Radikallösung: RWE prüft Verkauf seiner fossilen Kraftwerke

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Radikallösung: RWE prüft Verkauf seiner fossilen Kraftwerke

von Andreas Wildhagen

Der Energiekonzern RWE erwägt, was bisher niemand für möglich hielt: den Verkauf fossiler Kraftwerke. Denn die Energiewende trifft RWE härter als erwartet.

Deutschlands größter Stromproduzent RWE leidet stärker unter der Energiewende als befürchtet. Gaskraftwerke rechnen sich nicht mehr, weil sie nur noch wenige Stunden im Jahr Strom liefern. Auch viele Steinkohle- und  Braunkohlekraftwerke rutschen nun in die roten Zahlen. Deshalb prüft Konzernchef Peter Terium jetzt die Radikallösung.  Er erwägt, die fossilen Kraftwerke zu verkaufen – bisher ein Tabu für den Essener Konzern.

„RWE beschäftigt sich mit dem Gedanken, einzelne Kohlekraftwerke an Finanzinvestoren zu veräußern, um Geld in die Kasse zu bekommen“, sagt ein RWE-Insider. Der erwogene Abschied von klassischen Kohlekraftwerken zeigt, wie schwer sich der Konzern tut, die 33 Milliarden Euro Finanzschulden zu reduzieren.

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Ziel sei es, „die magische Grenze von 30 Milliarden Euro“ bei der Verschuldung zu unterschreiten, sagte ein RWE-Kenner kurz vor der Aufsichtsratssitzung am vergangenen Donnerstag.  Auslöser für die Überlegung, zu diesem Zweck auch  Kohlekraftwerke zu verkaufen, sind die massiv verschlechterten Aussichten auf dem Strommarkt. Haben kurz nach dem Beschluss zum Atom-ausstieg Unternehmer noch auf steigende Strompreise spekuliert, erleben sie nun das Gegenteil.

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Aufmacher Energieriesen Dreieroptik Quelle: dpa/Montage

Die Großhandelspreise für Strom sind in diesem Jahr von 50 Euro auf 36 Euro pro Megawattstunde gefallen. Das trifft RWE in besonderem Maße, denn bisher steht bei Verträgen mit  Großabnehmern für  den 2013 zu liefernden Grundlaststrom ein Großhandelspreis von rund 50 Euro pro Megawattstunde in den Büchern. Bei der demnächst anstehenden Neuauflage der  Verträge müsste RWE einen Abschlag hinnehmen. Er bedeutete bei einer Erzeugung von 200 Millionen Megawattstunden zwei Milliarden Euro weniger  Erlöse.

„Es gibt keinen Zweifel daran, dass uns schwere Zeiten bevorstehen“, sagte RWE-Chef Terium, als er am Donnerstagabend bekannt gab, dass der Konzern die Dividende für 2013 auf einen Euro je Aktie senkt. Im Vorjahr hatten die Aktionäre noch das Doppelte erhalten: zwei Euro je Aktie. Welche Finanzinvestoren bei dieser Entwicklung des Strompreises konventionelle Kraftwerke kaufen könnten, ist noch gar nicht ausgemacht.

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