Ölpreisverfall: Gewinn von Exxon und Chevron bricht ein

Ölpreisverfall: Gewinn von Exxon und Chevron bricht ein

, aktualisiert 31. Juli 2015, 15:38 Uhr
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Ölkonzerne in der Krise: Bei Exxon fiel der Gewinn um 52 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar.

Die großen US-Ölkonzerne leiden massiv unter dem Preisverfall: Exxon Mobil verliert im zweiten Quartal die Hälfte des Gewinns, bei Chevron beträgt das Minus sogar 90 Prozent. Die Verbraucher genießen aber auch Vorteile.

Die Leidenszeit für die großen Ölkonzerne hält an: Branchenschwergewichte wie Shell, BP, Exxon Mobil oder Chevron müssen wegen der anhaltend niedrigen Ölpreise kräftige Abstriche beim Gewinn machen. Massiver Stellenabbau und tiefe Einschnitte bei den Investitionen sind die Folge. Die Hoffnung auf einen Preisanstieg ist zuletzt wieder geschwunden, das zwingt die Multis, sich auf eine Ära des billigen Öls einzustellen. Was den Konzernen das Leben schwer macht, ist für Verbraucher allerdings eine gute Nachricht.

Flüssiggas: Fakten über die Fracking-Alternative

  • Was ist Flüssiggas?

    In Europa wächst die Sorge, die Ukraine-Krise könnte die Versorgung mit russischem Erdgas gefährden. Daher setzen viele Länder auf verflüssigtes Erdgas, kurz LNG (Liquefied Natural Gas). Auf –160 Grad Celsius gekühlt, lässt es sich problemlos transportieren. Doch noch mangelt es an effizienten Verflüssigungsanlagen auf dem Meer und an Land sowie an Tankschiffen – und auch der Preis muss stimmen.

  • Wie wird Flüssiggas gewonnen?

    Riesige Bohrschiffe – größer als Flugzeugträger – holen das Erdgas aus dem Meer, verflüssigen es und pumpen es in Tanker. Eines der ersten wird in Südkorea gebaut und soll 2016 vor Australien seinen Betrieb aufnehmen.

  • Wie sehen die LNG-Tanker aus?

    Moderne LNG-Tanker nutzen Erdgas als Brennstoff für den Motor. Ein Schiff kostet rund 220 Millionen Dollar. Es fasst 150.000 Kubikmeter, das deckt den Jahresbedarf von 73.000 Einfamilienhäusern

  • Wie viele Tankschiffe gibt es?

    Wollte Europa 2020 gänzlich auf russisches Erdgas verzichten, wären weitere 87 LNGTanker nötig. Das Problem: Nur eine Handvoll Werften weltweit baut diesen Schiffstyp.

    2014: 3920 Tankschiffe

    2020: 4790 Tankschiffe

  • Wer exportiert Flüssiggas?

    237,7 Millionen Tonnen Flüssiggas wurden 2012 international gehandelt. Nur 48,4 Millionen Tonnen gingen nach Europa, fast der gesamte Rest landete in Asien. Hauptexporteure sind Katar, Algerien, Nigeria, Malaysia, Indonesien, Trinidad und Russland. Spätestens ab 2020 wollen auch.

    Australien und die USA verstärkt Flüssiggas exportieren. Angaben in Millionen Tonnen pro Jahr

  • Wie gleangt das Gas zu den Verbrauchern?

    In rund 40 europäischen Häfen gibt es Terminals, die aus flüssigem Erdgas wieder gasförmiges machen. Deren Kapazität genügt auch für weiter steigende Importmengen. Durch Pipelines gelangt das Gas zu den Verbrauchern.

  • Wie teuer ist Flüssiggas in Deutschland?

    Bereits heute ist Flüssiggas in Deutschland ähnlich teuer wie russisches Erdgas.

    2014

    LNG: 10 US-Dollar pro Energieeinheit*

    Russisches Gas: 10,9 US-Dollar pro Energieeinheit*

    2020

    LNG: 10-12 US-Dollar pro Energieeinheit*

    Russisches Gas: 10,9 US-Dollar pro Energieeinheit*

    *Million British Thermal Units, entspricht rund 293 kWh

„Die Ölmultis bleiben weiterhin in Bedrängnis“, sagt Fondsmanager und Branchenexperte Roberto Cominotto vom Vermögensverwalter GAM. Das hätten die Geschäftszahlen für das vergangene Quartal deutlich gezeigt. Nahezu alle Unternehmen, deren Erträge von der Entwicklung des Ölpreises abhängen - neben den großen Förderern auch Servicedienstleister wie Schlumberger, Baker Hughes, Halliburton oder ConocoPhillips - mussten deutlich gesunkene Einnahmen hinnehmen.

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Und die Konzerne reagieren. So will der Energieriese Royal Dutch Shell im laufenden Jahr 6500 Arbeitsplätze abbauen, die Investitionen um sieben Milliarden Dollar verringern, und Unternehmenswerte in Milliardenhöhe verkaufen. Im zweiten Quartal war der Gewinn um über ein Drittel eingebrochen. „Es ist ein schwieriges Umfeld für die Industrie“, sagte Shell-Chef Ben van Beurden. Der Konzern stelle sich nun auf eine noch längere Phase niedriger Ölpreise ein.

Beim US-Branchenprimus ExxonMobil sieht es ähnlich aus: Von April bis Juni stürzte der Überschuss um rund die Hälfte auf 4,2 Milliarden Dollar (3,8 Mrd Euro) ab, wie der gemessen am Börsenwert weltgrößte Ölkonzern am Freitag mitteilte. Es war das schwächste Ergebnis seit sechs Jahren. Der Umsatz sank um etwa ein Drittel auf 74,1 Milliarden Dollar.

Fast zeitgleich meldete auch der US-Rivale Chevron heftige Einbrüche bei Gewinn und Umsatz. In den letzten zwölf Monaten hat sich Rohöl um etwa die Hälfte verbilligt - und ein rascher Anstieg ist nicht in Sicht.

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