RWE: Das ist Teriums Umbau-Plan

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RWE: Das ist Teriums Umbau-Plan

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Terium spaltet RWE auf.

von Angela Hennersdorf

RWE holt zum großen Befreiungsschlag aus. Das Geschäft mit Ökostrom, Vertrieb und Netzen soll in eine eigene Tochtergesellschaft ausgegliedert werden. Was hinter dem Umbau-Plan steckt.

Jetzt also doch. Immer wieder drohte RWE-Chef Peter Terium damit, es seinem Düsseldorfer Rivalen E.On nachzumachen, und den Konzern aufzuspalten: in einen zukunftsträchtigen Unternehmensteil mit Ökostrom und in ein Unternehmen mit den kriselnden Kohle- und Gaskraftwerken.

Jetzt macht Terium seine Drohung wahr: Wie der Konzern heute in einer eilig einberufenen Telefonkonferenz mitteilte, gliedern nun auch die Essener ihre Unternehmen in einen „neuen“ und einen „alten“ Teil auf. Allerdings spaltet der Essener Konzern im Gegensatz zum Düsseldorfer Energieversorger E.On keine Unternehmensteile in eine eigene Gesellschaft aus. RWE geht einen anderen Weg, wenn auch nur auf der formalen Ebene. In der Sache folgen die Essener doch dem, was E.On schon vor über einem Jahr beschlossen hat.

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Deutschlands Energieriesen im Vergleich

  • Eon

    Mit über 122 Milliarden Euro Umsatz und weltweiten Kapazitäten zur Stromerzeugung von 61 Gigawatt im Jahr 2013 ist Eon Deutschlands größter Energiekonzern. Doch den Düsseldorfern machen die Folgen der Energiewende zu schaffen. Das klassische Stromgeschäft wirft wegen des wachsenden Anteils von Sonnen- und Windenergie immer weniger Geld ab. Zudem häufte Eon durch seine Expansion einen Schuldenberg von 31 Milliarden Euro an. Ende 2013 hatte der Konzern 62.200 Mitarbeiter.

  • RWE

    Die Gewinne des zweitgrößten deutschen Versorgers sind wegen des niedrigen Börsenstrompreises 2014 rapide geschrumpft. Das betriebliche Ergebnis sank auf 4 Milliarden Euro und lag 25 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Außenumsatz des Konzerns ging von 52,4 auf 48,5 Milliarden Euro zurück. Die Nettoverschuldung von RWE bewegte sich 2014 mit 31 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Ende 2014 beschäftigten die Essener weltweit knapp 59.800 Mitarbeiter.

  • EnBW

    Die Nummer drei der Branche will zum Treiber der Energiewende werden. Ende 2013 erzeugte EnBW knapp 20 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien wie Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. Bis 2020 soll der Anteil 40 Prozent betragen. Die Karlsruher haben rund 20.000 Mitarbeiter und einen Umsatz von über 20 Milliarden Euro. Unrentable Kraftwerke und niedrige Strompreise sorgten unter dem Strich in den ersten neun Monaten 2014 für ein Minus von über 770 Millionen Euro.

  • Vattenfall

    Fallende Preise machten dem schwedischen Konzern 2014 zu schaffen. Der Umsatz sank auf 166 Milliarden Kronen (18 Milliarden Euro). Auch das bereinigte Betriebsergebnis von 2,6 Milliarden Euro fiel geringer aus - teils wegen Rücklagen für den deutschen Atomausstieg. 2015 will das Staatsunternehmen aus Stockholm mit 30.200 Mitarbeitern einen strikten Sparkurs fahren. In Deutschland erwägt Vattenfall einen Verkauf seiner Braunkohle-Sparte in Brandenburg und Sachsen.

RWE gründet eine neue 100-prozentige Tochtergesellschaft für seine Geschäftsbereiche erneuerbare Energien, für die Stromnetze und den Vertrieb. Die konventionellen Kraftwerke sowie der Handel bleiben bei der RWE AG in einem eigenem Unternehmensteil. Auch die Atomkraftwerke bleiben bei der RWE AG.

Einen Namen für die neue Tochter gibt es noch nicht, klar ist auch noch nicht, wer sie führen wird. Fest steht: Einen Anteil von 10 Prozent dieser neuen Tochtergesellschaft will RWE über eine Kapitalerhöhung Ende nächsten Jahres an die Börse bringen. Langfristig will der Essener Energiekonzern, der in der tiefsten Krise seiner Geschichte steckt, weitere Teile an die Börse bringen.
Eine Mehrheit von 51 Prozent will der Mutterkonzern RWE allerdings an der neuen Gesellschaft halten, sagte Konzernchef Peter Terium.

Absegnen muss den neuen Plan noch der RWE-Aufsichtsrat, der am 11. Dezember über Teriums neuen Plan entscheiden wird.

RWE-Chef Terium: „Zwei zukunftsfähige Unternehmen unter einem Dach“

Terium reagiert damit auf die anhaltende finanzielle Krise des Energieversorgers. „Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft“, sagte Vorstandschef Terium. „Wir schaffen zwei zukunftsfähige Unternehmen unter einem Dach. Die neue Tochtergesellschaft mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt stärkt unsere Wachstumsperspektive.“

PremiumTeurer Atom-Ausstieg Wer rettet die Stromkonzerne vor der Kernschmelze?

Der Staat muss RWE und E.On helfen, denn deren Untergang würde noch teurer.

Titelgeschichte 49: Rettung vor der Kernschmelze Quelle: Illustration: Dmitri Broido, Foto: Fotolia

Die Strom-Großhandelspreise sind wegen des Ausbaus des Ökostroms und der Überkapazitäten auf den tiefsten Stand seit Jahren gefallen. RWE und E.ON brechen deswegen die Gewinne weg. Auch der in Deutschand aktive schwedische Vattenfall -Konzern treibt im Prinzip eine Art Aufspaltung voran. Er will sich vom deutschen Braunkohlegeschäft mit 8000 Beschäftigten trennen.

Die neue RWE-Tochtergesellschaft werde auf der Basis der für 2015 erwarteten Zahlen einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro erzielen und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von über vier Milliarden Euro. Sie soll knapp 40.000 der 60.000 Beschäftigten haben, sagte RWE-Vorstandschef Terium.

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