Ökobilanz: Der nachhaltige Puma

Ökobilanz: Der nachhaltige Puma

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Puma: Der Sportartikelhersteller Puma steht unter besonderer Beobachtung

von Peter Steinkirchner

Montags gibt es in der Puma-Kantine kein Rindfleisch. Die Maßnahme ist ein kleiner Beitrag der Umwelt-Offensive, die nach massiver Kritik an den Produktionsbedingungen gestartet wurde. Beobachter bescheinigen dabei deutliche Fortschritte.

Montags frisst die Raubkatze keine Rinder – keine Keule, keine Rippchen, kein gar nichts. Was ungewöhnlich ist für einen Jäger, ist seit kurzem Normalität bei Puma. Montags verzichten sämtliche Kantinen und Betriebsrestaurants des auf allen Kontinenten vertretenen drittgrößten Sportkonzerns der Welt auf Rindfleisch – aus ökologischen Gründen. Die Rindviecher verbrauchen bei Aufzucht und Hege zu viel Flächen, ihre Abgase stinken zum Himmel, kurz: Ihre Ökobilanz ist verheerend.

Doch nicht nur als Mahlzeit beeinflussen die Tiere die Nachhaltigkeits-Bilanz des M-Dax-Unternehmens: Puma hat den CO2-Fußabdruck ermittelt, den die Produktion eines seiner Edel-Sneaker hinterlässt: 41 Kilogramm CO2 werden bei der Herstellung des Modells "Van Slobbe Logo Lux" verbraucht – 57 Prozent davon verursachen die Rinder, deren Leder dazu verarbeitet wird.

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Sportartikelhersteller produzieren überwiegend in Niedriglohnländern

Geht es um Umweltschutz und Soziales, geht Puma seit Jahren bis ins Detail. Der Mann fürs Grüne im Konzern ist Reiner Hengstmann, als CSR-Verantwortlicher bei Puma feierte er gerade sein zehntes Betriebsjubiläum. Von Saigon aus überwacht der Mann mit dem markanten Kahlkopf vor allem die mehreren hundert Zulieferbetriebe, die in der Region in Pumas Auftrag mit gut 300.000 Beschäftigten Sportschuhe und Trikots anfertigen.

Wie alle anderen Sportartikelkonzerne, lässt auch das Unternehmen aus dem fränkischen Herzogenaurach seit mehr als 15 Jahren seine Waren vor allem in Niedriglohnländern herstellen, den Großteil davon in Asien. Seit sie das tun, sind die Markenhersteller im Visier von Menschenrechtsaktivisten, Gewerkschaftlern und Kirchengruppen geraten, die exzessive Überstunden, Niedriglöhne und gesundheitsgefährdende Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern anprangern. Für die aufs sportlich-coole Image angewiesenen Lifestylekonzerne eine gefährliche Front. Denn ist der Ruf erst lädiert, lässt der Kunde die Sneaker im Regal stehen.

Ratigagentur bescheinigt Puma ökologischen Fortschritt

Deshalb gingen Puma, Adidas und US-Konkurrent Nike in die Offensive. Sie gaben sich Verhaltenskodizes, schlossen sich der amerikanischen Fair Labor Association (FLA) an, die die Einhaltung von Arbeitsplatz-Standards überwacht, schufen Stabsstellen, die sich um die Situation bei den Zulieferern kümmern. Sie veröffentlichen sogar die Namen der Zulieferer und dokumentieren die Zustände dort – für andere Industriezweige undenkbar.

"In den vergangenen Jahren haben wir deutliche Fortschritte erzielt", glaubt Puma-Mann Hengstmann. Dabei geht es nicht allein ums Image – Einsparungen beim Wasserverbrauch, bei Energie- und Transportkosten sowie Müllvermeidung, schlagen sich natürlich auch positiv in der Kostenstruktur nieder.

Offenbar sehen das auch andere so – die Münchner Ratingagentur Oekom Research bescheinigte Puma im vergangenen Jahr, in Sachen Umweltschutz und Soziales in der Textilindustrie vorn dabei zu sein: Lag der Durchschnittswert der von Oekom zwischen A+ als bester und D- als schlechtester Note bewerteten Unternehmen bei einer mickrigen C-, kam Puma als Primus der Branche immerhin auf einen Wert von B.

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