Partnerschaft in Übersee: Was sich E.On vom Brasilien-Einstieg erhofft

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Partnerschaft in Übersee: Was sich E.On vom Brasilien-Einstieg erhofft

von Andreas Wildhagen

Der Energiekonzern E.On hat nach langer Suche einen Partner in Brasilien gefunden. Weitere sollen folgen – auf ebenso weit entfernten Kontinenten.

 

Die Erfahrungen des Ruhrgebiets-Nachbarn interessieren nicht weiter: Der Essener Dax-Kollege ThyssenKrupp erleidet gerade einen milliardenschweren Schiffbruch mit dem Bau eines Stahlwerks in Brasilien, das dem Stahlkocher nun ein Minus von 1,7 Milliarden Euro beschert. Doch Strom ist nicht Stahl.

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Jetzt  versucht es der Düsseldorfer Versorger E.On mit seinem Glück im Schwellenland namens Brasilien. Mit dem Aufbau eines Gemeinschaftsunternehmens im fünfgrößten Land der Welt soll das durch Atomausstieg und Energiewende in Deutschland arg in Bredouille gebrachte Stromgeschäft wieder in Schwung kommen.

Milliardenverluste im Erdgasgeschäft

Mit der brasilianischen MPX Energia S.A. will E.On-Chef Johannes Teyssen nun sein Glück versuchen – abseits von Moratorien von Kernkraftwerken und Ausstiegsbeschlüssen der Regierung im Berlin, die ganz ohne E.On stattfanden - weit weg auch von Gazprom und den russischen Weiten, in denen das so wertvolle Erdgas für die Gashandelstochter E.On Ruhrgas aus Essen liegt, tief und augenblicklich zu teuer für E.On. Der Konzern schreibt Milliardenverluste mit seinem Erdgasgeschäft. Und die hartleibigen Russen sagen bei quälenden Preis-Nachverhandlungen stets „Njet“.

Brasiliens Energiemarkt wächst wie kein anderer 

Anders die netten Brasilianer. In ihrem viel weiter entfernten Land ist E.On hoch willkommen. 350 Millionen Euro will der deutsche Energieversorger in das E.On-MPX-Gemeinschaftsunternehmen investieren und sich dazu noch mit zehn Prozent an MPX beteiligen. Ein Fest für die Brasilianer. Dabei geht das E.On-Management eine Liaison mit einem eigenwilligen Eigentümerunternehmen ein, dem Brasilianer Eike Batista, der zu den reichsten Männern der Welt zählt.

Brasilien ist der am schnellsten wachsende Energiemarkt der Welt, beide Unternehmen sprechen von 11 000 Megawatt Erzeugungskapazität als Basis, auf die durch Gemeinschaftsinvestitionen zusätzliche 14 000 Megawatt Leistung hinzugewonnen werden sollen. Ein ehrgeiziges Ziel. Damit erhält E.On nach langer Zeit wieder eine klare Wachstumsperpektive.

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