Nordex-Chef Jürgen Zeschky: "Allein schaffen wir es nicht"

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Nordex-Chef Jürgen Zeschky: "Allein schaffen wir es nicht"

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Jürgen Zeschky, Chef des Windturbinenbauers Nordex, hat keine Angst vor der chinesischen Konkurrenz

von Mario Brück

Jürgen Zeschky, Chef des Windturbinenbauers Nordex, sucht dringend einen Partner für das Geschäft in China.

WirtschaftsWoche: Herr Zeschky, Nordex hat sich von Windanlagen auf hoher See zurückgezogen und baut nur noch Mühlen an Land. Damit begeben Sie sich in direkte Konkurrenz mit chinesischen Herstellern, von denen innerhalb von drei Jahren vier unter die zehn größten der Welt gestoßen sind. Ist das nicht wirtschaftlicher Selbstmord?

Jürgen Zeschky: Nein, das sind zwar ernst zu nehmende Wettbewerber. Aber die Möglichkeiten der Chinesen werden überbewertet. Ihre Marktanteile haben die Chinesen fast ausschließlich in der Heimat gewonnen. Ich war kürzlich in China und war erstaunt, wie realistisch unsere chinesischen Wettbewerber ihre eigenen Fähigkeiten einschätzen, in der westlichen Welt Turbinen zu verkaufen.

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Was heißt das konkret?

Die Chinesen sind sich absolut bewusst, welche Kenntnisse über Projektentwicklung, Gesetze, Infrastruktur oder lokale Besonderheiten es braucht, um hier erfolgreich zu sein. Daran hapert es bei ihnen ebenso wie an technologischen Lösungen wie automatischen Enteisungssystemen für die Rotoren oder komplexen Regelungstechniken. Ich habe hohen Respekt vor den Chinesen, aber keine Angst. Weder die deutsche noch die europäische Windindustrie wird von der asiatischen Konkurrenz überrollt werden.

Warum brechen dann Nordex in China gerade die Umsätze ein?

China ist weltweit der mit Abstand größte Markt für Windräder. Aber er ist eben auch für nicht chinesische Unternehmen abgeschottet. Der Anteil der nationalen Hersteller liegt inzwischen bei mehr als 90 Prozent. Obwohl wir dort seit 1998 produzieren, verlieren wir an Boden. Die geringe Auslastung unserer Werke dort kostet uns richtig Geld.

Heißt das, Nordex muss im Reich der Mitte seine Selbstständigkeit aufgeben und wird in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Chinesen getrieben?

Alleine schaffen wir es jedenfalls nicht. Da gibt es keine Zweifel. Selbst Vestas aus Dänemark, der Weltmarktführer unter den Windradbauern, gab kürzlich die Schließung eines Werks in China bekannt. Wir verhandeln daher mit einem staatlichen Energieversorger, der selber Windparks baut. Und das in großen Dimensionen, etwa 1.000 Megawatt pro Jahr.

Das ist die Hälfte dessen, was 2011 in ganz Deutschland installiert wurde.

Insofern wäre das sehr wichtig für uns. Nordex könnte für die bessere Qualität der Windparks garantieren, wie sie von der Regierung in Peking inzwischen gefordert wird. Die gegenseitige Prüfung der Unternehmen wurde Ende Mai beendet. Wir warten nun, weil bei unserem Partner das Management in der Muttergesellschaft gewechselt hat. Wann sich etwas bewegt, wissen wir nicht.

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