RWE: Energiekonzern plant radikalen Umbau

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RWE: Energiekonzern plant radikalen Umbau

, aktualisiert 01. Dezember 2015, 16:51 Uhr
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Ein RWE-Braunkohlekraftwerk.

Deutschlands zweitgrößter Versorger RWE plant eine Aufspaltung des Konzerns in zwei Teile. Die Bereiche erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb sollen in einer neuen Tochtergesellschaft gebündelt werden.

Nach Eon plant nun auch Deutschlands zweitgrößter Energieversorger RWE einen radikalen Umbau. Der Vorstand habe beschlossen, die Geschäftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochterfirma zu bündeln, teilte das Unternehmen am Dienstag in Essen mit. Die Pläne müssen noch vom Aufsichtsrat gebilligt werden. Das Kontrollgremium tagt Ende kommender Woche.

Gegen Ende kommenden Jahres sollen zehn Prozent der neuen Gesellschaft im Zuge einer Kapitalerhöhung an die Börse gebracht werden, erklärte der Versorger. RWE könnte auch weitere Anteile an der neuen Gesellschaft veräußern. Die Erlöse sollen in Wachstumsgeschäfte fließen. Die beiden Firmen hätten getrennt bessere Chancen in ihren Märkten. "Wenn das Modell an der Börse reüssiert und attraktive Dividenden zahlt, profitieren auch die RWE AG als Mehrheitsaktionär und damit die Anteilseigner der RWE AG", erklärte Terium.

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Der Aufsichtsrat soll am 11. Dezember über die Pläne entscheiden. Auf die Frage, ob er im Fall einer Ablehnung zurücktreten werde, entgegnete er: "Das ist keine intelligente Frage." Der Vorstand sei vom Aufsichtrat beauftragt worden, um zu prüfen, wie das Unternehmen aufgestellt werden könne. Teriums Vertrag war erst im März vorzeitig bis 2021 verlängert worden. Der Aufsichtsrat sei voll und ganz über die Umbaupläne informiert worden.

Zeitgleich oder auch später könnten weitere Anteile an der neuen Gesellschaft veräußert werden, hieß es. Mit der Aufteilung der Geschäftsfelder schaffe RWE für das dort gebündelte Geschäft neue Finanzierungs- und zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten, begründete der Vorstand den Schritt. Das konventionelle Kraftwerksgeschäft (Braunkohle, Atom) verbleibt bei RWE.

RWE behält das Ökostromgeschäft – im Gegensatz zu Eon

Der Niederländer betonte, er wolle sich mit der Konzernzerlegung nicht vor den milliardenschweren Kosten für den Abriss der Atommeiler und der Entsorgung des strahlenden Abfalls drücken. "Wir stehen damit auch weiterhin zu unserer Verantwortung für die neue Gesellschaft - die neue Struktur ändert daran nichts." Mit den Aktien der neuen Gesellschaft ließen sich die Kosten für die Altlasten der Atomenergie sogar gegebenenfalls noch besser bedienen. "Natürlich haben wir dann auch die Möglichkeit, Erlöse aus dem Verkauf von Aktien an dem Unternehmen für eine Bedienung der Rückstellungen zu nutzen."

Rivale Eon hatte auf Druck der Politik und eines neuen Haftungsgesetzes seine Meiler ebenfalls im Mutterkonzern belassen - anders als ursprünglich geplant. Im Gegensatz zu RWE behält Eon jedoch auch das zukunftsträchtige Ökostromgeschäft. Terium war um Abgrenzung von dem Konkurrenten bemüht. "Wir haben nichts kopiert, wir haben nichts abgeschaut." Es handele sich um eine RWE-Lösung. Die neue Gesellschaft von RWE werde auf Basis der für 2015 erwarteten Zahlen einen Umsatz von mehr als 40 Milliarden Euro erzielen und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von über vier Milliarden Euro. Sie soll knapp 40.000 der 60.000 Beschäftigten aufnehmen.

„Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft“, sagte Vorstandschef Peter Terium. „Wir schaffen zwei zukunftsfähige Unternehmen unter einem Dach. Die neue Tochtergesellschaft mit eigenem Zugang zum Kapitalmarkt stärkt unsere Wachstumsperspektive.“

Der Rivale Eon hatte bereits vor einem Jahr eine Aufspaltung beschlossen. Er will sich künftig auf erneuerbare Energien und den Vertrieb konzentrieren. Der Eon-Mutterkonzern wechselt dazu von Düsseldorf nach Essen. Daneben soll das neue Unternehmen Uniper mit den Gas- und Kohlekraftwerken entstehen. Uniper soll im Herbst 2016 an der Börse notiert werden.

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