Prognose gestrichen: Solarworld rutscht tief ins Minus

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Prognose gestrichen: Solarworld rutscht tief ins Minus

Für den hochdefizitären Solarkonzern Solarworld ist ein Ende der Misere noch nicht in Sicht. Solarworld werde aus heutiger Sicht 2012 kein positives Betriebsergebnis erzielen, so das Unternehmen.

Für Solarworld sieht es düster aus: Nach millionenschweren Abschreibungen und tiefroten Zahlen in den ersten sechs Monaten erwartet Vorstandschef Frank Asbeck entgegen früheren Ankündigungen nun auch im Gesamtjahr erneut einen operativen Verlust. An der Börse brach die Aktie zu Handelsbeginn am Montag um rund zehn Prozent auf 1,18 Euro ein.

Asbeck sagte im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters: „Wir erwarten 2013 ein Ende der negativen Nachrichten“. Wann Solarworld aber wieder Gewinne schreibe, das stehe „in der Sonne“. Derzeit arbeite Solarworld mit Volldampf an Kostensenkungen - beim Personal wie auch beim Materialeinkauf

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Als Hauptgrund für die Misere nannte Asbeck den Preisverfall, ausgelöst durch das Preisdumping chinesischer Konkurrenten. Zudem rechnet der Firmenchef mit weiter sinkenden Erlösen bei gleichzeitig steigendem Absatz.

Er will nun erneut mit Stellenstreichungen gegensteuern. 300 Arbeitsplätze sollen bis Ende 2012 wegfallen. Im Vorjahr mussten bereits 500 Mitarbeiter ihren Hut nehmen. Aktuell beschäftigt Solarworld noch knapp 2600 Mitarbeiter.

Übersicht zur Solarworld-Aktie (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Übersicht zur Solarworld-Aktie (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Nach Angaben von Solarworld sanken die Erlöse vor allem aufgrund eines „durch Preisdumping ausgelösten Preisverfalls“. Wegen der gesunkenen Preise musste der Konzern zudem im ersten Halbjahr Wertberichtigungen auf sein Vorratsvermögen in Höhe von 33,5 Millionen Euro vornehmen. Zudem korrigierte er den Wert seiner Anzahlungen auf Silizium um 80,8 Millionen Euro nach unten.

Die Anleger reagierten schockiert auf die Hiobsbotschaften: Die im TecDAX notierten Solarworld-Aktien brachen in den ersten Handelsminuten um über fünf Prozent ein. Börsianer waren von den Nachrichten geschockt. „Die Zahlen sind richtig übel, der dicke Verlust kam aus heiterem Himmel“, sagte ein Händler. „Man sieht mal wieder, dass die Krise in der Solarindustrie überall ihre Spuren hinterlässt - auch Solarworld ist davor nicht gefeit.“

Fotovoltaik Solarworld-Chef Asbeck unter Druck

Über dem Bonner Fotovoltaikkonzern Solarworld braut sich einiges zusammen. Experten sorgen sich um seine Zukunft.

Solarworld-Chef Frank Asbeck Quelle: dpa/Montage

Wertberichtigungen von rund 120 Millionen Euro sorgten im ersten Halbjahr für einen Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 143,8 Millionen Euro, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 70,5 Millionen in den Büchern stand. Unter dem Strich lag das Minus bei 159,3 (Vorjahr: plus 22,2) Millionen Euro. Der Umsatz brach trotz Absatzzuwächsen auf 340 (533,6) Millionen Euro ein. Analysten hatten deutlich mehr erwartet.

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Bereits Anfang Juli hatte die WirtschaftsWoche berichtet, dass für Experten feststehe, dass man mit dem Schlimmsten rechnen müsse. In den Wochen zuvor hatten gleich mehrere Banken und Investmenthäuser ihre Kursziele für die Solarworld-Aktie gesenkt.

Zum Jahresauftakt hatte der Solarkonzern noch von einer Sonderkonjunktur vor den anstehenden Förderkürzungen profitiert und mehr verdient als von Experten erwartet. Wegen des Preisverfalls und hoher Abschreibungen hatte Solarworld allerdings bereits 2011 bei einem Umsatzrückgang auf rund eine Milliarde Euro einen Fehlbetrag von knapp 300 Millionen verbucht. Operativ lag das Minus bei 233,2 Millionen Euro.

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