Regenwald: Mit Waldschutz das Klima retten

Regenwald: Mit Waldschutz das Klima retten

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Atlantischer Regenwald im Bundesstaat Sao Paulo

von Alexander Busch

Wie Unternehmen Regenwald schützen – und vom grünen Image profitieren wollen.

In Boa Frente, einem kleinen Dörfchen am träge fließenden brasilianischen Amazonasarm ist es zur Mittagszeit unerträglich heiß und windstill. Die meisten der drei Dutzend Einwohner dösen in Hängematten. Doch sie laufen sofort zusammen, als zwei schwarze Helikopter über dem Dorf kreisen, schließlich auf einer Lichtung landen und eine Gruppe von Geschäftsleuten ausspucken. Ein Kamerateam umkreist die Gruppe, die inmitten der indianischen Bevölkerung besonders groß und weiß wirkt: Es sind Amerikaner vom Direktorium der Hotelkette Marriott International, die in Boa Frente eine Schule eröffnet. Sie wird nach dem Besitzer J. W. "Bill" Marriott jr. benannt. Zwei Millionen Dollar spendet Marriott über die nächsten vier Jahre für Schulen, Ambulanzboote und Medikamente.

Hotelgäste spenden für Regenwald

"Sie können sich gar nicht vorstellen, was das Amazonas-Engagement bei uns in den USA für starken Enthusiasmus auslöst", sagt Marriotts Vizepräsident Arne Sorenson von der Holzveranda der Schule herab zu den versammelten Menschen. Amazonas-Rettung! Das passt zur Hotelkette, die neuerdings über ein grünes Image nachdenkt. „Wir hätten nie gedacht, wie stark dieses Projekt auch nach innen wirkt“, sagt David Mann, Senior-Vizepräsident von Marriott begeistert. "Unsere Mitarbeiter sind Helden vor ihren Kindern, weil sie den Amazonas retten."

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Das Geld will der Konzern weltweit durch freiwillige Spenden seiner täglich 400.000 Gäste einsammeln. Für einen Dollar pro Tag können sie ihren Kohlendioxidverbrauch von durchschnittlich 37 Kilogramm pro Übernachtung weltweit neutralisieren. Bisher beteiligen sich Unternehmen wie Marriott oder Coca-Cola freiwillig an dem Projekt. Sie müssen nach dem Klimaabkommen keine Treibhausgase kompensieren. Für sie zählt der Marketing- und Sympathieeffekt bei Kunden und Mitarbeitern.

Wald-Zertifikate sollen Regenwald schützen

"Sie wollen die Story hinter der gesparten Tonne Kohlendioxid", sagt Martin Schröder, der für den deutschen TÜV Süd das Reservat zertifiziert. Denn die Stiftung hat den deutschen TÜV Süd beauftragt, für das Juma-Reservat die erste Zertifizierung nach zwei anspruchsvollen Standards vorzunehmen. Das Waldschutzgebiet Juma liegt 200 Kilometer südlich von Manaus. Es ist ein seit 2006 bestehendes Waldschutzgebiet von der doppelten Größe des Saarlandes. Dort leben 322 Familien.

Seit September letzten Jahres gilt offiziell vom TÜV bestätigt: Im Reservat könnten 366.000 Hektar Regenwald gerettet werden, wenn keine Bäume gefällt werden. Bis 2016 würden damit 3,6 Millionen Tonnen CO2 weniger in die Luft gepustet. "Die Bedeutung des Projektes ist enorm", sagt Schröder, der für den TÜV Süd das Reservat zertifiziert hat, "wenn Waldschutz bei den Klimaverhandlungen eine Rolle spielen wird, ist es wichtig zu zeigen, dass das funktionieren kann."

Vier bis fünf Monate dauerte die Zertifizierung. Doch der Aufwand ist notwendig: "CO2-Zertifikate sind eine Währung, da muss man schon sehr penibel sein, um die Risiken auszuschließen", sagt Schröder. "Schließlich helfen wir beim Gelddrucken."

Denn werden die Waldkredite irgendwann im Klimaabkommen akzeptiert – und das ist abzusehen – dann schaffen sie Werte, wo bisher keine sind: Die Reservate mit dem geschützten Wald sind dann ökonomisch mehr wert, als sie abzubrennen und in Weiden für magere Rinder zu verwandeln. Unternehmen könnten dann in Zukunft Bescheinigungen für intakten Regenwald kaufen und ihren Kohlendioxidausstoß ausgleichen.

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