Russland-Affäre: EnBW hat offenbar wichtige Schriftstücke vernichtet

Russland-Affäre: EnBW hat offenbar wichtige Schriftstücke vernichtet

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Wichtige Dokumente im Prozess um den russischen Lobbyisten Andrej Bykow sollen durch eine Migration der IT-Infrastruktur bei EnBW vernichtet worden sein.

130 Millionen Euro - auf diese Summe hat EnBW vier seiner Manager verklagt. Zu ihrer Entlastung sollte alte E-Mail-Accounts dienen, doch die Daten sind nicht mehr vorhanden und offenbar unwiderruflich gelöscht.

Vier Postfächer und dazugehörige Kalender sind "gelöscht" und konnten "auch nicht wieder hergestellt werden". In den meisten Fällen ist so ein Datenverlust höchst ärgerlich, im Falle der vier EnBw-Manager hoch brisant. Denn EnBW hat Konrad Schauer, Wolfgang Heni, Thomas Hartkopf und den Technikvorstand Hans-Josef Zimmer, auf insgesamt 130 Millionen Euro Regress verklagt. Von den neuen Entwicklungen bei EnBw berichtet das Handelsblatt in seiner Dienstagsausgabe.

Die Manager sollen - so der Vorwurf von EnBW - ohne Zustimmung der entsprechenden Gremien wirtschaftlich sinnlose Verträge mit dem russischen Lobbyisten Andrej Bykow abgeschlossen haben. Bykow sollte laut EnBW kerntechnische Leistungen erbringen - etwa die Lieferung von Uran aus Russland organisieren. Diese Leistung habe er nicht erfüllt, daher forderte EnBW die im Voraus gezahlten 130 Millionen Euro von ihm wieder zurück.

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Andrej Bykow vor dem EnBW-Logo (Montage) Quelle: dpa/Montage

Bykow erzählt jedoch eine ganz andere Geschichte. Er habe genau das getan, was EnBW von ihm gewollt habe, nämlich dem Konzern heimlich Zugang zum russischen Gasmarkt verschafft. Zwei Schiedsgerichte haben dem Russen im Streit gegen EnBW bereits rechtgegeben. Jetzt will EnBW die vier Manager Schauer, Heni, Hatkopf und Zimmer belangen. Der Vorwurf: Sie sollen verantwortlich dafür sein, dass Zahlungen an Bykows Firmen im Voraus flossen, ohne Absicherungen für den Fall einer Nicht-Lieferung und ohne, dass die verantwortlichen Manager davon gewusst hätten.

Die Manager bestreiten das vehement. Der Vorgang sei von den jeweiligen Vorstandsvorsitzenden abgesegnet gewesen. Zu ihrer Entlastung hatten sie Zugriff auf ihre alten Postfächer verlangt. Eben jene Daten sind nun, wie das Handelsblatt berichtet, spurlos verschwunden. Eine "Migration der IT-Infrastruktur habe dazu geführt, dass Mail-Accounts/Postfächer aus den Jahren vor 2009 nicht mehr vorhanden sind."

Vielleicht ist der Verlust der Daten weniger tragisch als zunächst gedacht. Denn die vier Manager haben nach Informationen des Blatts auch die Öffnung der Postfächer ihrer ehemaligen Vorstandschefs beantragt - und die sollen die Mails schließlich bekommen haben.

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