Pleitewelle: Solarwatt meldet Insolvenz an

Pleitewelle: Solarwatt meldet Insolvenz an

Bild vergrößern

Ein Mitarbeiter poliert ein Solarmodul der Firma Solarwatt AG in Dresden. Das Unternehmen musste Insolvenz anmelden.

Die Pleitewelle in der deutschen Solarbranche rollt weiter: Jetzt muss das Dresdner Unternehmen Solarwatt Insolvenz anmelden. Auch die heute eröffnete Messe Intersolar bekommt die Firmenpleiten zu spüren.

Der Dresdner Modulbauer Solarwatt mit seinen knapp 500 Mitarbeitern hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung einen Antrag auf einen Insolvenzschutzschirm gestellt. Das Management plane eine Sanierung in Eigenverwaltung, bei der die bisherige Unternehmensleitung am Ruder bleibt und mit einem externen Sanierungsexperten zusammenarbeitet, teilte Solarwatt am Mittwoch mit. Das Amtsgericht Dresden hat dem Antrag zugestimmt. Das Verfahren schützt betroffene Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger, ohne die Geschäfte einem Insolvenzverwalter zu überlassen. Der Geschäftsführung wird nur ein Sachwalter zur Seite gestellt.

Die Firma hatte am Vortag bereits angekündigt, möglicherweise den Insolvenzantrag stellen zu müssen, da die Verhandlungen über die erforderlichen Sanierungsbeiträge der Aktionäre erfolglos gewesen seien.

Anzeige

Der Modulbauer ist auf die Errichtung schlüsselfertiger Solarkraftwerke in Europa spezialisiert. Der zuletzt für 2010 veröffentlichte Jahresumsatz betrug 324 Millionen Euro und der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) 16 Millionen.

In den vergangenen Monaten mussten zahlreiche Solarunternehmen wegen des Preisverfalls in der Branche den Gang zum Amtsgericht antreten - allen voran der einst weltgrößte Solarkonzern Q-Cells, der Solarpionier Solon, die einstige Q-Cells-Tochter Sovello, Odersun wie auch die Kraftwerksentwickler Solar Millennium und Solarhybrid.

Solarwatt mit Sitz in Dresden wurde 1993 gegründet und fertigt unter anderem kristalline Solarmodule. Die Firma war 2011 von der Krise der deutschen Solarfirmen erfasst worden und in die roten Zahlen gerutscht.

Ausstellerrückgang auf der Intersolar

Auch die weltgrößte Solarmesse Intersolar bekommt die Pleitewelle zu spüren. Die Messe wurde am Mittwoch in München mit deutlich weniger Ausstellern als im Vorjahr eröffnet. In den vergangenen Monaten ging die Zahl nach Angaben der Veranstalter um rund 300 auf weniger als 2000 Aussteller zurück - vor allem wegen zahlreicher Firmenpleiten.

"In diesem Jahr steht die Intersolar unter dem Eindruck eines harten internationalen Wettbewerbs", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig, bei der Eröffnung. Schuld ist neben dem extremen Preisdruck durch Konkurrenz aus China der Streit um die Kürzung der Solarförderung in Deutschland. Am Mittwoch berichtete die "Bild"-Zeitung, dass die schwarz-gelbe Koalition die staatliche Förderung für Solaranlagen ab 2013 deutlich zurückfahren wolle. Der stellvertretende Unions-Fraktionschef Michael Fuchs sagte demnach: „Die Solarförderung muss mindestens so stark sinken, wie der Preis für Solarpanele fällt.“ Ansonsten komme es zu einer Überförderung zulasten von Verbrauchern und Unternehmen. Eine Kürzung um „20 bis 25 Prozent pro Jahr“ sei möglich, wurde Fuchs zitiert.

Der FDP-Energieexperte Klaus Breil brachte dem Vorabbericht zufolge sogar einen kompletten Förderstopp ins Gespräch. „Denkbar ist, dass im nächsten Jahr die Förderung für Anlagen auf Freiflächen auslaufen kann“, sagte Breil. 2015 könne dann die Förderung von Neuanlagen auf Hausdächern enden. Voraussetzung sei ein weiterer Preisverfall bei Photovoltaikanlagen. Am Mittwoch startet das Vermittlungsverfahren über die künftige Solarstromförderung. Der Bundesrat hatte im Mai die massiven Kürzungspläne der Bundesregierung gestoppt und eine grundlegende Überarbeitung des Gesetzes verlangt.

Mit Material von Reuters und dpa

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%