Prokon: Insolvenzverwalter verzichtet auf Schadenersatz-Forderung

Prokon: Insolvenzverwalter verzichtet auf Schadenersatz-Forderung

, aktualisiert 19. November 2014, 13:26 Uhr
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Prokon: Carsten Rodbertus (r) und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin haben sich außergerichtlich geeinigt.

Der frühere Prokon-Chef Carsten Rodbertus kommt ohne Schadenersatzklage davon: Der Insolvenzverwalter verzichtet darauf, weil bei Rodbertus nichts zu holen sei.

Das Kapitel Carsten Rodbertus ist bei dem insolventen Windenergie-Unternehmen Prokon Geschichte. Die Auseinandersetzungen mit dem früheren geschäftsführenden Gesellschafter und Gründer seien außergerichtlich beigelegt worden, teilte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am Mittwoch in Hamburg mit. Eine Schadenersatzklage werde aufgrund von Vermögenslosigkeit Rodbertus nicht erhoben.

Der „Öko-Pionier“, der 75.000 Anleger dazu brachte, 1,4 Milliarden Euro in Genussrechte der Firma zu investierten, zieht sich als Gesellschafter und Geschäftsführer zurück. Zudem darf er „künftig in keiner Form mehr in Sachen Prokon tätig werden oder öffentliche Erklärungen abgeben“, teilte Penzlin mit. Diese Verpflichtungen seien durch hohe Vertragsstrafen abgesichert.

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Bis eine neue Führungscrew gefunden ist, leitet Betriebswirt Kai Peppmeier die Geschäft weiter. Diese hatte er schon Anfang Mai übernommen, nachdem der Insolvenzverwalter Rodbertus fristlos als Chef der Prokon Regenerative Energien GmbH entlassen hatte.

Rodbertus schmiedete eigene Pläne

Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit für eine Sanierung war aus Sicht Penzlins nicht mehr gegeben: Rodbertus hatte hinter dessen Rücken Pläne für eine Genossenschaft geschmiedet, in die die Prokon-Anteile übertragen werden sollten. Prokon war Anfang 2014 in finanzielle Bedrängnis geraten und im Mai ins Insolvenzverfahren gegangen.

Schadensersatzansprüche hatte der Insolvenzverwalter seit Juni prüfen lassen, als er feststellte, dass Rodbertus bei den Gläubigern „bisher Schäden von mehr als einer halben Milliarde Euro verursacht“ habe. Um Ansprüche durchzusetzen, hätte Penzlin vor Gericht ziehen müssen, was „die Insolvenzmasse mit erheblichen Kosten belastet“ hätte. Das wäre mit seiner Aufgabe der bestmöglichen Vermögensbetreuung nicht zu vereinbaren, teilte der Verwalter mit.

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Offen ist noch, ob sich Rodbertus vor Gericht verantworten muss. Die Staatsanwaltschaft Lübeck ermittelt unter anderem wegen Insolvenzverschleppung gegen ihn.

Für die Anleger, die nach früheren Angaben 40 bis 70 Prozent ihres Kapitals verlieren werden, zeichnen sich mittlerweile zwei Lösungen ab: Entweder werden sie Eigentümer von Prokon, oder das Unternehmen wird an einen Investor verkauft. Die drei Bereiche Bestandswindparks, neue Projekte und Endkundenversorgung werden restrukturiert. Weitere Bereiche - darunter ein Biodieselwerk in Magdeburg sowie Wälder in Rumänien - sollen verkauft werden. Den Abschluss der Sanierung peilt Penzlin im ersten Halbjahr 2015 an.

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