RWE: Energiekonzern tauscht Führung in Großbritannien aus

RWE: Energiekonzern tauscht Führung in Großbritannien aus

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Die britische RWE-Tochter braucht eine neue Unternehmensführung.

RWE wechselt seine Unternehmensführung in Großbritannien aus. Chef Paul Massra wird durch das Vorstandmitglied Paul Coffey ersetzt, auch der Finanzchef muss gehen.

Der Energiekonzern RWE tauscht nach dem Gewinneinbruch in Großbritannien seine dortige Führungsmannschaft aus. Der bisherige Chef Paul Massara werde durch Vorstandsmitglied Paul Coffey abgelöst, teilte der Versorger am Montag mit. Auch Finanzchef Jens Madrian müsse gehen. "Wir brauchen an der Spitze von RWE Npower jetzt einen Vorstandsvorsitzenden mit ausgewiesenem Prozessverständnis und einem guten Gespür für das Machbare", sagte RWE-Chef Peter Terium.

Die Tochter NPower kämpft mit Abrechnungsproblemen und einem Kundenschwund. Das Ergebnis des Unternehmens war im ersten Halbjahr eingebrochen. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte bereits vergangenen Donnerstag über den Managementwechsel berichtet.

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Massara, der 2013 die Führung der britischen Tochter übernommen hatte, bekam die anhaltenden Probleme nicht in den Griff. Das IT-Systems läuft dort Insidern zufolge seit Jahren nicht rund. Bei Strom- und Gaskunden habe es häufig Doppelbuchungen gegeben. Im Gesamtjahr erwartet RWE bei NPower nun ein Ergebnis deutlich unter dem Vorjahreswert anstatt einer leichten Steigerung.

Neuausrichtung - So steht es um die Energiekonzerne

  • E.On

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 2,0 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 15,0%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 4000
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: *
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 135

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

    (Stand: Juni 2014)

  • RWE

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 1,7 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 4,5%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 1300
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: **
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 90

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

  • EnBW

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 2,3 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 10,0%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 205
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: ***
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 50

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

  • Vattenfall

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: k.A.
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: k.A.
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: k.A.
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: *
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 300

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

In Großbritannien kämpfen die großen Versorger, darunter neben RWE auch E.ON, seit Jahren mit dem harten Wettbewerb und der Wechselbereitschaft der Kunden. Durch die Probleme auf der Insel war RWE-Chef Terium selbst unter Druck geraten.

Der neue NPower-Chef Coffey war im April von der Ökostromtochter Innogy nach Großbritannien gewechselt. Der 45-Jährige habe sich in den vergangenen Monaten mit der Lage vor Ort vertraut gemacht, erklärte RWE. Das Finanzressort übernehme der bisherige Finanzchef der polnischen Tochter, Martin Miklas. Bei RWE Polska war der 42-Jährige auch für Abrechnungssysteme und die IT verantwortlich. Nachfolger Coffeys als Chief Operating Officer (COO) wird der bisherige Finanzchef von Innogy, Dirk Simons.

Deutsche Energieversorger im Vergleich

  • E.On

    Umsatz im Jahr 2013: 36,8 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 18.518 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 704 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 11 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • RWE

    Umsatz im Jahr 2013: 28,1 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 28.257 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 271 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 6 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • EnBW

    Umsatz im Jahr 2013:20,5 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 13.802 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 128 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 13 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

  • Vattenfall

    Umsatz im Jahr 2013: 15,3 Milliarden Euro

    Kraftwerkskapazität im Jahr 2013: 18.352 Megawatt

    Stromabsatz im Jahr 2013: 86 Terawattstunden

    Anteil Erneuerbaren Energien: 23 Prozent

    Quelle: Statista, Unternehmen

RWE versorgt in Großbritannien mehr als fünf Millionen Kunden mit Strom und Gas. "Großbritannien bleibt für uns ein wichtiger Markt", betonte RWE-Vizechef Rolf Martin Schmitz. "Wir werden alles daran setzen, die operativen und technischen Schwierigkeiten im britischen Vertriebsgeschäft in den Griff zu kriegen." Die Probleme der Tochter sollten bis Ende 2016 behoben werden. Um den Rückgang der Kundenzahlen zu stoppen, bot der Konzern günstigere Tarife an, was die Einnahmen noch weiter drückte. Dennoch verlor RWE in Großbritannien seit Mitte vergangenen Jahres rund 100.000 Haushaltskunden.

RWE treffen die Probleme in Großbritannien in einer der schwersten Krisen der 117-jährigen Unternehmensgeschichte. Der stark kohlelastige Versorger hat die Energiewende verschlafen und kämpft wegen der gefallenen Strom-Großhandelspreise mit Gewinneinbrüchen.

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