Netzagentur: Angemessene Entschädigung für E.On

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Jochen Homann, Chef der Bundesnetzagentur spricht sich für Zahlungen an Energiekonzerne aus, deren Kraftwerke für die Netzsicherheit zwingend erforderlich sind

von Martin Gerth

Sollten die Gaskraftwerke, die der Energiekonzern E.On in Bayern abschalten will, für die Netzsicherheit von Bedeutung sein, hält der Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, Zahlungen an den Energiekonzern zum Weiterbetrieb der Kraftwerke für richtig und notwendig.

„Wir müssen klären, ob es sich um Kraftwerke handelt, die für die Netzsicherheit zwingend erforderlich sind. Sollen solche Kraftwerke am Netz bleiben, wird man sich einer Frage nach einer angemessenen Entschädigung nicht verschließen können“, sagte Homann der WirtschaftsWoche. „Dies darf jedoch auf keinen Fall dazu führen, falsche Anreize zu schaffen. Die Unternehmen dürfen nicht ermuntert werden, in Erwartung einer Entschädigung Kraftwerksstilllegungen anzukündigen.“

Nicht ausschließen will Homann, dass es auch im kommenden Winter wieder zu prekären Situationen im deutschen Stromnetz kommen kann. „Dass es seit dem Beschluss, aus der Kernkraft auszusteigen, immer wieder zu kritischen Situationen kommen würde, war uns bewusst. Auch, dass die Netzbetreiber öfter eingreifen müssen, um Krisen im Netz zu vermeiden. Ob das Konzept langfristig trägt, wird der Winter zeigen.“

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Stärkerer Einfluss des Marktes

Um Krisen zu vermeiden, sei es wichtig, den Ausbau der Netze stärker mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien abzustimmen. „Dies ist bisher zu wenig der Fall. Wir brauchen bei erneuerbaren Energien einen stärkeren Einfluss des Marktes. Es kann nicht sinnvoll sein, dass Wind- und Solaranlagen aufgestellt werden, unabhängig davon, ob es vor Ort wirtschaftlich ist, Ökostrom zu erzeugen oder ob es einen Netzanschluss für den Abtransport des Stroms gibt.“

Der Fast-Blackout im Februar dieses Jahres wird derzeit von der Bundesnetzagentur genau untersucht. „Im Februar war es in der Tat knapp“, bestätigte Homann der WirtschaftsWoche. „In einigen Fällen mussten Gaskraftwerke vorübergehend vom Netz genommen werden, weil sie nicht ausreichend mit Gas versorgt werden konnten. Diese Kraftwerke konnten so den benötigten Strom nicht produzieren. Bisher steht fest, dass es in einigen Bereichen zu Unterdeckungen kam. Die Netzbetreiber werten derzeit aus, ob Stromhändler ihre Prognosepflichten verletzt haben.“

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