnehmerrechte achten. Herstellung und Produkte werden beständig so weiterentwickelt, dass sie Ressourcen sparen, die Umwelt weniger belasten, sicher sind und dem Kunden mehr Nutzen bringen.

Das rechnet sich auch für das Sieger-Unternehmen: Seit 1998 sank der Energieverbrauch je Tonne Fertigprodukt um 40 Prozent. Der Wasserverbrauch wurde halbiert, das Abfall-aufkommen um 37 Prozent reduziert, und Arbeitsunfälle sind heute eine Rarität. Bis 2012 wollen die Düsseldorfer noch einmal um zehn Prozent besser werden.

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4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 03.08.2011, 12:20 UhrAnonymer Benutzer: Marcus

    Die Nachhhaltigkeitsarbeit der Dax-Konzerne ist gut und auch absolut notwendig. interessant zu wissen wäre, wie sich die Arbeit im Detail unterscheidet. Welcher Konzern macht welche Erfahrungen und kann sie vielleicht auch anderen Unternehmen mitteilen. Nur wenn ein Unternehmen vom anderen lernt, wird es eine schnelle Entwicklung in diesem bereich geben. Gerade die kleinen Unternehmen haben oftmals Defizite, weil sie keine Ressourcen haben, um sich nachhaltiger auszurichten. Hier wäre ein Austausch zwischen den Unternehmen ein erster Schritt in die richtige Richtung. Dieser Austausch und eine ausführliche beschreibung der Nachhhaltigkeitsarbeit ist beispielsweise auf dem Portal www.umwelthauptstadt.de möglich. Hier können Verbraucher und Unternehmen das Thema Nachhaltigkeit diskutieren und gemeinsam Lösungsansätze finden.

  • 02.12.2009, 23:58 UhrAnonymer Benutzer: Ihsoh

    Nachhaltigkeit bedeutet sehr wohl die langfristige Erhaltung von okönomischen, ökologischen und sozialen Ressourcen.
    Das durch die Umsetzung von Nachhaltigkeit auch zusätzliche Kosten entstehen liegt auf der Hand(zusätzliche Mitarbeiter, Überprüfung und Durchführung von Standards). Ein mögliche Auswirkung ist die Preiserhöhung von entsprechenden Gütern/Dienstleistungen.
    Der Endverbraucher sollte sich entscheiden ob er die günstige und wenig zukunftsorientierte Version oder die realtiv teurere Version eines Produktes haben möchte.
    So repräsentieren, die angesprochenen Zertifizierungen nur die bereitschaft eines Unternehmens andere Werte und Ziele, als Gewinn zu verfolgen. Diese zusätzlichen Ziele Kosten demnach kapital und müssen somit über den Presi an den Konsumenten abgegeben werden.

  • 30.11.2009, 21:15 UhrAnonymer Benutzer: Hägar Schmidt

    @ Sven: Sie verwechseln etwas. bei "Nachhaltigkeit" geht es weder kurz- noch langfristig um die Erhaltung der Umwelt für unser Ur-Ur-Ur-Großenkel. Es geht um PR und die Möglichkeit, Gebühren von der breiten Masse zu den Auserwählten zu verteilen (grüner Punkt, Ökosteuern etc.) bzw. darum, Endpreise zu erhöhen (mit dem "blauen Engel" oder wie der Schwachsinn auch immer wieder heisst, das ist wie eine Hydra).

    Also: enstpannen und ordentlich arbeiten gehen. bedenken Sie, was ihr Chef an ihrem jämmerlichen Gehalt spart, kommt ja der Umwelt zugute! (ich lache mich kaputt, und bitter).

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