RWE: Dea-Verkauf wird zur Zitterpartie

RWE: Dea-Verkauf wird zur Zitterpartie

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Verkauf von RWE-Tochter Dea könnte noch platzen

Fünf Milliarden Euro sollte der Verkauf von Dea dem angeschlagenen RWE-Konzern bringen. Nun mehren sich die Zweifel, ob der Deal mit einer russischen Investorengruppe noch über die Bühne geht.

Der hoch verschuldete Energiekonzern RWE muss immer mehr um den milliardenschweren Verkauf seiner Tochter Dea nach Russland bangen. "Wir arbeiten weiterhin auf einen Vollzug der Transaktion in diesem Jahr hin", bekräftigte der Konzern zwar am Donnerstag.

Inzwischen mehren sich aber die Zweifel, ob der Zeitplan für den fünf Milliarden Euro schweren Deal eingehalten wird, beziehungsweise ob er überhaupt noch über die Bühne geht. Einem Bericht der "Financial Times" zufolge könnte der britische Energieminister Edward Davey wegen der Russland-Sanktionen seine Zustimmung verweigern. Der ungarische Versorger MOL bekräftigte derweil sein Interesse an Dea.

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MOL habe Dea immer als ein sehr attraktives Geschäft betrachtet und sei offen für Gespräche, sagte ein Sprecher des Unternehmens. RWE wollte dies nicht kommentieren. Neben MOL hatte auch die BASF-Tochter Wintershall ein Auge auf Dea geworfen. Von BASF war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten, ob das Interesse noch besteht.

Andere Gebote wohl deutlich niedriger

RWE hatte im März den Zuschlag für 5,1 Milliarden Euro an eine Investorengruppe um den russischen Oligarchen Michail Fridman gegeben. Die anderen Gebote seien deutlich niedriger gewesen, hatten mit der Angelegenheit vertraute Personen gesagt. So habe das Angebot von Wintershall bei rund 3,5 Milliarden Euro gelegen. RWE müsste also bei einem Scheitern des Verkaufs wohl mit niedrigeren Alternativgeboten rechnen.

Dies würde den von der Energiewende gebeutelten Konzern hart treffen, will er doch mit den Dea-Einnahmen seine Schulden von über 31 Milliarden Euro drücken. Eine Verschiebung des Verkaufs an Fridman in das kommende Jahr könnte die Ratingagenturen auf den Plan rufen, die Vorstandschef Peter Terium ohnehin im Nacken sitzen. RWE hatte wegen hoher Abschreibungen in der Stromerzeugung 2013 einen Verlust von fast drei Milliarden Euro eingefahren. Angesichts der Unsicherheit über den Dea-Verkauf fiel die RWE-Aktie um vier Prozent und war damit zweitstärkster Verlierer im Leitindex Dax.

Die Zustimmung Großbritanniens, wo Dea knapp ein Fünftel seines Gases fördert, ist zwar nicht Voraussetzung für einen Abschluss. Eine Unbedenklichkeitsbescheinigung würde aber dem Käufer die Sicherheit einräumen, dass ihm nicht bisherige Förderlizenzen entzogen werden. Dies ist nach britischem Recht bei einem Eigentümerwechsel möglich. Anders als in Deutschland, wo der Deal insgesamt hätte untersagt werden können, geht es in Großbritannien um die Lizenzen. Vom britischen Energieministerium war keine Stellungnahme zu erhalten. Die Bundesregierung und die EU-Kommission haben den Verkauf genehmigt.

Teilverkauf möglich

Ein Verkauf ohne einen "Comfort Letter" des britischen Energieministeriums sei zwar möglich, erklärten die Analysten von UBS. Der Käufer würde aber wegen des Risikos wohl einen Preisnachlass verlangen. Dieser könnte bei 300 Millionen Euro liegen. Auch ein Teilverkauf wäre denkbar. "Rein technisch ist es möglich, die britischen Geschäfte aus der Transaktion herauszunehmen. Das ist aber nichts, was beide Parteien wollen", bekräftigte eine RWE-Sprecherin.

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Ein Scheitern des Verkaufs würde allerdings nicht nur negative Reaktionen hervorrufen. Zwar finde der Markt Gefallen an den Verkaufsplänen, RWE würde aber eines seiner wenigen Wachstumsgeschäfte abgeben, erklärten die Analysten von Equinet. Dea ist in über einem Dutzend Ländern aktiv, darunter neben Deutschland und Großbritannien in Norwegen, Dänemark und Ägypten.

Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg hält Anteile an rund 190 Öl- und Gaslizenzen in Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika. 2013 fuhren die rund 1500 Beschäftigten einen Betriebsgewinn von gut 500 Millionen Euro ein - etwa ein Zehntel des Konzernergebnisses. Allerdings verschlingt das Geschäft auch hohe Investitionen, die sich meist erst nach Jahren auszahlen.

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