Voranschreitende Konkurrenz
Bild: dapdSiemens-Vorstandschef Peter Löscher
„Die Energiewende wird ein Erfolg. Wenn wir die passenden Antworten geben. Heute.“ Mit dieser Zeile warb der Siemens-Chef in ganzseitigen Anzeigen in großen deutschen Tageszeitungen für die Energiewende.
Bild: dapdMartin Kannegiesser, Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall
„Die Energiewende, wie sie nach der Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke vor zwei Jahren vorgezeichnet war, erschien plausibel, sachgerecht und ausgewogen. Mit der hastigen Wende nach Fukushima hatte und habe ich allerdings meine Probleme. Die dafür vorgetragenen Argumente und die ergriffenen Maßnahmen erscheinen überwiegend stimmungsgetrieben, bedienen Wahlkampfreflexe.“
Bild: dapdJürgen Hambrecht, BASF-Chef von 2003 bis 2011
„Die Industrie ist einer Meinung und steht voll hinter Herrn Löscher.“ (Anm. d. Red.: Gemeint ist die Pro-Energiewende-Kampagne des Siemens-Chefs)
Bild: dpaE.On-Chef Johannes Teyssen
„Eine qualitative Bewertung der Energiewende ist entbehrlich. Aber wir müssen sie nun einmal begleiten. Ob die Energiewende gut oder schlecht ist, wird sich sowieso erst in frühestens einer Generation erweisen."
Bild: dpaMartin Winterkorn, VW-Chef
„Unser Ziel muss das Null-Emissionsfahrzeug sein, das mit Strom aus regenerativen Energiequellen angetrieben wird.“
Bild: dpaHans-Peter Keitel, BDI-Präsident
„Der BDI hat die Energiewende mitgetragen, dazu stehen wir. Es ist keine Frage, dass die sehr komplexen Zusammenhänge in einer globalisierten Volkswirtschaft gelegentlich Interessenlagen erzeugen, die schlicht nicht auflösbar sind." Keitel musste sich angesichts der unterschiedlichen Meinungen der Mitglieder des Bundesverbands der Deutschen Industrie von einer einheitlichen Position zur Energiefrage verabschieden.
Bild: dapdRWE-Vorstandschef Jürgen Großmann
„Wir brauchen die Kernkraftwerke nun einmal zur Grundlastversorgung der deutschen Industrie", sagt der scheidende RWE-Vorstandsvorsitzende.
Bild: dpaPeter Terium, RWE-Vorstandsmitglied und designierter Großmann-Nachfolger
Der zukünftige RWE-Chef schlägt da schon andere Töne an: „Beim Thema Energiewende ist RWE Teil der Lösung.“
Bild: dapdWolfgang Hummel, Chef des Zentrums für Solarmarktforschung
"Die Energiewende schwächt das Energie-Oligopol von EnBW, RWE, E.on und Vattenfall. Volkswirtschaftlich wirkt dies wie eine kartellrechtlich erzwungene Entflechtung. Die Karten, beispielsweise bei Auftragsvergaben, werden neu gemischt. Dies führt - trotz steigender Kostenbelastung für Einige - zu neuen Chancen im Mittelstand."
Bild: APMaria-Elisabeth Schaeffler, Mit-Gesellschafterin der Schaeffler KG
"Zunächst sorgt die Energiewende für deutlich steigende Betriebskosten für das Gros der deutschen Industrie. Es kann keinen Zweifel daran geben, dass die Energiewende die globale Wettbewerbsfähigkeit vieler deutscher Industrieunternehmen signifikant unter Druck setzt. Gleichzeitig führt die Energiewende zu einer höheren Innovationsleistung im Energiesektor. Nachdem die Schaeffler Gruppe auch in diesem Bereich engagiert ist, erschließen wir hier neue Geschäftsfelder. Kritisch sehe ich den Ausbau der Infrastruktur. Voraussetzung für die Versorgung, zum Beispiel mit Windstrom aus der Nordsee sind Leitungen, die es heute offensichtlich noch nicht gibt. Hier bestehen erhebliche Defizite – ebenso wie im Bereich Smart Grids und Speichertechnologien. Eine bezahlbare Energieversorgung ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Zukunft des Industriestandorts Deutschland; das sollten wir uns in allen Debatten zur Energiewende stets vor Augen halten."
