RWE: Kontrolleure kritisieren Umbaupläne

RWE: Kontrolleure kritisieren Umbaupläne

, aktualisiert 10. August 2015, 11:44 Uhr
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Der RWE-Tower, die Zentrale des Energiekonzerns RWE.

von Angela Hennersdorf

Der RWE-Chef, Peter Terium, will den Konzern umbauen. Am 10. August stellt er dem Aufsichtsrat in einer Sondersitzung sein Konzept vor. Terium droht die konfliktreichste Aufsichtsratssitzung seiner dreijährigen Amtszeit.

Wenn RWE-Chef Peter Terium am 10. August dem Aufsichtsrat auf einer Sondersitzung seinen Umbauplan für den Essener Energiekonzern präsentiert, wird er sich vor allem mit zwei renitenten Gruppen auseinandersetzen müssen: den kommunalen Aktionären und den Arbeitnehmervertretern. Beide Gruppen stellen zusammen zwölf Mitglieder, das ist die Mehrheit des 20-köpfigen Gremiums, und wollen es Terium schwer machen.

Zwar stehen Details dazu, wie der Niederländer den angeschlagenen Versorger umbauen will, noch aus. Aber klar ist schon jetzt: Nicht nur Vorstände werden entmachtet, auch Arbeitnehmervertreter werden mit der geplanten Neuorganisation Einfluss im Konzern verlieren. „Das wird im Aufsichtsrat für viel Gesprächsstoff sorgen“, sagte ein Aufsichtsratsmitglied der Arbeitnehmerseite der WirtschaftsWoche.

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RWE soll schlanker und effizienter werden

Nach Teriums Plan soll RWE aus drei Säulen bestehen: der Holding RWE AG (mit den Landesgesellschaften in Großbritannien, den Niederlanden und Osteuropa), der an der Holding aufgehängten Deutschland-Zentrale und der Kraftwerkstochter.

Neuausrichtung - So steht es um die Energiekonzerne

  • E.On

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 2,0 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 15,0%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 4000
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: *
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 135

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

    (Stand: Juni 2014)

  • RWE

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 1,7 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 4,5%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 1300
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: **
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 90

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

  • EnBW

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: 2,3 %
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: 10,0%
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: 205
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: ***
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 50

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

  • Vattenfall

    Umsatzanteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung: k.A.
    Gewinnanteil vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen: k.A.
    Installierte Minikraftwerke in Deutschland: k.A.
    Unterstützung des Neugeschäfts durch Vorstandschef¹: *
    Kooperationen mit anderen Unternehmen: 300

    ¹3 Sterne = groß, 1 Stern = gering

Der Konzernboss will den finanzschwachen Energieversorger verschlanken und effizienter machen, indem er die vielen Beteiligungen und Tochtergesellschaften des Konzerns reduziert und unter dem Dach der RWE-Deutschland AG bündelt.

Betroffen sind zum Beispiel der Vertrieb (2000 Mitarbeiter) und die Stromverteilungstochter Westnetz, mit 5000 Mitarbeitern das größte derartige Unternehmen Deutschlands. Beide sitzen in Dortmund und sollen unter die RWE-Deutschland-Zentrale in Essen schlüpfen. Der Standort Dortmund werde, wie aus Arbeitnehmerkreisen zu hören ist, erhalten bleiben. Massive Stellenstreichungen sind erst einmal nicht geplant. Wegfallen sollen zwei Vorstände und vier Geschäftsführer.

Vor der Entmachtung stehen auch die vier selbstständigen RWE-Regionalgesellschaften Lechwerke AG, Süwag Energie AG, VSE AG und die enviva Mitteldeutsche Energie AG. Auch hier will Terium die oberste Führungsebene abschaffen. Zukünftig sollen die Regionalleiter der Gesellschaften an die Zentrale berichten.

Konsequenzen hat dieses Auflösen und Verschmelzen von Beteiligungen auch für die Betriebsräte vieler Tochtergesellschaften, die in die Deutschland-Zentrale eingegliedert werden. Sie müssten Posten an einen Gesamtbetriebsrat abgeben. „Das innere Gefüge von RWE wird aufgebrochen, die Arbeitnehmervertretung in den Gesellschaften wird damit geschwächt“, sagt ein Aufsichtsrat. Darüber sei zu diskutieren.

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