RWE-Chef Terium: Nicht jedes neue Windrad soll ans Netz dürfen

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exklusivRWE-Chef Terium: Nicht jedes neue Windrad soll ans Netz dürfen

von Reinhold Böhmer und Henning Krumrey

Der Chef des Essener Energiekonzerns RWE, Peter Terium, verlangt, dass künftig nicht mehr jedes neue Windrad einen Anschluss an das deutschlandweite Stromnetz erhält.

„Anlagen mit erneuerbaren Energien sollen mit Vorrang dort gebaut werden, wo der Strom gebraucht wird“, sagte Terium im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wenn ich als Niederländer meinen Wohnwagen im Schwarzwald parke, die Räder abschraube und sage: Das ist jetzt mein Haus, lieber Staat, jetzt baue mir mal die Straße hierhin – dann geht das auch nicht.“

Zugleich wandte sich Terium gegen eine Reduzierung der Einspeisevergütung für Ökostrom aus bestehenden Anlagen. „Die Investitionszusagen der Vergangenheit kann man nicht einfach einkassieren, ohne den Investitionsstandort Deutschland zu schädigen. Deutschland ist keine Bananenrepublik“, so der Chef des zweitgrößten deutschen Energiekonzerns, der seinerseits in erneuerbare Energien investiert hat. Damit reagiert Terium auf die Strompreisbremse von Bundesumweltminister Peter Altmaier, der auch einen Beitrag bestehender Anlagen vorgeschlagen hatte.

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Das sind die größten Energieversorger der Welt

  • Platz 10

    Die Rangliste der größten Energieunternehmen der Welt eröffnet Kansai Electric Power. Der japanische Versorger kam 2011 auf einen Umsatz von 33,3 Milliarden Dollar.

  • Platz 9

    Mit 39,3 Milliarden Dollar Umsatz liegt der südkoreanische Versorger Korea Electric Power (Kepco) auf dem neunten Rang.

  • Platz 8

    Iberdrola landet auf dem achten Platz. Der spanische Versorger erwirtschaftete 2011 Erlöse in Höhe von 41 Milliarden Dollar.

  • Platz 7

    Der britische Versorger SSE (Scottish and Southern Energy) landet auf Rang sieben der Rangliste. Umsatz 2011: 45,4 Milliarden Dollar.

  • Platz 6

    Der erste deutsche Energiekonzern findet sich auf Platz sechs wieder. RWE erwirtschaftete im Jahr 2011 Erlöse von 63,7 Milliarden Dollar.

  • Platz 5

    64,6 Milliarden Dollar erwirtschaftete Tokyo Electric Power im Jahr 2011. Besser bekannt ist das Unternehmen unter der Abkürzung Tepco. Nach der Katastrophe am Atomkraftwerk von Fukushima ist Tepco inzwischen mehrheitlich im Besitz des japanischen Staates.

  • Platz 4

    Électricité de France (EDF) schrammt knapp am Treppchen vorbei. Die Franzosen kommen mit einem Umsatz 2011 von 84,6 Milliarden Dollar auf Platz vier.

  • Platz 3

    Der größte italienische Energiekonzern ist weltweit die Nummer drei. Enel machte 2011 einen Umsatz von 103,2 Milliarden Dollar.

  • Platz 2

    Der französische Versorger GDF Suez findet sich auf Rang zwei der Rangliste. Im Jahr 2011 erwirtschaftete GDF Suez Erlöse in Höhe von 117,5 Milliarden Dollar.

  • Platz 1

    Der deutsche Branchenprimus ist auch weltweit die Nummer eins. Eon kam im Jahr 2011 auf einen Umsatz von 157,3 Milliarden Dollar - das reicht für die Spitzenposition.

Acht bis elf Milliarden Euro zu viel Schulden

Die Verschuldung des Essener Energiekonzerns in Höhe von 35 Milliarden Euro ist nach Angaben von Peter Terium um neun bis elf Milliarden Euro zu hoch. „Ein Unternehmen wie wir kann sich den dreifachen Betrag seines Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen an Verschuldung leisten. Wir kommen bei diesem Ergebniswert auf 8,5 bis 9 Milliarden Euro, das reicht also nur für eine Verschuldung von 24 bis 27 Milliarden Euro“, sagte Terium.

Um Kosten zu sparen, schloss Terium nicht aus, dass RWE neue Mitarbeiter künftig schlechter bezahlt. „Wir stehen für den Dialog mit den Sozialpartnern. Gemeinsam mit ihnen lassen wir keine Denkverbote zu, wie wir unsere Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen können“, sagte er auf die Frage, ob die Deutsche Post ein Vorbild für RWE sei, die vor dem Börsengang niedrigere Gehälter für neue Mitarbeiter eingeführt hatte.

Kernmarkt Deutschland und Europa

Peter Terium, hat sich klar gegen eine Expansion ins außereuropäische Ausland entschieden. „Unser Kernmarkt ist Deutschland und Europa“, betonte Terium. „Wir glauben nicht, im außer-europäischen Ausland unsere Probleme hier vor Ort lösen zu können.“ Die Rahmenbedingungen für Investitionen in Deutschland seien, „trotz aller Kritik“ immer noch besser als in China, Indien oder Brasilien. „Dort wartet keiner auf RWE, um Kraftwerke zu betreiben, das können die alle selbst“, so Terium.

Damit setzt sich der Niederländer, der seit Juli 2012 an der Spitze von RWE steht, vom Branchenführer E.On ab, dessen Vorstandschef Johannes Teyssen Gewinneinbrüche durch den Atomausstieg durch Expansion in Schwellenländer auffangen will.

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