Siemens-Vorstandschef Peter Löscher
„Die Energiewende wird ein Erfolg. Wenn wir die passenden Antworten geben. Heute.“ Mit dieser Zeile warb der Siemens-Chef in ganzseitigen Anzeigen in großen deutschen Tageszeitungen für die Energiewende.
Andere sind da schneller. Konkurrent ABB hat Ende 2009 mit der Borwin 1 seine erste Plattform vor Borkum installiert und brauchte ganze 26 Monate für Bau und Installation. Zwar ist die Borwin 1 kleiner. Auch waren die Bauvorschriften seinerzeit noch nicht so eng gefasst wie heute. Allerdings hat ABB sich früher als Siemens an eine Standardisierung der Offshore-Plattformen gemacht. Die Stahlstrukturen etwa hat ABB inzwischen so konzipiert, dass sie in allen führenden Werften der Welt gebaut werden können. Das bringt Flexibilität. So arbeitet ABB mit Werften in den Niederlanden, Norwegen und Dubai. Für den Transport der Plattformen zum Installationsort braucht ABB zudem keine Spezialschiffe mehr, es reichen einfache Schlepper. Auch entfallen die teuren Maßnahmen zum Lärmschutz, denn bei der Installation sind keine Rammarbeiten erforderlich.
Zurzeit arbeitet ABB an zwei Plattformen, der Dolwin 1 und der Dolwin 2. Sie sollen in der Nordsee vor dem Dollart installiert werden. Beide sind von der Größe mit den Siemens-Plattformen vergleichbar. Dolwin 1 wird ABB noch in diesem Jahr installieren, Dolwin 2 im Jahr 2014. Bei beiden liegt der Siemens-Wettbewerber im Plan. Die Bauzeit beträgt gut zwei Jahre.
Gespannter Blick auf die Quartalszahlen
Bei den Münchnern drücken die Bau-Verzögerungen der Offshore-Plattformen kräftig auf die Bilanz. Statt der ursprünglich prognostizierten sechs Milliarden Euro Nettogewinn für das am 30. September endende Geschäftsjahr, erwartet Siemens jetzt nur noch zwischen 5,2 und 5,4 Milliarden Euro Gewinn. Ende Juni sprach Finanzvorstand Joe Kaeser mit Blick auf das weitere Geschäft von einem „steinigen Weg“.
Mit Spannung blicken Analysten darum am kommenden Donnerstag nach München. Dann legt der Konzern die Zahlen für das dritte Quartal vor. Experten sind sich einig, dass die von Löscher versprochene Erholung im zweiten Halbjahr abgeblasen ist. „Siemens wird sein Gewinnziel erreichen“, glaubt Markus Friebel von Independent Research in Frankfurt, „jedoch am ganz unteren Ende des Zielkorridors ankommen.“ Friebel rechnet mit etwa 5,1 Milliarden Euro Nettogewinn im laufenden Geschäftsjahr. Grund seien die Unsicherheiten der weltweiten Konjunkturentwicklung. Selbst in einstigen Boom-Staaten wie China stottert der Konjunkturmotor.
Lichtblick immerhin: Letzten Donnerstag meldete Siemens den Zuschlag für einen Windpark-Auftrag vor der britischen Küste. Kein kleines Projekt – das Auftragsvolumen liegt bei 2,5 Milliarden Euro.
- Seite 1: Siemens verheddert sich im Windkraftgeschäft
- Seite 2: Umstrukturierung bei Siemens
- Seite 3: Fehlerhafte Planung
- Seite 4: Voranschreitende Konkurrenz


























- als Spam melden
- antworten
Alle Kommentare lesen27.07.2012, 01:59 UhrAnonymer Benutzer:meerwind7
Hier handelt es sich nicht um das Windkraftgeschäft, sondern um feste Offshore-Installationen.
Offenbar auch um übertriebene Anforderungen der Behörden. Immerhin sines nicht Plattformen mit großem Personal und spezifischen Risiken des Bohrgeschaefts.
PS: Bei diesen Sicherheitscodes sollte wirklich auch schwer unterscheidbare zeihen wie klein p und groß P verzichtet werden.