Quartalszahlen: E.On mit deutlichem Ergebnisrückgang

Quartalszahlen: E.On mit deutlichem Ergebnisrückgang

Deutschlands größter Energiekonzern E.On verdient weniger: Im ersten halben Jahr sackte das operative Ergebnis um 15 Prozent. Grund sind Kosten für die Energiewende.

Die Folgen der Energiewende machen Eon zu schaffen. Das Ergebnis des größten deutschen Energiekonzerns ging im ersten Halbjahr deutlich zurück. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sackte das operative Ergebnis (Ebitda) um 15 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Der um Bewertungseffekte bereinigte Überschuss - die entscheidende Kennziffer für die Dividendenberechnung - sackte sogar um 42 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro ab. Der Umsatz lag mit 64,6 Milliarden Euro leicht unter dem Vorjahreswert. An den Prognosen für das Gesamtjahr hielt der Vorstand allerdings fest.

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E.On nach 20 Monaten Energiewende

  • Umsatz

    E.On hat seinen Umsatz zwischen 2010 und 2012 von 93 Milliarden Euro auf 118 Milliarden Euro gesteigert.

  • Konzernüberschuss

    Beim Konzernüberschuss (Fehlbetrag) musste E.On 2011 ein Minus von 1,8 Milliarden Euro ausweisen, 2012 steht hier wieder ein Plus von 2,6 Milliarden Euro.

    Der nachhaltige Konzernüberschuss (bereinigt um außergewöhnliche Effekte) lag 2010 noch bei 4,8 Milliarden Euro, brach 2011 auf 2,5 Milliarden ein und stabilisierte sich 2012 wieder bei 4,2 Milliarden.

  • Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen

    Der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen (Ebitda) nahm von 13,3 Milliarden Euro im Jahr 2010 auf 10,8 Milliarden im Jahr 2012 ab. 2011 war er auf 9,3 Milliarden abgesackt.

  • Nettoverschuldung Ebitda

    Der Wert sank von 37,7 im Jahr 2010 auf 36 im Jahr 2012.

  • Anteil abgeschalteter & noch abzuschaltender Atomkraftwerke

    E.On hat bereits Kraftwerke abgeschaltet, die einem Anteil von 15 Prozent an seiner Gesamtstromkapazität entsprechen. Weitere 26 Prozent stehen noch aus.

  • Anteil Gas an Stromerzeugung

    Der Gasanteil lag 2012 bei 35 Prozent und damit auf dem selben Wert wie 2010. 2011 lag er mit 38 Prozent zwischenzeitlich etwas höher.

  • Anteil Steinkohle an Stromerzeugung

    Steinkohle hat für E.On an Bedeutung gewonnen. Der Anteil stieg von 23 Prozent in den Jahren 2010 und 2011 auf 26 Prozent im Jahr 2012.

  • Anteil Braunkohle an Stromerzeugung

    Braunkohle-Kraftwerke spielen bei E.On mit einem Anteil von fünf bis sechs Prozent in den vergangenen drei Jahren eine untergeordnete Rolle.

  • Anteil Erneuerbare an Stromerzeugung

    Die erneuerbare Energie hat E.On von 11 Prozent auf 12 Prozent im Jahr 2012 leicht ausgebaut.

  • Anteil Wind an Stromerzeugung

    Der Anteil der Windkraft stieg dabei von drei auf vier Prozent zwischen 2010 und 2012.

  • Unternehmenswert

    Der Wert des Konzerns fiel beträchtlich. Waren es 2010 noch 45,8 Milliarden Euro, wird E.On 2012 nur noch mit 28,2 Milliarden Euro bewertet.

  • Fazit

    Der Börsenwert ist dramatisch eingebrochen. Die Gewinne können nur durch Beteiligungsverkäufe gehalten werden.

Damit sorgte er für Erleichterung an der Börse. Die Aktie legte am Morgen um 3,27 Prozent auf 12,63 Euro zu - und lag damit an der Spitze des deutschen Aktienleitindex Dax. Die Geschäftsentwicklung liege im Rahmen der Erwartungen, erklärte Eon. Wegen der schwachen Aussichten im Erzeugungsgeschäft soll das operative Ergebnis um mindestens eine Milliarde auf 9,2 bis 9,8 Milliarden Euro schrumpfen. Der nachhaltige Überschuss soll auf 2,2 bis 2,6 Milliarden Euro sinken, das wären schlimmstenfalls zwei Milliarden weniger als 2012.

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Angesichts des Ökostrom-Booms verdient der Konzern mit seinen fossilen Großkraftwerken immer weniger. Die Großhandelspreise sind deutlich gesunken, zudem sind die Anlagen oft nur schwach ausgelastet. Das konnte der Konzern nicht mit höheren Gewinnen im Öl- und Gasfördergeschäft und der eigenen Ökostromsparte sowie gesunkenen Kosten wettmachen. Zudem blieben größere positive Sondereffekte wie im Vorjahr aus. Damals hatte sich Eon mit dem russischen Gasriesen Gazprom auf neue Bezugsverträge geeinigt. Das hatte den Düsseldorfern einen Sondergewinn von 1,2 Milliarden Euro beschert.

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