Rosneft: Rosneft soll zur russischen Exxon aufsteigen

Rosneft: Rosneft soll zur russischen Exxon aufsteigen

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Ein Rosneft-Arbeiter dreht an einem Ventil

von Andreas Wildhagen

Der russische Präsident Putin will den Staatskonzern zum mächtigen Ölkonzern machen

Exxon und Mobil? Diese Fusion erschütterte vor 13 Jahren die Ölindustrie, ein Megakonzern entstand. Heute kräht kein Hahn mehr danach, dass Mobil ein Teil von Exxon ist, wissen nach all den Jahren die Wenigsten. Nun kommt es offenbar wieder zu einer spektakulären Übernahmen in derselben Größenordnung: Der staatliche russische Ölkonzern Rosneft will das Russland-Geschäft von BP übernehmen. Die Gelegenheit ist günstig. BP-Chef Bob Dudley hatte nicht viel Glück mit seinem Versuch, in Russland Fuß zu fassen. Das war aber bitter nötig, denn die finanziellen Schäden aus der Ölkatastrophe der Plattform Deepwater Horizon sind noch immer nicht verdaut.

BP ringt um sein Überleben, der urbritische Konzern stößt Anteile ab, um Geld hereinzuholen. Jetzt bietet sich der Verkauf des Russland-Geschäfts an. Das Angebot von Rosneft-Chef Igor Setschin muß sich für BP-Chef Dudley verlockend anhören.

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Betrugsvorwurf TNK-BP-Manager vor Milliardendeal festgenommen

Der Pressechef des Ölkonzerns TNK-BP ist wegen Betrugs festgenommen worden.

Der Presse-Chef des britisch-russischen Ölkonzerns TNK-BP wurde verhaftet. Quelle: Reuters

Einem Zeitungsbericht zufolge, hat Rosneft dem britischen Konzern 21 Milliarden Euro für dessen Anteile am russisch-britischen Ölförderer TNK-BP geboten. Setschin beabsichtigt auf diese Weise, den weltgrößten Ölförderer zu schmieden, knapp vor der US-amerikanischen Exxon, die bisher das Symbol für Macht und Einfluss der USA stand. Was Rockefeller im 19. Jahrhundert mit seiner Standard Oil aufbaute – er kaufte viele Ölgesellschaften zusammen, die in Not geraten waren – will nun Präsident Wladimir Putin. Kalkül: Im Erdölgeschäft hilft nur Größe weiter, das haben die weltweit agierenden Fördergesellschaft längst begriffen. Nur BP wurde durch das Unglück von Deepwater Horizon von den Großen abgehängt. Da wittern Putin und sein wichtigster Verbündete in der russischen Wirtschaft, Igor Setschin, eine einmalige Chance.

BP hatte in Russland nie Glück, trat dort auch oft arrogant und ein bisschen zu weltmännisch auf. Mit dem Konsortium AAR, ein Verbund von vermögenden russischen Unternehmern („Oligarchen“), hatte BP vor neun Jahren ein Konsortium gegründet, um in Russland schneller wachsen zu können. Doch traten die BP-Manager auch häufig ins Fettnäpfchen und übersahen russischen Stolz und russische Empfindlichkeiten. AAR fühlte sich bei vielen BP-Entscheidungen ausgebremst. So lag auf Dauer kein Segen auf dieser britisch-russischen Kooperation.

Putin und Setschin wollen die Russische Föderation nun zur wichtigsten Rohstoff-Supermacht ausbauen. Mit Sorge sehen die Kremlfürsten, dass sich die USA beim Erdgas zunehmend autark abschotten und durch eigene Schiefergasförderungen kein Gas mehr importieren müssen, Schiefergas sogar in verflüssigter Form (LNG) auf Großtankern über die Meere schicken, so schätzen es Brancheninsider ein. Nun will sich Russland beim Öl nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und schmiedet mit Rosneft einen Koloss. Dass dieser staatlich ist, stört nur wenige Ordnungspolitiker im Westen.

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Die gesamte deutsche Energiewirtschaft war vor 13 Jahren staatlich oder staatlich dominiert oder beeinflusst. Sogar der konservative EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) forderte erst vor drei Tagen die Verstaatlichung der deutschen Stromnetze, so ganz nebenbei. In der gesamten Energiewirtschaft, bei Strom und Gas, schlägt das Pendel im Westen in Richtung staatlicher Ordnungsmacht. Beim Öl ist es jetzt so in Russland.     

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